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Ortsbürgermeister empört über „langsam unerträgliches“ Niveau im Streit um Grundschulstandort

„Wir hätten in Elbrinxen einschulen können“

Lügde. Wer nach der letzten Lügder Schulausschusssitzung schon glaubte, die Atmosphäre in der Auseinandersetzung um den Erhalt des Grundschulstandorts Elbrinxen sei auf einem Tiefpunkt angelangt, der wird rund drei Wochen später eines Schlechteren belehrt.

veröffentlicht am 07.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 18.01.2017 um 11:17 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Seit die FWG in ihrer Hauswurfsendung „Standpunkt“ auf sechs Seiten ihre Sicht der Situation ausgebreitet hat, ist Elbrinxens Ortsbürgermeister Hermann Wenneker (CDU) richtig sauer. „Jetzt habe ich wirklich genug“, sagt er. „Hier werden sich für unsere Grundschule einsetzende Bürger in einer unerträglichen Weise ’runtergemacht.“ So gehe man nicht miteinander um. Der Ton habe auf allen Seiten langsam ein Niveau erreicht, das unerträglich sei. Gelebte Demokratie sei etwas anderes.

In seiner Presseerklärung pariert Wenneker die Vorhaltung von FWG-Fraktionschef Jürgen Hundertmark, in Elbrinxen wolle „eine egoistische Minderheit auf Kosten der Mehrheit“ das „nicht durchführbare“ Schulmodell des jahrgangsübergreifenden Unterrichts durchsetzen. „Eine Schule mit allem legalen, sachlichen Tun zu erhalten, ist für die Bürger eines Dorfes eine Selbstverständlichkeit“, betont Wenneker. Zugleich rechtfertigt der Ortsbürgermeister die „nicht immer objektive Sicht“ der Vereinsinitiative, „wenn im Nachhinein Sachstände zutage kommen, die das Ergebnis hätten anders aussehen lassen“. Damit spielt er auf die Tatsache an, dass die aktuelle 1. Klasse am Grundschulstandort Rischenau mittlerweile 32 Kinder zählt – inklusive zweier Kinder, die aus der 2. Klasse zurückgekommen sind. Zur Erinnerung: In Elbrinxen wurde im vergangenen Sommer keine 1. Klasse eingeschult, weil die Mindestzahl 31 zur Bildung zweier Klassen nicht erreicht wurde. „Die Wegzüge wurden der Bezirksregierung gemeldet, nicht aber die Wiederholer“, glaubt Wenneker. Sein genereller Eindruck: „Wir hätten in Elbrinxen einschulen können!“ Hier sei nicht mit offenen Karten gespielt worden, glaubt er. Deshalb ist der Ortsbürgermeister mittlerweile der Überzeugung: „Es geht doch seit langem nicht mehr um die Grundschule in Elbrinxen, sondern nur noch ums Recht haben und ums Geld.“ Durch die Auflösung des Elbrinxer Grundschulstandorts werde die Unterhaltung eines Gebäudes gespart. Dieser Aspekt aber werde nicht benannt.

Ebenso bringt ihn auf, dass die Stadt Lügde nun keinen Info-Abend mehr über den jahrgangsübergreifenden Unterricht – die einzige Chance zum Erhalt der Elbrinxer Schule – für die Südstadt-Eltern organisiert hat. Stattdessen bekamen sie nur einen Brief mit der Bitte um Abstimmung. Eine beigefügte Pro- und Contra-Tabelle zum jahrgangsübergreifenden Unterricht resultiert aus einem sechswöchigen Schulversuch von 2004. Wenneker: „Es wäre Aufgabe der Stadt, einen Elternabend zu machen.“

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  • Heinz Reker

Elbrinxens Bürgermeister fürchtet zwar, dass sich „die Wogen in den nächsten Monaten und auch Jahren nicht mehr so leicht glätten“. Gleichwohl hofft er, „dass wir in Zukunft einen sachlichen Dialog führen können“.

Was die Angriffe der FWG auf den Sprecher der Elbrinxer Vereinsinitiative zum Erhalt der Grundschule betrifft, so betont der Ortsbürgermeister: „Ich gönne jeder Ortschaft einen Oliver Jürgens, egal ob für eine Grundschule oder andere Projekte.“ Nachfragen und Infragestellen habe noch nie geschadet. „Wir brauchen mündige Bürger und dürfen diese Demokratie nicht runtermachen.“

Lügdes Bürgermeister Heinz Reker (parteilos) weiß um das „sehr angespannte Klima“ in Sachen Grundschule Elbrinxen. Aber er hält sich – obwohl von Amts wegen Leitfigur für das politische Klima in der Stadt – aus dem Streit heraus. Im Schulausschuss habe er das in Absprache mit dem Vorsitzenden Joachim Krause (SPD) bewusst getan und sich dafür hinterher „sehr deutliche“ Kommentare vonseiten der Gegner des jahrgangsübergreifenden Unterrichts anhören müssen, erklärt er. Zum FWG-„Standpunkt“ befragt, sagt Reker nur: „Das Blättchen kommentiere ich nicht.“ Und zu den nicht gemeldeten Wiederholern in Rischenau: „Nach der 1. Klasse gibt es keine Nichtversetzung.“ Und dass die Stadt keinen Infoabend mehr angesetzt hat, erklärt der Verwaltungschef damit, dass er die Meinung der Schulkonferenz respektiere, die keine solche Veranstaltung wolle.



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