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Nutzenswerte Immobilie oder Fass ohne Boden – Elbrinxer diskutieren über Teil der Restschule

„Was machen wir mit dem Platz?“

Elbrinxen. „Sein oder nicht sein?“ So philosophisch sehen manche Elbrinxer die Frage, ob ein Teil ihrer im Sommer endgültig geschlossenen Grundschule abgerissen oder in Eigenregie erhalten, saniert und weitergeführt werden soll. In einer von der „Elbrinxer Diskussionsrunde“ aus Vertretern aller ortsansässigen Vereine und Ratsmitglieder angesetzten Aussprache war am Mittwochabend jeder aufgefordert, „frei von Emotionen und sachlich seine Argumente vorzutragen“, wie Ortsbürgermeister Hermann Wenneker (CDU) betonte. Er führte auch ins Thema ein: „Während die Stadt Lügde Turnhalle, Toiletten und die drei Klassenräume erhalten will, sieht sie für Verwaltungstrakt, Pausenraum und Versorgungskeller keinen Bedarf und will diesen entweder abreißen oder abtreten.“

veröffentlicht am 20.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 21:41 Uhr

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Autor:

Carlhermann Schmitt
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Die Ratsherren Thorsten Klinge (CDU) und Bertram Wegner (FWG) machten auch deutlich, dass die Stadt bereit wäre, die anfallenden Abrisskosten von rund 40 000 Euro dem neuen Besitzer geben – und zwar auch ohne Abriss. Darüber hinaus würde sie sich aber nicht weiter engagieren.

Elbrinxens TSV-Vorsitzender Wolfgang Siefert führte die Besucher sogar in die Geschichte des von einem Förderverein unterhaltenen Freibads und des 1966 fertiggestellten Schulgebäudes ein, um dessen Bedeutung für den Ort herauszustellen. Und auch Walter Brand verwies auf früher: „Da wären wir froh gewesen, wenn wir solche Räume gehabt hätten.“ Detlev von der Heide befand indes, er sei es nicht gewohnt, dass die Elbrinxer den Kopf in den Sand steckten. Sein Schreckensbild: „Wenn wir hier aufgeben, weiß ich nicht, wo wir später wegschauen werden.“

Ums Wegschauen ging es an diesem Abend allerdings nicht. Im Gegenteil: Es wurde ein Sanierungsaufwand von grob geschätzten rund 180 000 Euro gehandelt. Thorsten Klinge zeigte auf, dass das Dach repariert werden müsse, dass es neue Fenster brauche und die Elektrik modernisiert werden müsse. Da auch laufende Kosten von mehreren Tausend Euro für Strom, Wasser, Heizung aufgebracht werden müssten, befürchtete Ortsbürgermeister Wenneker, dass in diesem Gebäude dann Mittel gebunden würden, die andernorts vielleicht sinniger einzusetzen wären.

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Um eine mögliche Nutzung der Räume ging es allerdings nicht. Es wurde nur allgemein darauf hingewiesen, dass es nicht darauf hinauslaufen dürfe, den Gaststätten Konkurrenz zu machen und ihnen damit die Lebensgrundlage zu entziehen.

Und ob ein Gesangverein in einer Gaststätte probt und dort mehr fürs Getränk bezahlt oder in der sanierten Grundschule einen Obolus für Heizung und Miete entrichten muss, schien manchem „gehupft wie gesprungen“ – und im zweiten Fall eben auch ein Nachteil für den Gastronomen. So erinnerte sich Paul Köster, dass während der vergangenen 40 Jahre kein Mensch solche Räume in Elbrinxen vermisst habe. Und Sebastian Gehle ging noch einen Schritt weiter: „Die wird auch zukünftig keiner vermissen, das ist ein 60er-Jahre-Bau.“ Das sei ein Fass ohne Boden, und so gelte es eher dem Ansatz zu folgen: „Was machen wir mit dem Platz, wenn das Gebäude da weg ist?“

Eine Besucherin ging indes mit der Stadt ins Gericht: „Jetzt, wo alles kaputt ist, sollen wir den Schrotthaufen kriegen“, fand sie. „Es ist doch Quatsch, die Kosten in den Vordergrund zu stellen. Damit hat man doch schon alle Jugendlichen vergrault, die sich des Objekts gerne annehmen würden.“

Diesem Standpunkt pflichtete Lügdes stellvertretender Bürgermeister Joachim Krause (SPD) bei: „Man sollte wirklich überlegen, was dieser Gebäudeteil wert ist, und zwar losgelöst von sämtlichen Kosten. Denn Geld erschlägt jede Form von Kreativität.“

TSV-Chef Siefert, der durch den Abend führte, erklärte, dass die Stadtverwaltung die Elbrinxer keinesfalls unter Druck setzen wolle. „Wir können uns also Zeit lassen, Konzepte zu finden.“ Die Stadt habe in Aussicht gestellt, den Trakt auch winterdicht zu machen. „So können wir im nächsten Jahr, wenn die ‚Elbrinxer Diskussionsrunde‘ wieder zusammenkommt, vielleicht schon die eine oder andere Rückmeldung aus dem Ort diskutieren.“

Viele Elbrinxer wollen wissen, was aus dem Rest der ehemaligen Grundschule in ihrem Dorf werden soll. yt



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