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SPD-Landtagsfraktion empfängt im Landtag Flüchtlingshelfer – auch aus Lügde

Warme Worte und Bestätigung für Ehrenamtliche

Düsseldorf/Lügde. 400 Ehrenamtliche aus ganz Nordrhein-Westfalen kamen jetzt im Plenarsaal des Düsseldorfer Landtags zusammen, um über ehrenamtliches Engagement, bürokratische Hürden, die Verschärfung der Asylgesetze und die Zusammenarbeit von Politik und Ehrenamt zu diskutieren. Auf Einladung ihrer Fraktion konnten die SPD-Landtagsabgeordneten Menschen aus ihren Wahlkreisen benennen. Jürgen Berghahn (SPD) hatte aus seinem Wahlkreis Helfer aus Lügde, Schieder-Schwalenberg und Lage nominiert. „Er hat sich sehr interessiert gezeigt an konkreten Erfahrungen, Sorgen und Fragen, sagt Holger Nolte-Guenther. Lügdes evangelischer Pastor und seine Frau Claudia Guenther war im Landtag dabei.

veröffentlicht am 27.10.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Was die Ehrenamtlichen vom Podium hörten, entsprach zwar nicht dem aktuellen Stand der Planungen auf Bundesebene. Aber die Statements dürften auf offene Ohren gestoßen sein.

So nannte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) mit Blick auf die Benennung sicherer Herkunftsstaaten eine Einteilung in „gute und schlechte“ Flüchtlinge „nicht fachgerecht“. Ebenso sprach sie sich vor den Ehrenamtlichen gegen „Transitzonen“ zur Registrierung von Flüchtlingen und gegebenenfalls ihrer kurzfristigen Rückführung in die Herkunftsländer aus. Kraft betonte: „Jeder hat das Recht auf ein ordentliches Verfahren“. Darüber hinaus plädierte sie für ein Einwanderungsgesetz.

Sie sei stolz, auf die ehrenamtlichen Helfer, die Flüchtlingen nicht nur warme Jacken spendeten, sondern ihnen auch mit menschlicher Wärme begegneten. Um die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen zu finanzieren, dürfe jedoch „niemand anderem dafür etwas weggenommen werden“. Die nun mögliche unangekündigte Abschiebung von Familien, deren Asylantrag abgelehnt wurde, schloss Kraft aus, nicht jedoch die nächtliche Abschiebung einzelner Flüchtlinge. Zudem forderte die Ministerpräsidentin eine neue Diskussion um Entwicklungshilfe, um den Fluchtursachen zu begegnen.

In der anschließenden Talkrunde sagte Marius Meyer, der zwei Notunterkünfte der Malteser mit 750 und 140 Plätzen leitet, aus seiner Arbeit: „Konflikte gibt es zu 100 Prozent als Auswirkung des Lagerkollers.“

Caritas-Direktor Dr. Frank Johannes Hensel wies darauf hin, dass einheimische Bedürftige und Selbsthilfegruppen in seinem Zuständigkeitsbereich sich bisher nicht negativ über die Hilfen für Flüchtlinge geäußert hätten oder sich benachteiligt fühlten. „Hoffnungslosigkeit und Furcht ist der Boden für die braune Soße. Wir treten für zukunftsweisende Werte ein“, sagte Albert Henz, Vizepräsident der evangelischen Kirche von Westfalen.

Kraft glaubt: „Die zu uns kommen werden unser Land noch stärker machen.“ Für diesen Satz war ihr der Applaus der Ehrenamtlichen sicher. red/vk

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