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Ensemble feiert am 4. März Premiere mit der verrückten Posse „Einer spinnt immer“

Wenn die Dorfbühne trocken probt

Elbrinxen. „Haltet bitte euren Dialog. Ruhe auf den Plätzen – und los geht’s.“ Katrin Buhr sitzt in der ersten Reihe des noch leeren Theatersaales in der Marktscheune. Vor ihr liegt das 64-seitige Drehbuch zur verrückten Posse „Einer spinnt immer“ von Wilfried Reinehr. Unaufgeregt, aber voll konzentriert blättert sie als Regisseurin darin, sucht die zu spielende Passage. Hektik kommt bei ihr zumindest äußerlich nicht auf, vielmehr strahlt sie Ruhe und Zuversicht aus. Ingrid Golinski und Bärbel Köster betreten die Bühne, sprechen ihre Texte einwandfrei. Kleine Änderungen in der Betonung werden angemahnt. „Stellt euch bitte hinter den Tisch und alles bitte noch einmal. Dabei nehmt den Ottfried in die Mitte und spielt trocken“, so Buhr und erntet Gelächter von der übrigen Crew. Der Grund: Heiner Janetzko spielt den Ottfried Ofenloch, doch der ist noch nicht da und so wird einfach ohne ihn die Szene geprobt, quasi trocken.

veröffentlicht am 18.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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„So ganz trocken ist es bei uns eigentlich nie“, flüstert Friedel Kopei und bekommt von seinen Mitspielern anerkennendes Nicken. Hier ein Gläschen Wein, dort eine kühle Flasche Bier, aber natürlich ist auch Alkoholfreies bei den regelmäßigen Probeabenden im Angebot. Er ist seit den ersten Gehversuchen der Dorfbühne im Jahr 1984 mit dabei. Schon in den 60er Jahren hatte er Spaß am Laienspiel, damals habe der Gesangverein zum Theaterspielen eingeladen. Mit Helga Schäfsmeier, Claudia Haupt und Detlef von der Heide spielte er vor rund 30 Jahren das erste Mal für den Heimat- und Verkehrsverein. „Das ist mit heute aber überhaupt nicht mehr vergleichbar“, freut sich Friedel Kopei über die tolle Entwicklung „seiner“ Truppe. Früher tingelte man mit den Bühnenelementen von Ort zu Ort, spielte auf Sälen oder auch mal in einem richtigen Konzerthaus. Doch jetzt gibt es die schnuckelige Marktscheune mit insgesamt 172 Plätzen. Dazu eine Bühne mit einer ständig erweiterten und verbesserten Technik. Seit September haben sich die elf Darsteller mit Katrin Buhr und Doris Falke als Regisseure vor und hinter den Kulissen regelmäßig getroffen. Zunächst wurde das passende Stück ausgesucht, dann haben sich alle „lose eingelesen“. Nachdem die einzelnen Charaktere ihren Rollen zugeordnet wurden und sich das Team nach und nach zu einer Einheit geformt hat, beginnt jetzt der Feinschliff. „Es funktioniert schon gut. Doch wir alle wissen, dass wir jetzt Gas geben müssen, notfalls proben wir viermal die Woche“, so Katrin Buhr. Schließlich habe man an sich hohe Anforderungen, da wird an sich selbst Kritik geäußert, da wird selbst das ohnehin tolle Bühnenoutfit verbessert. Sie seien es ihrem treuen Publikum letztlich auch schuldig. Und dass das Laienspiel in Elbrinxen viele treue Anhänger hat, konnte schon bejubelt werden. Innerhalb weniger Stunden waren bis auf ein Restkontingent (zur Premiere am 4. März gibt es noch 40 Karten) alle fünf Veranstaltungen ausverkauft. „800 Karten gingen weg wie warme Semmel. Wir haben vier Busanmeldungen dabei“, war nicht nur Ingrid Golsinski sprachlos. Möglicherweise wird noch im März eine sechste Veranstaltung angeboten. Ansonsten tritt die Dorfbühne im Herbst erneut auf. Zum Ensemble gehören Heinz Hagemeyer, Bärbel Köster, Friedel Kopei, Alex und Klaus Zumhasch, Ingrid Golinski, Heiner Janetzko, Stefanie Sulejmani, Reinhild und Justin Blum sowie Friederike Klinge. heb

Seit der Gründung der Dorfbühne ist Friedel Kopei (li.) dabei und hat auch dieses Mal wieder eine tragende Rolle. Reinhild Blum begeisterte am Silvesterabend als Miss Sophie und ist erneut im Team. Katrin Buhr führt Regie.

Foto: heb



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