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Sportvereine im lippischen Südosten auf der Suche nach Antworten

„Wie gewinne ich junge Mitarbeiter?“

Niese/Detmold. „Verein(t) in die Zukunft“ – unter diesem Motto hatte der Deutsche Fußball-Bund während eines Amateurfußball-Kongresses in Kassel den Grundstein zu einer Stärkung des Ehrenamtes in den Vereinen gelegt. Gemeinsam diskutierten jetzt Vertreter des Fußballkreises Detmold und des Kreissportbundes Lippe mit den Vereinen im lippischen Südosten während einer Klausur die Themenschwerpunkte Ehrenamt und Finanzen im Sporthaus Niese.

veröffentlicht am 06.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:45 Uhr

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Mit Anika Rabe (KSB Lippe), Madita Schröder ( Ehrenamtsbüro Kreis Lippe) und Günter Kmuche-Gabel (Fußballverband Westfalen) hatte der Fußball-Kreisvorsitzende Gottfried Dennebier gleich drei Fachkräfte als Referenten gewonnen. Wie bekomme ich junge Menschen in verantwortliche Führungspositionen? Welche Anreize brauchen Übungsleiter? Ist der heutige Sportverein noch zeitgemäß und ein richtiger Ansprechpartner für Sportinteressierte? Die Vereine haben derzeit zahlreiche Herausforderungen zu bestehen. Ganztagsschule, ein geändertes Freizeitverhalten der Jugendlichen, demografischer Wandel, fehlende Identifikation mit dem Verein, veränderte Arbeitszeiten mit immer mehr Schichtdiensten und zu hohe bürokratische Anforderungen an die ehrenamtlich arbeitenden Vorstände wurden immer wieder als Hemmnisse genannt. Da fällt es einigen schwer, ihr sportliches Angebot auszuweiten und die Bedürfnisse hin zu Trendsportarten anzupassen. Letztlich könnten wohlgemeinte Überlegungen auch an der Finanzierung scheitern. Denn Verbandsabgaben und Beiträge innerhalb der Sportorganisationen, aber auch die nicht unerheblichen Teilfinanzierungen an städtischen Sportstätten halten die Vereinsoberen von zukunftsweisenden Maßnahmen immer wieder ab.

„Wir stoßen da doch an Grenzen bei der Finanzierung, und die Beitragsschraube können wir auch nicht beliebig andrehen, denn dann kehren uns Mitglieder den Rücken. Wir stoßen in unserer ländlich strukturierten Region da an Grenzen. Ein Vergleich mit Vereinen in größeren Städten, die ein deutlich höheres Beitragsaufkommen haben, ist da unangebracht“, brachten es einige Vereinsvertreter auf den Punkt.

Die Investitionen in eine gute Ausbildung der Ehrenamtler ist den Vereinsvertretern auch im lippischen Südosten wichtig. Sie bitten aber, um eine Ausbildung möglichst vor Ort. Die Städte Lügde, Schieder-Schwalenberg und Blomberg hätten ein großes Einzugsgebiet, um Referenten und Sportlehrer für Kurzschulungen, Fortbildungen oder Erste-Hilfe-Lehrgänge zu entsenden. Durch kurze Wege würden sich die Teilnehmerzahlen erhöhen lassen – und das nütze schließlich allen. Das sieht auch der Kreissportbund so und ist bestrebt, diesen Wunsch bald umzusetzen.

Und letztlich wünschen sich viele eine bessere und kostengünstige EDV-Unterstützung, denn die Anforderungen an die Vereinsverwaltung sind trotz der modernen Technik immer mehr gestiegen. Und da waren alle Teilnehmer quasi wieder am Anfang der lebendigen Diskussion: „Wie gewinne ich junge Mitarbeiter für das Ehrenamt?“ Eine Musterlösung gibt es natürlich nicht. Vereine, deren Dachorganisationen bis hin zu Städten, Kreisen und dem Land stehen vor großen Herausforderungen, die nur gemeinsam angefasst werden können. Die Klausur in Niese war ein guter Beitrag, es sollen und müssen weitere folgen.heb

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