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Trio „Ars Vitalis“ paart Nonsens und Virtuosität zu einer einzigartigen Performance im Kloster

Wenn Tacker und Tesafilm die Musik machen

Lügde. Für ein Jubiläum soll’s schon etwas Besonderes sein. Und so hatten das Kulturbüro OWL und die Kolpingfamilie zum zehnjährigen Bestehen ihrer Kultur-Beziehung drei Wiederholungstäter eingeladen, die vor fünf Jahren schon einmal die Kleinkunst im Kloster gewaltig aufmischten. ,,Ars Vitalis“ nennt sich das skurrile Trio, das auch diesmal wieder für wahnwitzigen Spaß sorgte.

veröffentlicht am 02.11.2010 um 18:18 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:41 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Alles an den drei verschrobenen Herren mittleren Alters ist ungewöhnlich. Jeder für sich ist ein bemerkenswerter Typ, aber zusammen sind sie unschlagbar. Der grimmig aussehende Herr mit Sonnenbrille, Klaus de Huber, der mit seinem Teddy französisch palavert, Peter Wilmanns mit dem fusseligen Langhaar und den erstaunten Kinderaugen, und der elegante, noch am ehesten „normal“ wirkende Buddy Sacher – sie alle sind exzellente Jazz-Musiker, die jeweils mehrere Instrumente beherrschen und auf jedem souverän spielen, selbst wenn Huber mit zwei Handfegern über das Schlagzeug wedelt oder Sacher sein Saxophon manchmal auch als Krückstock verwendet. Einzigartig ist das Holz-Saxo, das er erst zur Zugabe benutzt.

Doch neben diesen Instrumenten wird alles Mögliche zur Erzeugung von Geräuschen herangezogen. Wenn Wilmanns eine Rolle Klebefilm quietschend abzieht, wenn Sacher sein Mikro zutackert und mit Plastik-Wasserflaschen malträtiert, hört sich das ganz schön schräg an. Wie gesagt, die drei machen tolle Musik, spielen einen traumhaft schönen Blues, einen spritzigen Tango oder fetzigen Jazz, und sie überraschen damit immer wieder aufs Neue, nachdem sie gerade wieder mal ihren siebten Sinn für Blödsinn bis aufs Äußerste strapaziert haben. Sicher ist das zunächst gewöhnungsbedürftig und wird manchmal ein bisschen in die Länge gezogen, aber auch das können die drei sich leisten, ohne dass es nervig wirkt. Ihr Motto „Ein Tag wie aus einem Ei“ ist typisch für den verbalen Nonsens, den sie verzapfen.

Der Vierte im Bunde ist ihr Teddybär, der schon zu Anfang in der verklecksten Kulisse sitzt, später im Eifer des Gefechtes amputiert wird, bis zum Finale das Bärenbein Hubers Stirnband schmückt und seine Frage „Was bleibt von heute Abend hängen?“ irgendwie beantwortet. Doch nach einem tieferen Sinn zu suchen, wäre absurd: Quatsch in Reinkultur, auch das will gekonnt sein!

Unernste Hommage an den „Buena Vista Social Club“: Klaus de Huber, Peter Wilmanns und Buddy Sacher könnten auch locker ein Altherren-Orchester aus Havanna sein, wie sie in ihrer Zugabe zeigten.

Foto: jl

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