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St.-Marien-Gemeinde braucht Geld zur Reinigung ihrer Orgel

Wenn schwarze Schmiere den Pfeifenklang versaut

Lügde (jl). „Es klingt noch nicht so schlimm, dass einem die Fußnägel hochklappen“, sagt Günter Ostermann. Und doch hört der Organist der katholischen St.-Marien-Gemeinde in Lügde sehr wohl, dass vor allem die hohen Töne der Kirchenorgel nicht mehr ganz sauber kommen.

veröffentlicht am 21.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 20:21 Uhr

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Die Ursache liegt auf der Hand: Erklettert der 61-Jährige das Innere des Instrumentes und streicht über die Pfeifen, dann sind seine Finger schwarz. Deshalb hat der Kirchenvorstand beschlossen, dass die Orgel noch in diesem Jahr gründlich gereinigt und gestimmt werden soll. 20 Jahre nach der letzten Überholung ist das nötig, „weil sonst die Schäden irreparabel werden“, hat sich Pfarrer Peter Hellersberg vom Orgelbausachverständigen der Diözese Paderborn sagen lassen. „Das ist kein Luxus, sondern notwendig – und wird jetzt billiger, als wenn wir noch lange damit warten würden“, sagt der Geistliche. Und Michael Ernst, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands, sieht das genauso: „Das ist wie beim Auto: Ohne Inspektion geht es irgendwann kaputt.“

Doch die Reinigung wird nicht billig. Der Pfarrer rechnet mit rund 22 000 Euro Kosten. Deshalb wird es auch nichts mit einem Frühjahrsputz der Orgel. „Wir planen das für die Zeit nach den Sommerferien“, sagt Hellersberg, „auch, weil wir jetzt noch nicht das Geld haben.“

Das muss und will die Gemeinde bei privaten Spendern sammeln. Tröstlich immerhin: Die erhofften Sponsoren müssen nicht die ganze Summe stemmen, sondern nur rund 11 000 Euro. Den Rest steuert das Erzbistum Paderborn bei. Und der Pastor ist sicher, dass sich die Ausgabe nicht nur für die regelmäßigen Kirchgänger bezahlt macht: „Auch vielen anderen Menschen ist es wichtig, dass hier nicht nur eine Quetschkommode steht“, glaubt er.

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Wie das Instrument so verschmutzen konnte: Wie jeder Raum, so ist selbst die sauberste Kirche nicht staubfrei. Die Kleinstpartikel werden durch die Heizungsluft aufgewirbelt – und schließlich vom Motor der Orgel angesogen. Den schmierigen Belag vor allem im Innern der rund 2300 Orgelpfeifen können nur Profis entfernen. Dazu müssen die Orgelbauer das empfindliche Instrument demontieren und seine Einzelteile so vorsichtig wie gründlich reinigen, denen von draußen ins Gotteshaus getragener Staub und Kerzenruß zugesetzt haben.

Etwa einen Monat lang dürfte die Überholung dauern. Ganz ohne Musik werden die Kirchgänger deshalb aber nicht auskommen müssen. „Der Orgelbauer stellt uns eventuell ein Harmonium“, sagt Pfarrer Hellersberg.

Bis es aber soweit ist, wollen sich Kirchenvorstand und Gemeinderat nun Aktionen überlegen, um an Geld zu kommen. Im Gespräch sind bisher ein Benefizkonzert und einige Kollekten.

Günter Ostermann im Innern der Orgel: Rund 2300 Pfeifen müssen gereinigt und gestimmt werden, damit das empfindliche Instrument wieder richtig schön klingt.

St.-Marien-Organist Günter Ostermann an der Orgel der katholischen Kirche. Um das Instrument reinigen lassen zu können, bevor irreparable Schäden entstehen, muss die Gemeinde jetzt rund 11 000 Euro auftreiben. Fotos: jl



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