weather-image
22°

Lügder Bega-Gruppe wächst immer weiter und braucht mehr Ausstellungsfläche für ihre Möbel

„Wir machen die Dinge erschwinglich“

Lügde. „Letzte Woche sah das noch aus wie die Akropolis – und jetzt wie ein Hochsicherheitstrakt“, sagt eine Mitarbeiterin der Lügder Bega-Gruppe. Aus ihrem Bürofenster sieht sie den Neubau des Möbel-Großhändlers direkt an der Pyrmonter Straße nahezu stündlich wachsen. Die letzten von rund 400 Beton-Fertigteilen für die Ausstellungshalle wird der 160-Tonnen-Kran voraussichtlich heute in den Rohbau einpassen. „Hätte Sturm Xaver uns nicht dazwischengefunkt, dann wären wir schon fertig“, sagt ein Mitarbeiter der Baufirma.

veröffentlicht am 17.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 09:16 Uhr

270_008_6803111_pn311_1712_3sp_jl_Bega_Gruppe_0282.jpg
Juliane Lehmann

Autor

Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Wir sind mit stürmischem Wachstum unterwegs“, sagt Bega-Chef Dieter Hilpert und erklärt damit die Notwendigkeit für den Anbau. „Bisher hatten wir 4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und mussten zunehmend improvisieren. Künftig werden es 6000 Quadratmeter.“ Dort können die sieben Unternehmen der Bega-Gruppe die 5000 Artikel ihrer unterschiedlichen Sortimente dann endlich angemessen präsentieren. Das sind längst nicht mehr nur die seit der Gründung 1999 vertriebenen Kastenmöbel, sondern seit 2010 auch Polstermöbel und seit einem Jahr Schlafzimmer.

200 Millionen Euro Umsatz peilt Hilpert 2013 für die Gruppe mit ihren sieben selbstständigen Vertriebsfirmen und Handelsagenturen an. Gerade bei günstigen Mitnahmemöbeln sind die Preise allerdings knapp kalkuliert; Gewinne lassen sich nur über die abgesetzten Mengen einfahren. „Aber wir verdienen Geld“, sagt Hilpert mit fröhlichem Lächeln. „Wir sagen nur keine Zahlen.“

Den Firmennamen und auch das Wappen wählte der heute 68-Jährige ehemalige Schieder-Manager, weil er in dem Dörentruper Ortsteil lebt. Bis zu dessen Pleite sei Europas einst größter Möbelhersteller „unser liebster Konkurrent“ gewesen, sagt Hilpert. Er hatte das Unternehmen in den 1990er verlassen, weil er mit Schieder-Gründer Rolf Demuth uneins über die Geschäftspolitik gewesen sei, so Hilpert.

2 Bilder
„Würden wir es nicht machen, täten es Andere“ – Dieter (68) und Thorsten Hilpert (34) im Büro des Unternehmensgründers in Lügde. jl

Die Kunden von Deutschlands größtem Anbieter zerlegter Selbstbau-Möbel sind übrigens nicht die Endverbraucher, sondern Händler. Discounter wie Boss, Poco oder Roller, aber auch Einrichtungshäuser wie Heinrich oder Porta haben, etwa in der Sparte „Junges Wohnen“, in Lügde vertriebene Möbel im Sortiment. „Die Endkunden werden wir nie beliefern“, betont Hilpert. „Unsere Kunden sind unser bestes Kapital.“

Hergestellt werden die überwiegend aus furnierten Spanplatten bestehenden Anbauwände, Schränke, Flurgarderoben, Schreibtische, Sofas und Betten überwiegend in Osteuropa, dort vor allem von acht Produzenten in Polen. Die Lügder vermarkten die Produkte an die Einrichtungshäuser. „Das Wichtigste sind die Logistikkosten“, sagt der Firmengründer. So nähmen die Möbel aber den Umweg über Lügde. „Sie werden direkt aus Polen zu unseren Kunden in Deutschland transportiert“, erklärt Thorsten Hilpert. Der 34 Jahre alte Sohn des Gründers arbeitet, nach einer Ausbildung in der Branche, seit zwölf Jahren bei Bega und hier mittlerweile in der Geschäftsführung von vier der sieben Unternehmen.

„Indirekt sind für uns 10 000 Leute tätig“, schätzt Dieter Hilpert. Am Standort Lügde arbeiten, die Hilperts eingeschlossen, derzeit 54 Menschen, viele von ihnen ehemalige Schiederaner. Und es könnten durchaus noch einige neue Kräfte dazukommen, wenn der Showroom fertig ist. Denn dort finden dann, neben der permanenten Ausstellung, drei Hausmessen jährlich statt.

Die Lügder Bega-Gruppe wächst auch deshalb stetig weiter, weil Möbel zunehmend Moden unterworfen sind. Aktuell liegen zum Beispiel Anbauwände in Tomatenrot oder hellgraues Eichen-Dekor im Trend. „Und wir machen die Dinge erschwinglich“, sagt Dieter Hilpert. „Preisaggressiv“ nennt das die Fachpresse. So sind denn auch nicht alle Mitbewerber gut auf die Lügder zu sprechen, die dem Handel so enorm günstige Preise bieten. „Aber wir sind da schmerzfrei“, sagt Hilpert. „Würden wir es nicht machen, täten es Andere.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?