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Startschuss fürs Kommunale Entwicklungskonzept

Wie soll es mit Lügde weitergehen?

LÜGDE. Sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen hat sich die Stadt Lügde nach Abschluss des erfolgreich umgesetzten Sanierungskonzeptes „Lügde 2015“ vorgenommen, von dem ausschließlich die historische Altstadt profitiert hat. Gemeinsames Ziel von Politik und Verwaltung aber war es, auch die zehn Ortsteile der Südstadt kurz- und mittelfristig attraktiver zu gestalten und die Lebensqualität dort zu steigern. Das soll mit dem „Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept“, kurz: IKEK, gelingen.

veröffentlicht am 13.01.2017 um 15:24 Uhr

So wie hier die alte Mühle in Elbrinxen stehen unter anderem infrastrukturelle Verbesserungen in den Dörfern im Mittelpunkt des Förderprogramms. Foto: afk
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Autor

Achim Krause Reporter
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Mitte 2016 wurde Lügde in die EU-Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) des Landes Nordrhein-Westfalen aufgenommen – eine interessante Möglichkeit für kleine Städte und Gemeinden, eine sinnvolle und finanzierbare Zukunftsentwicklung voranzutreiben. Jetzt startet der Prozess.

Als ländlich geprägte Flächengemeinde hat Lügde eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Aufnahme in das IKEK-Programm erfüllt. Aber auch die finanzielle Situation und der Fortschritt des demographischen Wandels wurden vom Städtebauministerium in Düsseldorf unter die Lupe genommen, bevor der positive Bescheid im Sommer im Lügder Rathaus eintraf. „Die Kernstadt wird daraus natürlich auch bedacht, aber für uns ist klar, dass der Schwerpunkt der Förderung in unseren Dörfern liegen soll“, betont Jens Bossen, Fachbereichsleiter Bauen und Planen bei der Lügder Stadtverwaltung, die in diesem Verfahren keineswegs dominierend sein wird, wie er betont: „Alles werden wir gemeinsam mit den Bürgern entwickeln. Jeder hat die Möglichkeit, sich einzubringen. Deshalb ist im Rahmen des Aufstellungsprozesses eine intensive Beteiligung der Bewohner vorgesehen. Neben Workshop-Veranstaltungen soll eine intensive Online-Beteiligung erfolgen, damit sich jeder zur Zukunft seiner Stadt äußern kann.“

Was letztlich wo gefördert werden soll, das wird erst der jetzt angestoßene Prozess erbringen. Wichtig ist, dass es integrativ ist und damit alle Fachbereiche von städtebaulichen Entwicklungen, über die Bildung, Infrastrukturmaßnahmen, Wirtschaftsförderung, Umweltthemen bis zum Tourismus, zur Kulturpflege etc. umfasst. Diese Themenfelder sind auf vier Arbeitsgruppen aufgeteilt, in denen jeder Interessierte mitwirken kann.

Eine eigens aus Vertretern der Verwaltung, der Politik, des Planungsbüros Puche aus Northeim, der Ortsbürgermeister, Vertretern der Jugend, Senioren und von Stadtmarketing zusammengesetzte, elfköpfige Steuerungsgruppe traf sich Anfang Dezember erstmals, um aus 13 förderfähige Themenfelder herauszusuchen, in denen in Lügde der größte Handlungsbedarf besteht. „Dieses Gremium ist ganz wesentlich für die Steuerung des Prozesses verantwortlich und gibt die Richtung vor, wo es hingehen soll“, erklärt Bossen. Darunter ist die Arbeitsebene angesiedelt, die sich aus dem Planungsbüro sowie den relevanten Fachdiensten der Verwaltung zusammensetzt.

Die Planungsgruppe Puche hat sich zuletzt mehrfach mit Themen im ländlichen Raum sowohl in städtischen als auch gemeindeübergreifenden Prozessen hervorgetan hat. Dieses Büro war in einem umfangreichen Auswahlprozess als für Lügde geeignet ausgesucht worden. „Gerade die Aktivierung der Bürger ist ein ganz bedeutsamer Bestandteil für einen erfolgreichen Prozess. Dass die Bürger ihre eigene Betroffenheit beim „Konzept 2015“ direkt spüren konnten, sei ein Grund für den Erfolg gewesen, so der Fachbereichsleiter. Bossen erwartet jetzt beim IKEK-Verfahren einen ähnlichen Effekt. Seit Weihnachten ist man bei facebook mit einer eigenen Gruppe vertreten. Jens Bossen: „Hier werden wir immer zeitnah berichten, was in der Steuerungsgruppe passiert. Da werden wir dann auch immer rechtzeitig auf Veranstaltungen hinweisen.“

Das zeigt auch schon ein Blick in die Themenfelder, in denen bei der ersten Sitzung der Steuerungsgruppe für Lügde Handlungsbedarf gesehen wurde. Im Themenfeld „Soziale Infrastruktur“ (dazu gehören Schulen, Kitas, Dorfgemeinschaftshäuser) besteht nach der Auswertung das größte Handlungserfordernis, gefolgt von „Verkehr/Mobilität“ (für die Dörfer relevant), „Nahversorgung“ und „Städtebauliche Entwicklung und Leerstand“.

Am 11. Januar wird sich die Steuerungsgruppe für eine eintägige Klausur zurückziehen, um zu ermitteln, welche Themenfelder künftig stärker betrachtet werden sollen. In dieser Sitzung will man dann auch einen Termin für eine öffentliche Auftaktveranstaltung festlegen und mit der Bürgerschaft die Vorstellungen zu diskutieren. „Das soll voraussichtlich noch im Februar geschehen.

Die Bestandsaufnahme und die Analyse der Lügder Situation hofft man, bis spätestens April abgeschlossen zu haben, um dann in die Projektfindungs- und Konzeptionsphase übergehen zu können. Bossen: „Nach Möglichkeit wollen wir das Konzept dem Rat im Herbst vorlegen. Wir sind insofern unter Zeitdruck, da die Förderung für 2017 vorgesehen ist und wir innerhalb dieses Jahres fertig sein wollen.“ Das Konzept enthält dann konkrete Handlungsempfehlungen und Projektvorschläge, die nicht nur durch die Stadt umzusetzen sind sondern auch private Initiativen voraussetzen. „Wichtig wird uns sein, das zu verstetigen, die Bürger auch nach Abschluss des reinen IKEK-Prozesses weiter mitzunehmen und gemeinsam diese identifizierten Projekte dann auch umzusetzen“, sagt der Bauamtsleiter, der dieses Konzept dann auch als Handlungsleitfaden, den er in den kommenden Jahren abarbeiten möchte.



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