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Favorit ist auch bei den Fraktionen der traditionelle Ziegenbrunnen / Abstimmung am 2. Dezember

Zicklein stehen hoch im Kurs

Lügde. Traditionell oder modern, Stein oder Metall, Ziege oder Karl der Große. Welcher Brunnen ab dem nächsten Jahr den Marktplatz schmücken wird, soll am Montag, 2. Dezember, in der Sitzung des Rates der Stadt Lügde entschieden werden.

veröffentlicht am 23.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 23:21 Uhr

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Autor:

von julia Rau
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Als die Künstler ihre Entwürfe im Ausschuss für Bauen und Planen präsentierten, zeichnete sich schon eine eindeutige Präferenz der Anwesenden für einen Ziegenbrunnen ab. Nach der Sitzung war dann Meinungen einfangen angesagt. Es galt herauszufinden, was den Lügdern am besten gefällt. Schnell übernahm auch bei den Bürgern der traditionelle Ziegenbrunnen, der von Bernd Maro aus Wunstorf entworfen wurde, die Favoritenrolle. Dahinter die modernen Stahlplatten, die im Scherenschnitt Umrisse von Ziegen neu kombinieren, ein Entwurf von Christian Uhlig. Kaiser Karl wollten die wenigsten.

Die Entscheidung über die Gestaltung gab der Ausschuss Planen und Bauen an die Fraktionen weiter, die sich in der Zwischenzeit darüber ausgetauscht haben und künftig abstimmen. Der Arbeitskreis „Stadtentwicklung“, der ebenfalls in die Entscheidung einbezogen werden muss, favorisiert eindeutig den Uhlig-Brunnen, also die moderne Variante. Der Seniorenbeirat mag den Maro-Brunnen lieber. Jetzt, kurz vor der endgültigen Entscheidung, bestätigen sich die bisherigen Umfrageergebnisse von CDU und Bauamt, wie aus einer gestern veröffentlichten Stellungnahme der Verwaltung zur Ratssitzung hervorgeht. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden im nächsten Jahr kleine Bronzeziegen auf dem Marktplatz stehen, die an die Ziegenhaltung im Stadtkern erinnern sollen, wie sie bis in die 50er Jahre typisch für Lügde war. Von Parteivertretern hört man ebenfalls eindeutige Aussprachen für den traditionellen Ziegenbrunnen. Und ausnahmsweise sind sich in dieser Sache sogar CDU und SPD einig.

Ratsmitglied Dr. Christian Tennie von der CDU zum Beispiel sagt: „Die Meinungen sind etwa deckungsgleich mit dem, was wir von den Bürgern abgefragt haben. Der überwiegende Teil ist für den traditionellen Ziegenbrunnen.“ Das sieht bei den Sozialdemokraten nicht anders aus. Obwohl dort auch der moderne Ziegenbrunnen viel Zuspruch erhält. „Auf jeden Fall ein Ziegenbrunnen, die alten Zöpfe von Kaisern flechten wir nicht weiter und wir wollen auch keinen Personenkult wiederaufleben lassen“, so Dieter Diekmeier, Fraktionsvorsitzender der Lügder SPD. Seiner persönlichen Meinung nach könnte der Entwurf von Bernd Maro trotzdem etwas moderner sein, „eine Mischung sozusagen und vor allem etwas flacher, damit die Kinder im Wasser toben können“, sagt er. Und während Manfred Kuczera, stellvertretender Vorsitzender der FWG-Fraktion, noch etwas hinterm Berg hält, was die Entscheidung in der Partei angeht, und nur preisgibt, dass der Kaiser-Karl-Brunnen vermutlich nicht in Frage kommt, verrät sein Parteifreund Wilhelm Bluhm, dass die meisten Mitglieder ebenfalls den traditionellen Entwurf bevorzugen. In der Beschlussvorlage kommen ebenso kritische Meinungen zum Karl-Standbild zum Tragen. Die Entscheidung für diesen Entwurf gilt daher als unwahrscheinlich. Doch auch für den modernen Ziegenbrunnen erwartet die Verwaltung kontroverse Diskussionen. Spitzenreiter in den Parteien ist der Maro-Brunnen.

Letztendlich bleibt die Entscheidung jedem einzeln überlassen. Eine Art Parteidisziplin gibt es laut den angesprochenen Vertretern nicht. Außer in der FDP. Da stimmte sich Fraktionsvorsitzender Franz-Joseph Kuffner nach eigenen Aussagen mit Werner Rissiek über den zukünftigen Marktbrunnen innerhalb der Partei ab.

Eine Bronzeziege im Detail – hier ein Modellentwurf eines traditionellen Ziegenbrunnens von Bernd Maro. Der Bildhauer wünscht sich, dass vor allem Kinder seine Objekte benutzen, „sich darauf setzen und darauf-klettern.“jl



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