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Pläne für Fischlehrpark im Emmerauenpark werden konkret

Was schwimmt eigentlich in der Emmer?

LÜGDE. Die Gemeinschaft für Fischerei und Naturschutz Lügde feiert im August ihr 50-jähriges Bestehen. Der Vorstand des Vereins hatte deshalb überlegt, etwas Dauerhaftes in seinem Revier zu schaffen und sich für einen Fischlehrpfad entschieden. Bestärkt wurde der frühere Angelverein in seiner Initiative durch positive Rückmeldungen aus den Schulen und Kitas Lügdes und Bad Pyrmonts.

veröffentlicht am 12.06.2018 um 20:14 Uhr

Ein Musterexemplar einer Info-Tafel für den künftigen Fischlehrpfad wurde von den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planen und Bauen (hier Sven Heier, CDU) in Augenschein genommen und für gut befunden. foto: afk

Autor:

Joachim Krause
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Zudem wird der Kreis Lippe dafür die Schirmherrschaft übernehmen. Rund 12 000 Euro soll dieser spezielle Info-Weg kosten, dessen Konzeption jetzt erstmals öffentlich im Bauausschuss vom Vorsitzenden Klaus-Dieter Zumhasch vorgestellt wurde.

„Was über der Wasseroberfläche der Emmer los ist, sieht man. Was da unter Wasser passiert, ist aber so hochinteressant, dass man es den Menschen zeigen sollte“, erklärte Zumhasch die Idee des Vorstands. Dieser Pfad wird aus insgesamt 16 Informationstafeln bestehen, die in Zweiergruppen entlang des Weges am Fluss zwischen dem Eingang zum Emmerauenpark am Brückentor und dem Sportplatzareal aufgestellt werden.

Beim Einstieg erfahren interessierte Besucher zunächst etwas über die Geschichte, die Geografie, den Aufbau eines Mittelgebirgsflusses und die Entwicklung der Emmer, die schon 1881 in der Literatur als eines der schönsten Salmonidengewässer in Deutschland gepriesen wurde. „Es gab Zeiten, da wurde aufgrund eines Überangebots an Äschen überlegt, diese abzufischen“, berichtete Zumhasch. 100 Jahre später aber änderte sich das, als sich durch den Bau des Schiedersees und die Überdüngung der Äcker und die extensive Viehhaltung die Wasserqualität im Unterlauf deutlich verschlechterte.

Der Angelverein, der sich später in Gemeinschaft für Naturschutz und Fischerei umbenannte, hatte durch seinen Einsatz auch auf politischen Ebenen großen Anteil daran, dass letztlich eine Umflut am See gebaut wurde. „Auch in der Landwirtschaft hat ein Umdenken stattgefunden“, stellt Zumhasch fest, warnt aber vor viel Optimismus: „Was in 30 Jahren kaputt gegangen ist, wird sich nicht so schnell verbessern. Es wird Jahre brauchen, bis die Emmer wieder die frühere Wasserqualität erhält.“ Umso wichtiger ist es, so meint der Lügder Naturschutzverein, hier Aufklärung zu betreiben und auf die Bedeutung des Gewässers als Lebensraum hinzuweisen.

Was da unter dem Wasserspiegel an Fischen und Fischnährtieren schwimmt, das werden diese mit Solarelementen zur Beleuchtung ausgestatteten, 60 mal 35 Zentimeter großen Schautafeln zeigen. Der Fluss wartet mit einem vielseitigen Fischbesatz von Aalen und Äschen, Barschen, Forellen und anderem auf, die für ein Mittelgebirgsgewässer typisch sind.

Aber auch jene gefiederten Freunde, die sich von den Emmerfischen ernähren (wie zum Beispiel Reiher, Kormorane, Eisvögel etc.) werden vorgestellt. Alle Bilder sind von Spezialisten gemalt und werden als Hinterglasbilder in etwa 1,50 Meter Höhe angebracht.

Die Einrichtung des Fischlehrpfades übernimmt der Lügder Verein wie auch dessen Unterhaltung. „Wir haben uns um Sponsoren gekümmert, so dass auf die Stadt keinerlei Kosten zukommen“, versicherte Klaus-Dieter Zumhasch. Beim Aufbau der Tafeln wird der städtische Bauhof unterstützen, sagte Fachbereichsleiter Gregor Günnewich zu. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen lobte die ehrenamtliche Initiative und zeigte sich vollends zufrieden, als versichert wurde, dass dem Wunsch, den Emmerauenpark nicht mit einem Schilderwald zuzupflastern, durch die sensible Anordnung der Infotafeln in Zweiergruppen Rechnung getragen wird. Offiziell eröffnet wird der Fischlehrpfad zum Vereinsjubiläum am 31. August.

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