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„Betriebliches Gesundheitsmanagement“ ist auch im Rathaus ein Thema

Was die Stadt Lügde für Ihr Personal tut

LÜGDE. In einer so komfortablen Position waren Jobsuchende lange nicht: Heute sind es vielerorts die Arbeitgeber, die einen guten Eindruck machen müssen, um Personal zu gewinnen. Das Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ gilt als ein Wettbewerbsfaktor.

veröffentlicht am 27.07.2018 um 21:03 Uhr

Fehlzeiten sind teuer. Und: Gesunde Mitarbeiter schaffen mehr. Hier knüpft das „Betriebliche Gesundheitsmanagement“ an – auch im Lügder Rathaus. Symbolfoto: dpa
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Das allerdings vor allem mit dem demographischen Wandel vor der Brust: Gerade in Zeiten, in denen motivierter, pfiffiger Nachwuchs nicht gerade Schlange steht, muss der immer höhere Anteil an älteren Mitarbeitern längstmöglich bei der Stange gehalten werden. Aber mit dem Alter kommen eben die Krankheiten. Da gilt Vorbeugung sowohl dem Staat als auch vielen Unternehmen als Gebot der Stunde. Denn, wen wundert’s: Gesunde Mitarbeiter gelten als die effektivsten. Weil Fehlzeiten für den Arbeitgeber zu finanziellen Verlusten führen, steht die gewünschte Gesunderhaltung zwangsläufig im Fokus.

Dass manche Krankheiten schlicht Schicksalschläge sind, denen sich nicht vorbeugen lässt, steht auf einem anderen Blatt. Aber Mitarbeiter, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen, haben immerhin schonmal ein Problem weniger.

Lügdes SPD betrachtet das betriebliche Gesundheitsmanagement als Imagefaktor, mit dem die Stadtverwaltung im Wettbewerb um künftiges Personal punkten könnte, wie Torben Blome es ausdrückt. Deshalb wollten die Sozialdemokraten wissen: Wie läuft das mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement in der Stadtverwaltung? Den Anlass für ihren Antrag boten allerdings auch einige Langzeiterkrankungen von Mitarbeitern im Lügder Rathaus. Denn, klar: Je kleiner eine Verwaltung ist, desto größer sind die Löcher, die jeder Erkrankte in die grundsätzlich dünne Personaldecke reißt.

Da der Zeitgeist die Verantwortung für das Thema Gesundheit zunehmend dem Einzelnen zuschreibt, wird die Prävention immer wichtiger. Das will der Staat – auch aus finanziellen Gründen, denn Krankheit kostet. Und das sollen aus dem gleichen Grund auch die Arbeitgeber wollen.

Lügdes Stadtverwaltung ist zwar ein eher kleiner Arbeitgeber. Aber Lügdes Rathaus-Personalchefin Katrin Buhr hat das Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ längst auf dem Schirm.

In der jüngsten Hauptausschusssitzung schilderte sie den Politikern die verschiedenen Komponenten. Fort- und Weiterbildung ist eine davon. In dem Zusammenhang erwähnte sie auch das Stichwort „LOB“. Die Abkürzung steht für leistungsorientierte Bezahlung. Das heißt: Wer viel schafft, bekommt das auch honoriert. „Und wer sinnvolle Verbesserungsvorschläge anbringt, bekommt auch einen Obolus“, erklärt Buhr. Der Topf wird jedes Jahr mit 50 000 Euro gefüllt; eine Chance auf Geld daraus haben jeder und jede auf jeder Ebene. „100 Prozent der Mitarbeiter werden betrachtet“, betont die Personalchefin.

Auf der Suche nach Ursachen für Fehlzeiten gibt es zudem Mitarbeitergespräche, allerdings auf freiwilliger Basis und ohne den Zwang, sich zu offenbaren. Laut Buhr ist die „vertrauensvolle Gesprächssituation das A und O“. 80 Prozent der Belegschaft nähmen die Einladung zu diesen Gesprächen an. Falls die Arbeitssituation als eine Ursache der Erkrankung ausgemacht werde, gucke man gemeinsam, wie dem Problem zu begegnen sei. Etwas durch eine Reduzierung der Arbeitszeit oder die Umsetzung in ein anderes Aufgabenfeld. Buhr: „Da kann aber auch Homeoffice ein Angebot sein.“

Den Krankenstand bei der Stadt Lügde schätzt die Personalchefin auf etwa zehn Prozent. Zum Vergleich: Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt aktuell bei knapp fünf Prozent. Allerdings dürfte das Durchschnittsalter der Beschäftigten in Deutschland um Einiges niedriger liegen als das der Mitarbeiter im Lügder Rathaus. Zu deren Gesundheitsförderung kooperiert man im Lügder Rathaus übrigens mit dem Staatsbad Pyrmont: Die Mitarbeiter können zu etwas vergünstigten Konditionen im Trainingscenter der Hufelandtherme Sport treiben.

Zudem wird dem oder der Betroffenen etwa von Rückenleiden das Sitzen durch die Anschaffung ergonomischer Sitzmöbel erleichtert.

Ein weiterer Baustein für das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Job seien Deeskalationstrainings. Denn, sdo Buhr: „Es kommt schonmal vor, dass der eine oder andere Kunde laut wird.“ Deshalb verfüge jeder Arbeitsplatz im Rathaus über eine Notklingel.

Last but not least sucht Lügdes Verwaltung das Betriebsklima auch durch gemeinsame Aktionen zu stärken, ganz klassisch durch Betriebsausflüge, aber auch die Teilnahme an den Drachenbootrennen auf dem Schiedersee.

Lügdes Politiker hörten Katrin Buhrs Bericht durch die Bank mit Interesse zu – wenn auch die SPD gern noch mehr Zahlen sowie die Einschätzung des Personalrates gehört hätte, dessen Unterstützung die Personalchefin aber gesichert sieht.

Bürgermeister Heinz Reker (parteilos) fokussierte auf das gute Klima der Lügder Verwaltung zur Politik. Dazu zog er einen Eindruck heran, den er mehr als einmal von außen gehört habe: „Ihr führt die Stadt Lügde wie einen Verein.“ Er sei jedenfalls „stolz auf die Art des Umgangs in unserer Verwaltung“.



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