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Lügdes 53 Jahre alte Grundschul-Turnhalle muss dringend saniert werden / 175 000 Euro waren schon für 2009 eingeplant

Von morschem Glas, Stolperfallen und feuchten Stellen

Lügde. Wer in die 50er Jahre zurückwill, muss in Lügde weder eine Zeitmaschine besteigen noch sich unter Scottys Beamer postieren. Er braucht einfach nur die Glastür der Grundschul-Turnhalle an der Waldstraße zu öffnen. Dabei wird allerdings schnell klar: Auch hier liegt das Wirtschaftswunder schon ein paar Jahre zurück. 53, um genau zu sein. Und seitdem hat sich in der Halle – bis auf gelegentliche Wand-Anstriche – nicht allzu viel getan.

veröffentlicht am 14.10.2009 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:28 Uhr

Feucht: Bei starkem Regen tropft es durch die Hallendecke.
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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„Das ist hier fast alles noch original“, sagt Sportlehrer Franz Hagemeier mit Blick auf den immerhin bei Sonne hellen Raum. „Nur der Anbau für die Geräte kam irgendwann später dazu.“

Schon der graue Schaltkasten mit seinen Bakelitkhebeln und Porzellansicherungen rechts neben dem Eingang hätte in der Nostalgieecke eines jeden Technikmuseums den Ehrenplatz sicher.

Ansonsten ist das Halleninnere von der Decke bis zum Boden dringend überholungsbedürftig. Wird andernorts der Vandalismus zum Problem, so haben hier allein die Zeit und der natürliche Verfall ganze Arbeit geleistet: Wenn es draußen ergiebig genug regnet, tropft‘s an einigen Stellen durch die Deckenplatten auch gleich in die Halle hinein. Und ein Teil der Glasbausteine an den Wänden – die untere Reihe wurde zwischenzeitlich immerhin von außen verkleidet – ist schon so bröselig, dass dagegenfallende Bälle immer wieder Scherben abplatzen lassen. „Ein paar Kinder hatten schon Splitter im Fuß“, erinnert sich der Sportlehrer.

Splitter-trächtig: die abgeplatzten Wand-Glasbausteine.
  • Splitter-trächtig: die abgeplatzten Wand-Glasbausteine.
Fußfalle: eine erhabene Abdeckplatte im mürben Boden.
  • Fußfalle: eine erhabene Abdeckplatte im mürben Boden.
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Splitter-trächtig: die abgeplatzten Wand-Glasbausteine.
Fußfalle: eine erhabene Abdeckplatte im mürben Boden.
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Gefährlich auch: die Abdeckungen der in den mürben hellbraunen Hallenboden eingelassenen Verankerungen für die Sportgeräte. Wer mit dem Fuß gegen die erhabenen Platten stößt, legt die Schächte darunter frei. Da fallen die ausgeblichenen oder nie dagewesenen Bodenmarkierungen etwa fürs Basketballspiel kaum noch ins Gewicht.

All diese Mängel erschweren nicht nur den Sportunterricht mit den Sechs- bis Zehnjährigen, sondern machen auch das Mutter-Kind-Turnen und das Judo-Training in der Halle zum eher zweifelhaften Vergnügen – abgesehen von der Beleuchtung, die vor allem dem Tischtennis-Team übel mitspielt.

Über die Jahre hat Schulleiterin Anneli Runte die diversen Mängel immer wieder im Rathaus angezeigt. Ebenso regelmäßig wurde sie dann auf die anstehende große Sanierung vertröstet.

Die soll nun laut Bauamtsleiter Günter Loges 2010 tatsächlich stattfinden, nachdem in diesem Sommer nichts daraus geworden ist. Als maßgebliche Gründe nannte Loges jüngst im Bauausschuss einen Krankheitsfall in der Bauverwaltung sowie die diversen Projekte, die seine dadurch dezimierte Abteilung in diesem Jahr zu beackern hatte – von den großen Umbauten im Schulzentrum am Ramberg über die Kindergarten-Anbauten bis zu den Vorarbeiten für die Getrennterfassung des Abwassers, um nur einige Baustellen zu nennen. Für die Rundum-Sanierung der Grundschul-Turnhalle waren im Haushalt 2009 bereits 175 000 Euro eingeplant.

Schulleiterin Runte hofft nun, dass die vom NRW-Schulministerium in die Spur geschickten Qualitätssicherer nicht allzu bald in Lügde aufkreuzen. „Dann müsste ich die Turnhalle wohl schließen.“

Und Lügdes Grundschul-Pflegschaftsvorsitzende Kerstin Schröder überlegt: „Wir sollten den neuen Bauausschuss gleich in die Turnhalle einladen, damit die Politiker sehen, wie das hier aussieht.“

Nostalgisch: die schwarzen Bakelit-Hebel von 1956 im Schalterkasten der Grundschul-Turnhalle. Oben: Sportlehrer Franz Hagemeier unterrichtet seit 20 Jahren in der Halle. Fotos: jl



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