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Gigas-Schüler lernen auch Benimm / Welche Früchte das „Fit for Job“-Projekt trägt

Wie klopft man an und drückt die Hand?

Lügde (yt/jl). Wie es in Zeiten sinkender Schülerzahlen mit Lügdes Johannes-Gigas-Schule weitergehen kann, sollen Lügdes zuständige Politiker zwar erst am Dienstag kommender Woche beraten und beschließen. Denn dann kommt um 19 Uhr der Schulausschuss zu seiner öffentlichen Sitzung im Rathaus zusammen. Und es ist ziemlich wahrscheinlich, dass sie für die Umwandlung in eine Sekundarschule stimmen werden, um den Standort auch für die Zukunft zu sichern.

veröffentlicht am 27.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 16:41 Uhr

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Unabhängig davon ist aber schon jetzt klar: Heranwachsende, die auf dem Ramberg zur Schule gegangen sind, haben relativ gute Chancen auf einen gelungenen Start ins Berufsleben. Denn auch in diesem Jahr ist die Gigas-Schule wieder kreisweiter Spitzenreiter bei der Übergangsquote von der Schule in den Berufseinstieg: 50,8 Prozent der Realschulzweig-Absolventen – also 33 von 63 Mädchen und Jungen – konnte gleich nach der Schule eine Lehre beginnen; die Übrigen sind aufs Gymnasium gewechselt. Aus dem Hauptschulzweig haben sogar 22 von 35 jungen Leuten eine Ausbildung begonnen – das entspricht 62,9 Prozent der Abgänger. „Das bedeutet selbst für die seit Jahren kreis- und landesweite Spitzenwerte gewohnte Lügder Verbundschule einen Rekord“, teilte die Schule jetzt auf Basis aktueller Arbeitsagentur-Zahlen mit. Zum Vergleich: Kreisweit findet im Schnitt nicht einmal ein Drittel der Haupt- und Realschüler gleich nach der Schule einen Ausbildungsplatz.

Dass der Jahrgang so erfolgreich war, lag nicht nur an der großen Lehrstellen-Auswahl in diesem Sommer – auch hier schlägt bekanntlich der demografische Wandel durch. Einen hohen Anteil an den Spitzen-Zahlen misst die Schule auch ihren Unterrichtsinhalten und dem Einsatz der beiden Studien- und Berufswahlkoordinatoren Konrad Schlieker und Norbert Nowikow zu. Und nicht zuletzt dürfte das im Februar 2007 installierte „Fit for Job“-Projekt wieder einmal Früchte getragen haben, mehr als Hälfte der 94 Absolventen hatte mitgemacht.

„Besonders viel hat mir das Bewerbungstraining gebracht“, sagt etwa Lena-Marie Rogel, die eine Ausbildung zur Medizinisch-technischen Fachangestellten begonnen hat. „Von der passenden Stärke beim Anklopfen an die Personalbürotür über einen angemessenen Händedruck bis zum selbstsicheren Auftreten während des Vorstellungsgesprächs habe ich mich optimal vorbereitet gefühlt.“

Lena Lorenz hat indes am meisten vom wöchentlichen Job-Coaching profitiert, während der angehende Chemielaborant Marvin Richwy vor allem dem EDV-Kurs und dem Teamtraining viel abgewinnen konnte.

Die Team- und Kooperationsübungen haben auch die Zehntklässlerin Annika Benner aus dem aktuellen „Fit for Job“-Durchlauf überzeugt: „Hier habe ich gelernt, ein Stück weit aus mir herauszugehen, und mich selbstbewusster in ein Team einbringen zu können“, beschreibt die Jugendliche den Effekt aus einem der fünf freiwilligen Zertifikatskurse.

Wie sie, so haben das Projekt gerade mehr als zwei Drittel der Lügder Zehntklässler abgeschlossen. Die Teilnahme an der Berufsvorbereitung kostete – dank Arbeitsagentur sowie der Schwering & Hasse-Stiftung – nur 50 Euro. Und vielleicht gelegentlich etwas Überwindung, denn die fünf Seminare liefen in der Freizeit ab. Der Effekt – nämlich einen überzeugenden Auftritt hinzulegen und einen guten Eindruck zu machen – ist indes unbezahlbar.

„Wir haben einiges gelernt, was leicht umzusetzen ist und sicherlich Pluspunkte bringt“, ist sich auch Elyesa Özer sicher. Zum Projekt-Finale haben sie und ihre Mitschüler einen Abend lang gelernt, ein Vier-Gänge-Menü souverän zu meistern.

Tobias Forth vom „Büro für berufliche Strategien und Sprache“, erklärte, wie man sich am Besteck abarbeitet, verschiedene Gläser korrekt den Getränken zuordnet, welche Haltung den souveränsten Eindruck macht und wie man isst. Denn er ist sicher: „So wie du isst, so sieht dein Zimmer aus.“ Und so kämpften die Teilnehmer mit Suppe, Salat und Hauptgericht, ohne sich allzu oft korrigieren lassen zu müssen.

Zuvor hatten die Schüler bereits fünf „Fit for Job-Seminare belegt.

„Die Firmen schätzen die Teilnahme an solchen Kursen gleich doppelt“, erklärt Gigas-Schulleiter Uwe Tillmanns. „Zum einen wird ihnen dadurch belegt, dass sie eine Person vor sich haben, die sich zu benehmen weiß. Zum anderen zeigt ihnen die freiwillige Teilnahme, dass diese Person sich engagiert, sich aktiv um ein Fortkommen im Leben bemüht und dafür auch bereit ist, etwas zu tun und Freizeit zu opfern.“

Übrigens: Die siebte „Fit for Job“-Auflage für die jetzigen Neuntklässler ist bereits in der Vorplanung.



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