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Premiere: Holger Buschs neues Krimispiel

Wer hat den Dreckskerl gekillt?

Lügde. Ein Mordopfer, festgezurrt ausgerechnet am Lügder Osterkreuz – eine grauenhafte Vorstellung. Doch genau dieses Horror-Szenario markiert die Ausgangssituation in Holger Buschs jüngstem Krimispiel. Allem makabren Anschein zum Trotz: Wer mitmacht, soll Spaß haben. „Die Leiche am Osterberg“ ist übrigens Buschs erstes Krimispiel mit ein- bis zweideutigem Lügde-Bezug.

veröffentlicht am 31.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:19 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Monatelang hatte der Lügder Sozialpädagoge am Handlungsgeflecht der Rätselgeschichte getüftelt. Jetzt fand die Premiere bei einem offenen Krimispiel-Dinner mit Vier-Gänge Menü im Hotel „Sonnenhof“ statt.

Die diskret verfremdeten und mitunter auch mal sehr pointierten Anspielungen auf reale Animositäten im Vereinsleben oder der Politik der Osterräderstadt dürften aber nur die Wenigsten der 40 Teilnehmer zu würdigen gewusst haben. Denn das Gros der zahlenden Gäste waren bei der Premiere Auswärtige.

Doch gerade mancher Lügder könnte vielleicht Spaß an den Hinweisen, die Buschs Mitarbeiterinnen Melanie Brankov-Stein und Kristine Paskarbeit während des Spiels zur Lösung des Mordfalles einstreuen. So lässt Autor Busch die frei erfundenen „Lügder Nachrichten“ über eine Unterschriftensammlung ausgerechnet gegen den Osterräderlauf spekulieren – was den Kritiker des späteren Mordopfers doch sehr verdächtig macht. Der Tote entpuppt sich zunehmend als zu Lebzeiten ziemlicher Dreckskerl, der möglicherweise sogar einem befreundeten Tiermediziner wertvolles Pferdesperma aus der Kühlbox gekaut hat und obendrein laut einem Leserbrief in der Phantasie-Zeitung örtliche Politiker geschmiert haben soll, damit sich kein Protest regt gegen das geplante naturzerstörerische Pumpspeicherkraftwerk im Lügder Naherholungsgebiet Mörth.

Leicht zu erkennen: Autor Busch hat hier Lügder Lokalkolorit mit einer kräftigen Prise Phantasie kombiniert. Und die Teilnehmer haben ihren Spaß. „Wir wollten einfach mal wieder einen schönen Abend zusammen verbringen“, erzählt eine Frau, die ihre Freundin zu dem Event eingeladen hat. Den gleichen Impuls hatten auch zwei befreundete Paare am selben Tisch. Bisher haben sie andernorts nur Krimi-Dinner mit Schauspielern besucht. Aber dass sie hier die im Sitzen Handelnden sind, finden sie auch amüsant. Und sie beherzigen gern Melanie Brankov-Steins Appell: „Fragen Sie sich gegenseitig aus! Seien Sie kreativ!“ Die Frage, ob ein Tatverdächtiger auch lügen darf, quittiert sie mit einem fröhlichen: „Sich herausreden wäre angebracht.“

Und ihr Service ist perfekt: Wer seine Lesehilfe zur Lektüre der Charakterbeschreibung vergessen hat, braucht nicht zur Lupe zu greifen. Es werden auch Brillen verteilt.

Und wären die Teilnehmer sich gegenseitig verhören, wird über mögliche Mordmotive gegrübelt. Sätze wie „Ich würde dafür keinen umbringen“ sind mehrfach zu hören. Fakt ist jedenfalls: Die Ränkespiele verderben an diesem Abend keinem den Appetit. Und weder die Hobby-Ermittler noch die Mörder-Mimen gehen einander an die Gurgel. Mancher muss sich allerdings zusammennehmen. Wer zum Beispiel losprustet, wenn er den anderen als möglicher Mörder gilt, macht sich sehr verdächtig.

Dass die Lösung gar nicht so einfach ist, erweist nicht nach drei Stunden: „Wir haben unsere Ermittlungen vorläufig eingestellt“, vermelden die Spieler an Tisch eins. Andere wieder haben Ideen für die Lösung. Aber es sind nicht überall dieselben.

Ein fröhliches Trio aus Elbrinxen ist übrigens auch unter den Teilnehmern. Friederike Klinge, Sandra Rissiek und Steffi Sulejmani finden hinterher übereinstimmend. „Das war ein witziger Abend und eine Super-Handlung!“

Die Knarre auf dem Dinner-Tisch ist nur Deko. Denn beim Krimispiel „Die Leiche am Osterberg“ ist mehr Kombinationsvermögen als Gewalt gefragt. Melanie Brankov-Stein (hinten) schaut hin und wieder vorbei und erkundigt sich nach dem Ermittlungsstand. jl



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