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Lügdes Mitfahrbänke sind erkennbar

Wer sich draufsetzt, will weg

LÜGDE. Stell Dir vor, in der Osterräderstadt und einigen ihrer Ortsteile stehen „Mitfahrbänke“ – aber keiner weiß um ihren Sinn, weil nicht einmal ein Schild darauf hinweist? Bis vor Kurzem war genau das in Lügde, Elbrinxen, Sabbenhausen und Rischenau der Fall. Jetzt zeigen Schilder an, wozu die Sitzmöbel gut sind.

veröffentlicht am 28.08.2017 um 22:04 Uhr

Wer Richtung Südstadt will, kann auf der stadtauswärts platzierten Mitfahrbank an der Höxterstraße Platz nehmen. Foto: Nasse/Stadt Lügde
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Seit März stehen die rot-blau gestrichenen Sitzgelegenheiten zwar an insgesamt sechs Standorten. Aber ihr Zweck erschloss sich nicht. Und so mancher frotzelte darüber, wer sich das wohl ausgedacht hatte: zum Beispiel direkt neben die Bushaltestelle am Elbrinxer Schäferberg noch eine Bank zu stellen.

Seit ein paar Tagen sind die Sitzmöbel nun mit Schildern an den Rückenlehnen als Mitfahrbänke ausgewiesen. Während andernorts mit Schilderbäumen gearbeitet wird, an denen das gewünschte Fahrziel eingestellt werden kann, hat sich die Stadt für die unaufwändigste Methode der Beschriftung entschieden. Die können aufmerksame Autofahrer jetzt im Vorbeifahren erkennen – falls nicht gerade jemand in der Bankmitte vor dem Schild sitzt.

Das Prinzip der Mitfahrbänke ist simpel: Sie sind so etwas wie eine auch seniorentaugliche Variante des Trampens. Statt mit erhobenem Daumen am Straßenrand zu stehen, können Menschen ohne Auto, Führerschein oder die passende Busverbindung dort auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Wer sich auf die markierten Möbel setzt, zeigt freundlichen Menschen hinterm Steuer vorbeifahrender Autos: „Ich möchte mit!“

„Autofahrer, die die Bank passieren, sehen die oder den Interessenten und können entscheiden, ob sie eine Mitfahrgelegenheit anbieten“, erklärt Carolin Nasse aus der Touristinfo, die sich nun auch des Bank-Marketings angenommen hat. Die Standorte der Bänke sind übrigens so gewählt, dass ein problemloses Anhalten für die Autofahrer gewährleistet ist.

Die Idee zu den Mitfahrbänken hatte in Lügde Ende 2015 FWG-Ratsherr Hubert Klenner. Nach der Lektüre eines PN-Artikels über die Mitfahrbank-Initiative im Hameln-Pyrmonter Ostkreis fand er: „Gerade in unserer Region, in der zu den Ortsteilen eine recht schwache Infrastruktur der Öffis vorhanden ist, wäre es eine Alternative Menschen mobiler zu machen.“

„Das Charmante an der Mitfahrbank ist, dass die Bank an sich niemals eine Fehlinvestition sein kann“, erklärt die Erfinderin der Mitfahrbänke, Ursula Berrens vom rheinland-pfälzischen Caritasverband Westeifel. Allerdings sei die Mitfahrbank kein Massenverkehrsmittel, schränkt Berrens ein. Sie führe aber mitunter dazu, dass sich Menschen für die nächste gemeinsame Fahrt verabreden. Das wäre durchaus auch in Hubert Klenners Sinn. Denn er sah in der Initiative auch die Chance, die Ortsteile zusammenzubringen.



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