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Beschluss über Zubau rückt näher

Windräder hinter Osterrädern?

LÜGDE. Wie geht es in Lügde mit der Windkraft weiter? Wieviele Rotoren sollen – theoretisch zumindest – gebaut werden dürfen? Antworten könnte es am 21. August in der öffentlichen Bauausschuss-Sitzung im Rathaus geben.

veröffentlicht am 07.08.2017 um 22:04 Uhr

Bisher drehen sich 13 Windkrafträder auf Lügder Gebiet. Wie viele an welchen Stellen noch dazugebaut werden dürfen, wird künftig durch die Ausweisung von „Konzentrationszonen“ in einem speziellen Flächennutzungsplan festgeschrieben. Den Entwurf solle
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Seit Jahren bereitet man im Lügder Rathaus und in den von der Stadt beauftragten Planungsbüros die Ausweisung von Konzentrationszonen für neue Windräder vor. Nach dem Motto: hier gern, dort nicht. Denn einschlägige Gerichtsurteile zwingen die Stadt bekanntlich dazu, der Windenergie „substanziell“ Raum zu geben. Das heißt: Neue Räder rundweg ablehnen ginge gar nicht. Dann würden verhinderte „Windmüller“ vor Gericht ziehen – und die Stadt hätte das Nachsehen. Anhand vorher beschlossener Ausschlusskriterien gewisse Gegenden vom Zubau aussparen ist dagegen durchaus möglich, falls es genügend Potenzialflächen gibt.

Die Planungen gehen jetzt auf die Zielgerade zu. Und in knapp zwei Wochen, am Montag, 21. August, sollen die Baupolitiker der Emmerstadt die dazu notwendige Änderung des Flächennutzungsplans ein entscheidendes Stück weiterbringen.

Sie werden dann zu beschließen haben, welche Stellungnahmen von bauwilligen Unternehmen, anderen Behörden, aber auch von eventuell betroffenen Bürgern und Umweltschutzverbänden bei der Zonen-Planung berücksichtigt werden – und welche nicht. Außerdem sollen sie beschließen, welche Tabukriterien bei der Abwägung wie viel Bedeutung haben. Dazu zählt auch, wie groß die Abstände sein müssen. Etwa zum nächsten Dorf, zum Golfplatz oder einem Rotmilan-Horst.

Was die neue Landesregierung aus CDU und FDP in ihrer Koalitionsvereinbarung festgeschrieben hat, scheint indes nichts an den geringen Abständen künftig möglicher Windrad-Neubauten auf Lügder Gebiet zu ändern. Von 1000 Metern zwischen Dorf und der nächsten Anlage werden die Anrainer dann nur träumen können. In Lügde soll die angepeilte Pufferzone nach den Vorschlägen der Planer gerade einmal 600 Meter betragen. „Siedlungssplitter“, also Einzelhäuser müssen dann demnach Anlagen in nur 300 Meter Entfernung dulden.

Die genaue Zahl der nach aktuellem Plan möglichen Neu-Anlagen steht laut Gregor Günnewich, der sich im städtischen Bauamt unter anderem mit dem Thema Windenergie befasst, noch nicht fest. Aber es dürften „wesentlich weniger“ Windräder werden als die vor wenigen Jahren genannten maximal 93.

Aktuell liegen 15 Anträge vor. Über einige von ihnen muss möglichst bald entschieden werden. Denn sie wurden schon zurückgestellt.

Und wie passen die Windräder in die Landschaft? Oder zu den bekannten Lebensräumen geschützter Vögeln wie Rotmilan, Uhu und Schwarzstorch, von denen es in Lügde reichlich gibt? „Für die artenschutzrechtliche Prüfung konnten wir freundlicherweise die Datenerhebungen der Projektentwickler nutzen“, sagt Gregor Günnewich. Diese Ergebnisse würden vom Kreis Lippe überprüft.

Übrigens: Falls Lügdes Baupolitiker die Planänderung am 21. August in der um 18 Uhr im Ratssaal beginnenden öffentlichen Sitzung beschließen, wird die Öffentlichkeit erneut beteiligt. Dann kann Jeder die Pläne ansehen, sich informieren und seine Stellungnahme abgeben. Der Zeitraum dafür steht noch nicht fest.



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