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Berufsimker Beverung gewährt Einblicke

Was machen die Bienen im Winter?

Rischenau. Bären halten Winterschlaf, Frösche frieren auf dem Grund eines Teiches ein, aber was machen eigentlich die Bienen im Winter? „Die bleiben wach“, erklärt Berufsimker Klaus Beverung aus Rischenau. Honigbienen bilden mehrjährige Völker, die gemeinsam in einem Bienenstock überwintern.

veröffentlicht am 03.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 19:41 Uhr

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Seine gestreiften Tiere fahren in der kalten Jahreszeit den Stoffwechsel herunter, fressen ab und zu von den Vorräten in ihrem Stock und wärmen sich gegenseitig. Hin und wieder fliegen sie kurz nach draußen, um sich zu erleichtern.

Da der Winter bisher aber nicht so kalt war wie normalerweise, sind einige Tiere bereits reger, als sie sein sollten, und hören auf zu ruhen. So auch die Bienen des erfahrenen Profi-Imkers aus Hünkergrund. „Die Natur hat es so eingerichtet, dass die Tiere je nach Temperatur auch wieder aktiver werden“, erklärt Beverung. „Denn Frühling heißt: arbeiten.“ Mitte bis Ende Februar beginnt schließlich die Brutzeit. Bei Temperaturen unter null Grad Celsius legt eine Bienenkönigin aber keine Eier.

Ein Frühstart ins neue Jahr kann sogar gefährlich werden. „Wenn dann doch innerhalb kurzer Zeit Minusgrade herrschen, müssten die Bienen wieder ruhiger werden. Das können sie aber nicht, wenn sie schon angefangen haben zu brüten. Denn dann müssen sie sich um die Brut kümmern, finden für sich selbst aber nicht genügend Nahrung – und verhungern“, so Beverung.

Hinzu kommt, dass die Brut sterben kann, verrottet und von den Bienen gefressen wird. „Das belastet den Darm der Tiere und kann Krankheiten verursachen“, sagt Lippes einziger Berufsimker.

Parasiten können den Bienen auch noch zusetzen. „Einige Krankheiten kann man nur behandeln, wenn die Bienen brutfrei sind, und das gab es in diesem Jahr noch nicht.“ Seine derzeit 200 Bienenvölker mit jeweils 20 000 Tieren seien aber vital und gesund genug, um auch das zeitige Weckerschrillen der Natur zu verkraften. Wenn alles gut geht, erwartet Beverung im Sommer insgesamt 60 000 bis 80 000 Tiere pro Stock. Ideal wären für die Honigsammlerinnen ein milder Winter und ein warmer, trockener Sommer. Bis es soweit ist, erledigen die Gestreiften die Sache mit der Wärme einfach selbst: „Die Tiere formieren sich zu einer Art Kugel. In der Mitte sitzt die Königin mit ihrer Brut. Jede Biene erzeugt durch Kontraktion der Flügelmuskeln Wärme. Die Temperatur wird so auf etwa 35 Grad Celsius gehalten“, sagt Beverung. Und damit die äußere Hülle nicht auskühlt, wird immer mal wieder, aber sehr langsam gewechselt. „Man würde das mit dem bloßen Auge nicht einmal sehen.“

Schon seit einigen Jahren habe er wieder gute Chancen, starke Völker auszuwintern, erzählt Beverung. Das liege daran, dass bestimmte Pestizide verboten wurden und auch der Anteil genmanipulierter Pflanzen auf den Feldern abnehme. „Die Bienen sind so stark wie seit Jahren nicht mehr“, kann der 58-Jährige feststellen.

Und das ist auch gut so, denn generell macht den Forschern ein regelrechter Bienenmangel Sorgen. „Die Situation ist schon jetzt alarmierend. Erst in den letzten Jahren wurden Bruthilfen für Wildbienen aufgestellt. Dabei gibt es in Lippe kaum noch Wildbienen“, so Beverung. Welche dramatischen Folgen eine solche Entwicklung nach sich ziehen kann, zeigt das Beispiel USA überdeutlich: „In manchen Ländern müssen angebaute Pflanzen mit Pinseln bestäubt werden. Da gibt es extra Leute, die dafür angestellt sind“, so der Imker. jmr



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