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Kleiner Fehler, große Wirkung

Wie Autofahrer mit einer plötzlichen Tunnel-Sperrung umgehen

LÜGDE. Wie verhalten sich Autofahrer, wenn der Tunnel in Lügde plötzlich wegen eines Fehlers gesperrt wird? Am Donnerstag zeigte sich - nicht alle beachten die roten Ampeln, die auf die Sperrung hinweisen. Dabei drohen empfindliche Strafen.

veröffentlicht am 13.06.2019 um 19:01 Uhr

Lügdes Polizei-Bezirksdienst-Beamter Reinhold Hartmann klärt einige Rotlicht-Ignoranten über die üblichen Folgen eines solchen Vergehens auf. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Donnerstag, gegen 10 Uhr: Eine auswärtige Fahrerin stoppt ihr Auto abrupt auf Lügdes Eschenbrucher Straße. „Wie komme ich denn jetzt nach Bad Pyrmont, wo die Ampel rot ist und der Weg gesperrt?“, will sie wissen, und in ihrer Stimme schwingt leise Verzweiflung mit. Als sie erfährt, dass sie auch durch Lügdes Innenstadt fahren darf, ist die ältere Frau beruhigt, dreht bei und rollt davon.

Viele andere machen sich am Donnerstagvormittag erst später Gedanken über den richtigen Weg. Dann nämlich, als sie ihre Autos trotz der „Tunnel gesperrt“-Schilder in Richtung Unterführung lenken – und ihre Fahrt vor der roten Ampel am Tunnelmund endet. Dort stehen sie dann erst einmal etwas ratlos in der Schlange, bevor sie beidrehen und alternative Routen suchen.

Einige Fahrer übersehen während der rund halbstündigen Sperrung aber sogar das eindeutige Rotlicht am Tunnel-Eingang. Ein paar von ihren rollen dann direkt Reinhold Hartmann in die Arme, gerade als der im Tunnel nach dem Rechten sehen will. Als ein älterer Fahrer seine Selbstverteidigungsrede dann auch noch mit „Also, Herr Wachtmeister“ einleitet, sucht Lügdes Polizei-Bezirksdienstbeamter die fruchtlose Diskussion zu vermeiden. Denn für ihn ist der Fall klar: „Rot ist Rot.“ Wer einfach in den gesperrten Tunnel hineinfahre, riskiere 200 Euro Strafe, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot.

Kollektives Wendemanöver vorm Tunneleingang: Alle, die die Sperr-Schilder übersehen haben, drehen zeitgleich bei. Foto: jl

Denn wenn vor Ort gerade jemand die Ursache der Spontansperrung zu erkunden versuche – eventuell auch zu Fuß –, werde die Person in Gefahr gebracht, erklärt er. Diesmal kommen die Verkehrssünder allerdings davon, denn die Ursachenforschung ist wichtiger. „Je schneller die Prüfung beginnt, desto schneller ist der Weg wieder frei“, schildert Hartmann den Vorteil eines Beachtens der Schilder für alle Verkehrsteilnehmer. Und schiebt nach: „Wenn die Leute die Sperrung nicht ernstnehmen und wir haben einen Ernstfall im Tunnel, bringen sie sich selbst in Gefahr.“

Dem kann Markus Miglietti nur beipflichten. „Wenn die Ampel Rot ist, dann habe ich da nicht durchzufahren. Denn dann ist etwas mit dem Tunnel nicht in Ordnung“, bekräftigt der Sprecher aus der Tunnel-Leitzentrale der Landesbehörde „Straßen.NRW“ in Hamm. Und betont, was sicher nicht jeder weiß: „ Wer fährt, tut das auf eigene Gefahr. Er ist selbst schuld, wenn was passiert.“

Dieser Fall tritt am Donnerstag zwischen 9.54 und 10.36 Uhr zum Glück nicht ein – trotz kollektiver Wendemanöver bei gleichzeitigem Nachschub von hinten und einiger Rotlicht-Ignoranten.

Die Sperr-Ursache erweist sich dann auch nicht als Ernstfall. „Es war ein kleiner Systemfehler in der Programmierung“, erklärt Straßen.NRW-Sprecher Miglietti auf Anfrage dieser Zeitung, findet aber mit Blick auf die Sicherheit: „Lieber einmal zu viel sperren als einmal zu wenig.“.

Lügdes Emmerauentunnel wird bekanntlich durch ein Computersystem geregelt. Ploppt da irgendwo ein Fehler auf, dann löst sowohl vor Ort als auch in der Leitzentrale in Hamm ein Alarm aus. „Das Bild wird hier sofort aufgeschaltet und wir informieren die Wartungsfirma“, erklärt Miglietti weiter. Während der Lügder Polizeibeamte Hartmann, ebenfalls in telefonischem Kontakt mit den Fachleuten in Hamm, zwecks Sichtprüfung durch den Tunnel fuhr, behob ein Fachmann den Programmierfehler.

Regulär gibt es im Tunnel fünf Wartungen pro Jahr, davon zwei mit Vollsperrung. Eine Reparatursperrung außer der Reihe wird die Technikpanne laut Miglietti nicht nach sich ziehen. Demnach dürfte es bei der nächsten regulären Tunnel-Wartung bleiben. Sie ist für Freitag, 25. Oktober, terminiert.



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