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Die Früchte des Ernährungs- Projekts: Ab heute Schau im Rathaus

„Wollen Eltern keine Vorschriften machen, sondern ihnen helfen“

Lügde (jl/stef). Was gesund ist, weiß eigentlich jeder. Und doch schicken viele Eltern ihren Nachwuchs statt mit Butterbroten, Apfel oder Möhren noch immer mit süßen Teilchen oder überzuckerten Jog- hurts in den Kindergarten. „Viele bringen ein Frühstück mit, das mit gesunder Ernährung nun wirklich nichts tun tun hat“, weiß Gertrud Ostermann von der städtischen Kita an der Waldstraße. Deshalb haben sie und die Teams der beiden anderen Lügder Kindergärten – zum Familienzentrum zusammengeschlossen – jetzt ein zweimonatiges Ernährungsprojekt durchgezogen. Mit durchwachsenem Erfolg: „Für die Kinder war es toll“, sagt Ostermann. „Sie haben die gesunden Sachen mit Genuss zu sich genommen.“ Klar, denn mit essbaren Blüten verziert, schmeckt das gewohnte Brot doppelt so gut. Und auch so manche Eltern haben sich von den Erfahrungen offenbar eine Scheibe abgeschnitten: „Inzwischen bekommen mehr Kinder Butterbrot und Obst mit“, freut sich die Kita-Chefin.

veröffentlicht am 28.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:21 Uhr

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Was sie weniger freut, war die insgesamt zurückhaltende Beteiligung der Eltern an dem aufwendigen Projekt. Denn mangels Interesse fielen einige Angebote flach – so etwa zwei Kochnachmittage für Eltern und Kinder und ein Elternabend mit einer Expertin in der AWO-Kita.

„Wahrscheinlich gibt es einfach zu viele Angebote“, vermutet Ostermann. „Und manche Eltern sind auch nicht bereit, dafür extra zu bezahlen.“ Denn über gesunde Ernährung wisse – theoretisch – jeder Bescheid. Zumal einige Eltern überzeugt seien, dass ihre Kinder sowieso nichts Gesundes mögen. Und es gibt auch solche, die bestehen darauf, dass es ein süßes Joghurt sein muss, weil sie den Versprechen der Fernsehwerbung mehr glauben als den Ernährungsexperten. Aber, so betont Ostermann: „Wir wollen den Eltern natürlich keine Vorschriften machen, sondern ihnen helfen.“ Denn es sei klar, dass gerade berufstätige Eltern wenig Zeit hätten.

Allerdings hoffen die Erzieherinnen des Familienzentrums, dass sich möglichst viele Lügder ab heute etwas Zeit für einen Besuch im Rathaus nehmen. Denn dort wird heute um 10 Uhr eine Ausstellung eröffnet, in der die drei Kitas einen Monat lang die Früchte ihres Projektes präsentieren.

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Apropos Obst: Ein Angebot des Marien-Kindergartens dürfte den Kindern noch lange in Erinnerung bleiben. Extra für sie lud der Rewe-Markt im Rahmen des Ernährungsprojekts zu einer Exoten-Verkostung ein. Seither wissen auch die Kleinen, wie Feigen, Granatapfel, Mango und Papaya schmecken. Die Erfahrung von Erzieherin Roswitha Blum: „Die Kinder geben alles Gelernte zuhause weiter. Aus manch einem Nutellabrot wurde so schon ein Käsebrot.“ Am besten kamen bei den Kindern – rein optisch – natürlich die Sternfrüchte an.

Ernährung kann und sollte mehr sein als Fastfood. Nicht nur das haben Lügdes Kindergartenkinder jetzt gelernt. Foto: Archiv

Wie wär’s mit einem Häppchen Ananas? – die St.-Marien-Kinder bei einer Exotenverkostung im Supermarkt.

Foto: stef

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