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Was „Wasser im Fluss“ bewirkt

Wenn der Bach wieder richtig fließen darf

Rischenau / Detmold. Lange Zeit floss Rischenaus Schmiedebach über weite Strecken im Verborgenen, denn früher suchte man die Gewässer möglichst verrohrt in Schach zu halten. Naturnähe war nicht gewollt. Heute ist das anders. Da wird versucht, auch kleine Bäche wieder freizulegen, damit kleinste Tierchen sich darin wohlfühlen – was letztlich auch der Wasserqualität und damit den Menschen zugute kommt. „Weil die lippischen Bäche auch immer wieder einmal trockenfallen, sind das hier zum Beispiel Wasserflöhe und Eintagsfliegen“, erklärt Janes Vespermann. Der Leiter des Projekts „Wasser im Fluss“ hat den Einsatz in Rischenau begleitet.

veröffentlicht am 08.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 23:41 Uhr

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„Wegen der Besiedlung kann man hier zwar nicht weite Strecken renaturieren“, sagt er. „Aber wir haben den Bach an einigen Privatgrundstücken offengelegt, eine flache Sohle ausgegraben und Steine eingebracht.“ Dürfe sich das Wasser wieder in seinem alten Bett bewegen, dann fließe es langsamer – mit positivem Effekt auch bei Hochwasser.

Erledigt haben diese Arbeiten ein halbes Dutzend Männer im Rahmen eines Beschäftigungsprojekts. Die Kosten etwa für Personal und Maschinen teilen sich das Land NRW (80 Prozent, aus der Abwasserabgabe) und die Kommune (20 Prozent). Die 1,20 bis 1,80 Euro Stundenlohn der erwerbslosen „Ein-Euro-Jobber“ und Bürgerarbeiter zahlen das Jobcenter beziehungsweise der europäische Sozialfonds. Lippe-weit bietet das Projekt – außer den Hauptamtlichen – fünf Bürgerarbeiter-Stellen über drei Jahre und zehn Arbeitsgelegenheiten für je sechs Monate. Was die gemeinnützige Arbeit ausmache: „Die Männer arbeiten von Anfang bis Ende auf einer Baustelle und können dann sehen, was sie geschafft haben“, sagt Vespermann. Das seit acht Jahren in verschiedenen Orten des Kreises laufende Projekt biete jungen Menschen die Möglichkeit, erste Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt zu sammeln und die eigene Sozialkompetenz zu stärken. Ältere Teilnehmer profitierten von der fachlichen und pädagogischen Begleitung, sicherten ihre Beschäftigungsfähigkeit und lernten neue Arbeitsfelder kennen, heißt es dazu in einer Information des Kreises Lippe.

Die Macher des Projekts vom Kreis Lippe und der Arbeitsgemeinschaft Arbeit (AGA), einer gemeinnützigen Gesellschaft, haben es indes geschafft, die Bezirksregierung vom positiven Effekt der Renaturierungsarbeiten zu überzeugen: Die Detmolder fördern die Beschäftigungsmaßnahme auch weiterhin. Den Zuwendungsbescheid in Höhe von 1,4 Millionen Euro überreichte Regierungsvizepräsident Bernd Wesemeyer jetzt, bei der achten Konferenz zum Thema „Lebendige Gewässer in Ostwestfalen-Lippe“, an Berthold Lockstedt, der beim Kreis Lippe das Amt für Wasserwirtschaft leitet.

Bernd Wesemeyer (li.) übergibt den Zuwendungsbescheid über 1,4 Millionen Euro an Berthold Lockstedt.

„Die Bezirksregierung begrüßt die Aktivität des Gewässerentwicklungsprojektes und unterstützt gern dessen Arbeit“, sagte Wesemeyer bei der Übergabe des Bewilligungsbescheides. „Solche Maßnahmen sind notwendig und sinnvoll“, findet er – und hofft, dass die Bürger das auch so sehen. Nicht zuletzt sei der Gewässerschutz in der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie fest verankert. jl/red



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