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Wie der Bürgermeister die Lügder Zensus-Zahlen sieht

„Wir dürften nicht zu den Verlierern gehören“

Lügde. Unbestritten: Die Zahl der Menschen, die in der Emmerstadt und ihren Ortsteilen leben, geht seit Jahren zurück. Allerdings lässt das Lügder Ergebnis der jüngsten Volkszählung die Alarmglocken nicht noch lauter läuten als bisher. Denn die nun vom Statistischen Bundesamt in seiner Inventur für den Stichtag 9. Mai 2011 genannten exakt 10 209 Lügderinnen und Lügder weichen weniger stark von den amtlichen Zahlen ab als andernorts. „Für den Stichtag selbst haben wir keine Vergleichszahl“, sagt Bürgermeister Heinz Reker. „Deshalb haben wir die jetzt veröffentlichte Zensus-Zahl in Relation zu unserer letzten amtlichen Bevölkerungszahl hochgerechnet.“ Das heißt: Lebten nach der bisher gültigen, vom nordrhein-westfälischen Landesamt für Statistik (IT NRW) erstellten Datensammlung am 31. Dezember 2011 genau 10 224 Menschen in Lügde, so müsse diese Zahl mit den aktuellen Zensus-Erkenntnissen nun auf 10 105 nach unten korrigiert werden. „Wir haben 1,2 Prozent Einwohner weniger als wir dachten“, überschlägt Lügdes Verwaltungschef und findet: „Gegenüber dem Landesdurchschnitt von minus 1,7 Prozent geht das noch.“ Die bundesweit durchschnittliche Abweichung liegt bei 1,8 Prozent.

veröffentlicht am 04.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 16:37 Uhr

Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Dass sich das somit vergleichsweise leichte Lügder Minus negativ auf die Geldzuweisungen an die Emmerstadt auswirken könnte, bezweifelt der Bürgermeister deshalb. „Wir dürften nicht zu den Verlierern gehören“, sagt er.

Lässt Reker die überregionalen Relationen einmal außer Acht, dann ist er dennoch „ein bisschen überrascht, dass es trotz des einigermaßen genauen Meldewesens solche Abweichungen gibt“.

Apropos: Was hat es mit den 10 444 Menschen auf sich, die Lügdes Stadtverwaltung auf ihrer Internetseite als „Bevölkerungsstand am 31.12.2012“ ausweist? „Darin sind all jene mit enthalten, die in Lügde ihren Nebenwohnsitze haben“, klärt der Bürgermeister auf. „Mit dieser Zahl rechnen wir nicht offiziell.“

Mit der „besorgniserregenden Erkenntnis“ von Überalterung und Bevölkerungsschwund setze man sich speziell in Lügde natürlich nicht erst jetzt auseinander, betont Reker im Übrigen. „Wir haben uns in der Wirtschafts- und Sozialraumkonferenz schon vor zwei Jahren Gedanken gemacht, ob es Stellschrauben gibt, der Entwicklung gegenzusteuern oder sie aufzuhalten.“ Der Dreh- und Angelpunkt seien natürlich die Arbeitsplätze. Da der Fachkräftemangel inzwischen auch in der heimischen Region angekommen sei, gelte es, Lügde attraktiv zu halten für junge Menschen. Da seien die Möglichkeiten der Kinderbetreuung und die Auswahl an Schulen nicht zu unterschätzen.

Übrigens: Die Zahl der in Lügde lebenden Heranwachsenden unter 18 Jahren betrug am 9.5.2011 exakt 1810. Das entspricht einem Anteil von 17,8 Prozent. Lippe-weit liegt der bei 18,4 Prozent. Zum Vergleich: In Bad Pyrmont leben nur 13,4 Prozent Minderjährige.

Der Anteil der Altersgruppe 65 plus machte in der Emmer-stadt vor zwei Jahren 21,7 Prozent (Lippe- Durchschnitt: 21,5 Prozent) und in der Kurstadt 30,3 Prozent aus.

Die allermeisten Lügder sind laut Zensus deutsche Staatsbürger. Nur 430 Menschen (4,2 Prozent) haben einen anderen oder gar keinen Pass in der Tasche. Lippe-weit beträgt die Quote 4 Prozent.

940 deutsche Lügder haben ausländische Wurzeln. Die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund beziffern die Statistiker auf 1370. Damit beträgt ihr Anteil an den Lügdern 13,4 Prozent (Lippe: 25,9 Prozent).

In Sachen Religion gibt der Zensus keine erschöpfende Auskunft. Gezählt haben die Statistiker nur die Mitgliederzahlen der beiden großen christlichen Kirchen. Demnach gab es am Stichtag 3920 Katholiken (38 Prozent; Lippe: 13,2 Prozent) und 4490 evangelische Christen in Lügde (44 Prozent; Lippe: 53,6 Prozent). 1800 Menschen führt das Bundesamt unter „Sonstige“. In die 17,6 Prozent dieser Rubrik fallen all jene mit einem anderen Glauben ebenso wie Atheisten oder solche, die ihren Glauben lieber für sich behielten (Lippe: 33,3 Prozent).

Handfestere Zahlen liefern die Statistiker mit Blick aufs „Sozioökonomische“: 5130 Lügder gingen im Mai vor zwei Jahren einer Arbeit nach (50,3 Prozent; Lippe: 47,7 Prozent). Als erwerbslos waren 140 (1,4 Prozent; Lippe: 2,5) gemeldet. Noch nicht arbeitende Heranwachsende sowie Rentner und statistisch nicht erfasste Menschen ohne Job stellen die restlichen 4930 Lügder. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung der Emmerstadt beträgt 48,3 Prozent (Lippe: 49,8).

Weitere Daten gibt’s im Internet unter www.it.nrw.de/statistik/z/zensus_2011/gemeindeblaetter/B05766052.pdf

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