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„Duo Zeitsprung“ präsentiert in seinem Sommerprogramm den „Klang der Liebe“

Von Minnesängern und Troubadouren

ELXBRINXEN. Es ist sicherlich nicht der Mainstream, was das „Duo Zeitsprung“ aus Elbrinxen und Bad Pyrmont in seinen Konzerten präsentiert. Auch wenn sich Gudrun Woznitza und Antje Schmidt mit einem so zeitlosen und unerschöpflichen Thema wie der Liebe und ihren unendlichen Facetten beschäftigen. Was heute die Charts füllt, war im Mittelalter Aufgabe der Troubadoure und Minnesänger:

veröffentlicht am 10.09.2018 um 17:41 Uhr

Das „Duo Zeitsprung“, bestehend aus Antja Schmidt (l.) und Gudrun Woznitza lassen den „Klang der Liebe“ ertönen. Foto: afk
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Autor

Achim Krause Reporter
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Sie sangen von Herzschmerz, Trauer, Leidenschaft, Abschied und Sehnsucht. Wie das in Deutschland, aber auch in Frankreich, Spanien, Italien oder England in der Renaissance klang, ließ das Duo mit seinem Sommer-Programm „Klang der Liebe“ deutlich werden. Die Premiere gab es in der gut besuchten Elbrinxer Kirche.

Es ist schon ein besonderes Hobby, das die gelernte Dekorateurin Gudrun Woznitza und die Floristin Antja Schmidt in ihrer Freizeit pflegen. Als Autodidaktikerinnen haben sie sich der Musik der Renaissance angenommen. Insgesamt 25 einschlägige Instrumente aus jener Epoche beherrscht Gudrun Woznitza, darunter das Krummhorn, diverse alte Flöten, Schalmeien, das Gamshorn, die Drehleier, den Dudelsack und manches andere. Begleitet wird sie von Antje Schmidt, deren variantenreiche Sopranstimme den Liedern Charakter verleiht. Sie kommt ursprünglich aus einer völlig anderen Musikrichtung, denn sie ist Leadsängerin bei der Partyband „Solaris“. Beide zusammen haben diese mittelalterliche Musik für sich entdeckt und finden dafür ein begeistertes Publikum, wie auch jetzt beim „Heimspiel“ in der Elbrinxer Kirche.

In den Zwischenmoderationen erfährt das Publikum viel über die Art der Musik, die Herkunft und den Inhalt der Lieder, die textsicher in Mittelhochdeutsch oder in den Originalsprachen anderer Ländern von Antje Schmidt gesungen werden. Beim Thema Liebe darf in den Balladen, Pastourellen Motetten der deutsche Minnesänger und Lyriker Walter von der Vogelweyde nicht fehlen, ebenso wenig wie die französischen Troubadoure.

Das „Duo Zeitsprung“ wagt sich bei der Motette „Flos filius eius“ („Die Blume ist ihr Sohn) sogar an einen vierstimmigen Satz und improvisiert die anderen drei Stimmen jeweils durch Flötenspiele Gudrun Woznitzas. Derb und erotisch ist die „Carmina Burana“ aus dem frühen Mittelalter. Auf dem Krummhorn begleitet Woznitza das „Tempus est iucundum“. Fast schon wie ein irisches Volkslied klingt das „Now o Now I need must Part“, das die Liebe vor dem dramatischen Hintergrund gemeinsamer Todessehnsucht darstellt.

Mit den zwei erklatschten Zugaben zeigte das „Duo Zeitsprung“ in insgesamt 17 Liedern in beeindruckender Weise den Facettenreichtum des Themas Liebe im Europa der Renaissance auf. Und es passte auch hervorragend, dass das Duo zu Beginn die bekannte friesische Volksweise „Dat du min Leevesten bist“ gewählt hatte – so hatte das heute an ganz andere Musik gewöhnte Publikum einen leichteren Einstieg in dieses hörenswerte rund 70-minütiges Programm.


Das „Duo Zeitsprung“ gibt am Donnerstag, 13. September, um 19 Uhr ein Konzert in der Kilianskirche in Lügde.



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