weather-image
33°
Besuch in Elbrinxens Rettungswache

„Wenn’s piept, sind wir weg“

ELBRINXEN. Plötzlich geht alles ganz schnell: Bei einer Tasse Kaffee sitzen Meik Grawe und Tobias Piwkowski mit ihren Besuchern gerade in der Elbrinxer Rettungswache zusammen, da schlägt der Pieper Alarm. Zum Abschied bleibt den beiden Rettungsassistenten keine Zeit. Sie müssen los.

veröffentlicht am 22.12.2017 um 22:58 Uhr

Schluss mit lustig, jetzt zählen Sekunden: Meik Grawe und Tobias Piwkowski müssen zum Einsatz. Der Bürgermeister winkt noch schnell zum Abschied. Foto: jl
Juliane Lehmann

Autor

Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Im Stakkato nehmen sie die Treppenstufen aus dem ersten Stock hinunter. Dann geht es durch die Tür in den Fahrzeugraum. Hier besteigen die Männer ihren Rettungswagen. Und während das Rolltor hoch hochfährt, lässt Grawe schon den Motor an und das Fahrzeug zügig aus der Garage rollen. Derweil erfahren sie von der Leitstelle das Einsatzziel. Kurz vor dem Linksabbiegen auf die Untere Dorfstraße schalten sie Blaulicht und Martinshorn zu. Lügdes Bürgermeister Heinz Reker, der den beiden jungen Männern hinterhergeeilt ist, kommt da gerade noch zu einem kurzen Winken.

Unvorbereitet auf den Einsatz war allerdings niemand. Grawe und Piwkowski hatten schon gleich nach der Begrüßung gesagt: „Wenn’s piept, sind wir weg.“ Die Zeit vorher nutzten Reker und vor allem zwei Vertreter des Kreises Lippes, um die Arbeit der Rettungsassistenten und ihrer sechs Kollegen sowie einer Kollegin (davon zwei ein Rettungs- und zwei Notfallsanitäter sowie vier weitere Assistenten) bei einer Tasse Kaffee im Aufenthaltsraum zu würdigen. Wissend, dass die Rettungs-Crews zu jenen zählen, die rund um die Uhr einsatzbereit sind. Für Schwerkranke und Unfallopfer sind sie oft die letzte Rettung. Auch an den kommenden Feiertagen.

Elbrinxen war am Freitag eine von 14 Rettungswachen in Lippe, in denen Jörg Düning-Gast aus dem Vorstand der Kreisverwaltung und sein unter anderem für die Regie des Rettungsdienstes verantwortlicher Bevölkerungsschützer Meinolf Haase vorbeischauten. In den Wachen sind 211 Männer und Frauen im Einsatz – davon 111 Kreis-eigene Beschäftigte sowie 100 Johanniter-, Malteser- und Feuerwehr-Mitarbeiter.

Als Mitbringsel und zum symbolischen Dank brachten die Besucher vom Kreis ein Pfund Kaffee und eine Riesentafel „Merci“-Schokolade mit nach Elbrinxen. Und auch Heinz Reker überreichte den Sanis eine Tüte mit einigen Leckereien von der Stadt.

Die Nervennahrung können die Sanis gut gebrauchen. Pro Jahr fahren sie im Durchschnitt 1400 Einsätze. Tendenz steigend. Der wachsende Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung schlägt sich auch im Bedarfsplan für den Rettungsdienst nieder. Und die Retter in Lippe schaffen es in der Regel schnell zu ihren Einsatzorten. Länger als 12 Minuten sollte das in Nordrhein-Westfalen nicht dauern. In 93 Prozent aller Fälle halten die Rettungswagen-Besatzungen diese Vorgabe ein. Bei den zurückzulegenden Distanzen allein innerhalb Lügdes ist das ein recht guter Schnitt.

Die Zahl der Einsätze schwankt zwar. Es gibt auch ruhige 12-Stunden-Schichten mit nur wenigen Anforderungen. Und doch, selbst, wenn alle Abrechnungen geschrieben und der Rettungswagen desinfiziert sind – die Anspannung ist immer da. „Es kann ja jeden Moment losgehen. Und niemand weiß, was einen vor Ort erwartet“, sagt Meinolf Haase. Wie sich das anfühlt, weiß er aus seiner eigenen Zeit auf dem RTW.

Und was wird, wenn der Mietvertrag mit dem Kreis für die Wache neben Elbrinxens Marktscheine 2021 ausläuft? Und wenn saniert und wohl auch umgebaut werden muss? Bürgermeister Reker macht den Lügder Standpunkt in dieser Frage ganz deutlich: „Für uns ist es wichtig, dass die Rettungswache auch danach an dieser Stelle bleibt.“

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare