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So bringen die WDR II-Comedians „Lachen live“ im ausverkauften Klostersaal auf die Bühne

Von der Freude, in Lügde sein zu müssen

Lügde (yt). Lachen ohne Pause war angesagt, als Maria Grund-Scholer und René Steinberg ihr Satire-Feuerwerk im ausverkauften Klostersaal abfeuerten. „Wir bringen Radio auf die Bühne“, erklärte Steinberg, der als Radio-Komiker auf WDR 2 mit „Die von der Leyens“ große Erfolge feiert. Das klang griffig, stimmte aber nicht. Denn was da auf der Bühne abging, war so multimedial, wie es eine Bühnenshow nur sein kann. Zudem offenbarten Maria Grund-Scholer und vor allem René Steinberg auch schauspielerische Talente. Allein mit ihrem merkelesken Schmollmund bei gleichzeitigem Herabziehen der Mundwinkel konnte Grund-Scholer Lachsalven bei den Gästen auslösen, während sich Steinberg als Multitalent präsentierte und mit Tanzeinlagen und Louis-de-Funes-Choreografien punktete.

veröffentlicht am 12.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 20:41 Uhr

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Zunächst gab es eine Einführung in die akustische Karikatur: „Das funktioniert genauso wie bei der Zeichnung: Man nimmt ein hervorstechendes Merkmal und überhöht es“, erklärte Steinberg – und übte mit dem Publikum den weinerlichen Ton Pofallas, Rüttgers Lispeln und Ulla Schmidts Näseln.

Nach einem kurzen Überblick über verschiedene Menschentypen in NRW und einem Einblick in deren intellektuelle Resistenz, was Steinberg mit einem Zusammenschnitt aus Interviews und Quizsendungen unterlegte, ging es dann politisch zur Sache: Maria Grund-Scholer parodierte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und ließ sich die Eckpunkte ihres Bildungspakets von René Steinberg tanzen, während das Publikum japste.

Dann war die Kanzlerin an der Reihe: „Im Rahmen meiner emotionalen Möglichkeiten freue ich mich, hier in Lügde sein zu müssen.“ Zum geschiedenen Bundespräsidenten-Azubi meinte sie: „Die Lücke, die er hinterlassen hat, ersetzt ihn vollkommen.“ Sie handelte den Guidodroiden ab und die Grünen, die sie sich als Rohkost reinziehe, und freute sich schon auf die Weltherrschaft.

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Steinberg zeigte anhand von Tonbeispielen auf, was passiert, wenn einem ausgewiesenen Info-Sender wie WDR 2 die Seriosität wegbricht, der Nachrichtensprecher einen Lachkrampf kriegt oder Versprecher hinlegt, „für die wir zwei Tage lang hart arbeiten müssten“. Das Beispiel: „Es ist genull nau Uhr.“ Statt Neodadaismus schlug Steinberg dafür die Kunstform „Stoiberismus“ vor.

Höhepunkt des Spektakels war aber eindeutig Steinbergs Interpretation von Sarkozy als Louis de Funes, wobei alleine das „Nein - doch - ohhh“ ausgereicht hätte, die Gäste in Atemnot zu bringen. Unterstützt mit gekonnt hyperaktivem Gezappel riss er das Publikum förmlich von den Stühlen. Und so gelang es ihm und seiner Kollegin Grund-Scholer, die Gäste, die teilweise sogar aus Bielefeld angereist waren, bis zur letzten Minute in Bann zu halten.

Zum Brüllen: Während sich Merkel-Parodistin Maria Grund-Scholer im Rahmen ihrer emotionalen Möglichkeiten freut, in Lügde sein zu müssen, mimt René Steinberg den Berlusconi. Fotos: yt



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