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Wer sich nützlich machen will, ist Lügdes Bürgerbus-Verein willkommen / 6435 Gäste sind neuer Rekord

Wann gibt’s Ersatz für den alten Sprinter?

Lügde. Wenn die Fahrer des Bürgerbus-Vereins wissen wollen, wie ihr ehrenamtlich erbrachtes Angebot der Linie 763 bei der Lügder Kundschaft ankommt, müssen sie nur einen Blick auf die aktuellen Zahlen werfen. „Wir hatten im vergangenen Jahr 6435 Fahrgäste“, sagt Vereinschef Heinz Hartmann. „Das waren 991 mehr als 2012. Die Akzeptanz hat also zugenommen.“ Eine Ursache sieht der Vorsitzende in der Ausweitung der Fahrtroute auf den Bereich Schrot- und Birkenweg. „Aber auch, dass wir seit Oktober 2012 zusätzlich mittwochvormittags fahren, hat sich bezahlt gemacht.“

veröffentlicht am 11.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 08:55 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Apropos bezahlen: Die Fahrer chauffieren Lügdes Bürgerbus-Gäste zwar ehrenamtlich. Umsonst ist ihr Service aber nicht. Der nach ÖPNV-Tarif veranschlagte Fahrpreis von 1,50 Euro pro Person finanziert die „Hardware“ nicht. Der 120 PS starke Mercedes-Sprinter ist nach fast 13 Jahren und inzwischen fast 280 000 Kilometern ziemlich runter. Denn die täglich 65 bis 105 Kilometer legen die Fahrer ausschließlich auf der Kurzstrecke zurück; da werden die Motor- und Getriebe-Reparaturen langsam immer teurer. Deshalb hoffen die Ehrenamtlichen, bald einen neuen Achtsitzer durch die Emmer-stadt steuern können. Der dürfte laut Fahrerwart Hans-Werner Loges um die 65 000 Euro kosten. Die Summe wird sich die Stadt aller Voraussicht nach mit dem Land teilen. Aber bis Nordrhein-Westfalens Haushalt abgesegnet ist, kann es noch dauern. „Ich weiß nicht, ob das zuständige Busunternehmen ihn überhaupt schon bestellt hat“, sagt Loges.

Wäre das Leben – vor allem für den auf Elektromobilität bauenden Kreis Lippe – ein Wunschkonzert, dann könnte der Verein vielleicht einen Elektrobus bekommen. „Wir haben in Brilon sogar schon einen besichtigt“, erzählt Loges. Aber er und Heinz Hartmann, sind nicht sicher, ob daraus etwas wird. Das liegt nicht nur an dem mit rund 100 000 Euro deutlich höheren Anschaffungspreis. „Wenn der Anbieter den Dieselmotor gegen einen Elektroantrieb austauscht, wird der Bus durch die Batterien und die notwendige Verstärkung des Fahrgestells deutlich schwerer“, erklärt der Vereinschef. „Dann käme er über drei Tonnen, und unsere Fahrer bräuchten eine Sondergenehmigung.“ Ein weiteres Problem wären die Batterie-Ladezeiten, die nicht unbedingt zum Fahrplan passen würden. Hinzu kommt: Die infrage kommenden E-Busse werden noch nicht mit Automatik-Getriebe angeboten. „Aber das bräuchten wir“, sagt Hartmann mit Blick auf die 21 Fahrer, die sich die Schichten mit insgesamt 1460 Dienststunden pro Jahr teilen.

Neue Leute, die gern einsteigen möchten als Bürgerbus-Fahrer oder -fahrerinnen, sind sich die Aktiven übrigens hochwillkommen. „Wegen des Alters unserer Fahrer brauchen wir im Prinzip ein bis zwei neue pro Jahr dazu“, überschlägt der Vorsitzende. Die Vor- oder Nachmittage hinterm Lenkrad kann der Verein zwar nicht entlohnen. „Aber wer aus einem Ortsteil kommt, kriegt natürlich seine Fahrtkosten erstattet“, betont Hartmann. Wer sich den Bürgerbus steuere, der opfere zwar ein- bis dreimal pro Monat ein paar Stunden seiner Freizeit der Allgemeinheit. Aber: „Viele Leute, die kein Auto haben und nicht so gut zu Fuß sind, wären ohne Bürgerbus aufgeschmissen“, betont Hartmann. Zudem gehe es bei den Ehrenamtlichen gesellig zu: „Wir wandern und grillen zusammen und machen einen Jahresausflug“, zählt Hartmann auf. Die Teilnahme an diesen Angeboten koste die Ehrenamtlichen nichts.

Wer mitmachen will, braucht nur einen Führerschein Klasse 3 plus Gesundheitscheck, Augentest und Führungszeugnis. Die Kosten trägt der Bürgerbus-Verein. Ab von 65 Jahren steht jährlich ein Check an; der Arzt kommt dazu nach Lügde. Zur Abstimmung des Dienstplans treffen sich die Aktiven einmal im Monat.

Tipptopp gepflegt, aber nicht mehr der Jüngste: Die Ehrenamtlichen in Lügdes Bürgerbus-Verein hoffen, dass sie noch in diesem Jahr ein neues Fahrzeug bekommen. jl



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