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Schlagzeuger der Musikschule Lügde geben ein beeindruckendes Vorspiel / Publikum ist begeistert

Viel mehr als nur Draufhauen und Krach

Lügde. Wer schon einmal versucht hat, alle vier Gliedmaßen unterschiedlich zu bewegen und das auch noch in jeweils anderem Tempo, weiß vermutlich, dass das große Konzentration und Körperbeherrschung erfordert. Die sechs Mädchen und Jungen aus der Schlagzeugklasse brauchen dazu noch musikalisches Gehör und Rhythmusgefühl. Wenn da noch üben, üben, üben hinzukommt – und nicht zu vergessen ganz viel Spaß am Musikmachen – dann entsteht ein mitreißender Vorspielnachmittag wie an der Grundschule Elbrinxen.

veröffentlicht am 29.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 01:41 Uhr

Noah Molinskis Vortrag am Schlagzeug heißt „Improvisation&

Autor:

Dagmar Nickelsen
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Leander Kempen freute sich in seiner Begrüßung auch über so viel Anklang für das Fach Schlagzeug. Wer dem Vorurteil aufsitzt, dass Schlagzeug nur Draufhauen und Krach bedeutet, wurde hier eines Besseren belehrt. Gleich zu Beginn beeindruckte Jannik Eggerts mit seinem guten Rhythmusgefühl und den schnellen Tempowechseln im Stück „Rocks“.

Das bekannte „Michelle“ der Beatles spielte Madlena Kirchhoff auf noch nie gehörte Weise am Xylofon, begleitet von Leander Kempen am Klavier – ein ganz tolles Klangerlebnis.

Dass die 18 Jahre alte Madlena auch anders kann, bewies sie mit ihrem selbstkomponierten Stück „A rainy day“. Dabei spielte sie Bodypercussion – klatschte in die Hände oder auf den Körper, schnipste mit den Fingern – und wiederholte diesen Rhythmus, der Madlena an Regentropfen erinnert, dann auf dem Schlagzeug. „Ich habe schon vorher Klavier gespielt, wollte aber mal was Neues machen und Schlagzeug fand ich schon immer toll. Dass das nur was für Jungs wäre, ist doch nur ein Klischee“, meint Madlena. Ob sie schon eine zukünftige Schlagzeugkarriere geplant hat? „Dazu macht es mir zu viel Spaß, deshalb soll es auch immer mein Hobby bleiben“, sagt sie.

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Es ist sehr schwierig, dieses beeindruckende Feuerwerk aus Rhythmus, Tempo und Klangfülle nur mit Worten wiederzugeben, man muss es einfach gehört haben. Und wer sieht, mit wie viel Spielfreude und Konzentration die jüngeren Schüler dabei sind, die kaum übers Instrument gucken können und erst seit zwei bis drei Monaten ihr Instrument zu beherrschen lernen, kann einfach nur begeistert sein.

Vielleicht ein zweiter Phil Collins darunter

Das waren die Zuhörer an diesem Nachmittag auch und sparten nicht mit Beifall. Das Programm war aber auch voller Überraschungen. Da saß Maximilian Pook neben seinem Lehrer auf der Schulbank und beide performten einen „Table dance“ – im Sitzen, nur mit Händen, Ellenbogen und zwei Plastikbechern. Völlig synchron, sehr rhythmisch, entpuppt sich so ein ungewohntes Hörerlebnis dann sogar als Ohrwurm.

Bei den älteren Schülern, die zum Teil schon über vier Jahre den Schlaginstrumenten verfallen sind, ist das Können deutlich zu hören. Es kommt alles so locker, so spielerisch rüber wie beispielsweise bei Lars Meihost. Wenn er die Congas bearbeitet, streichelt, schlägt, von Mario Brenker als Gast auf dem Schlagzeug begleitet, dann spürt man, dass ein großes Talent auf dem Wege ist. Gut und sehr gut waren jedoch bei diesem Vorspiel alle – und wer weiß, vielleicht ist sogar ein zweiter Phil Collins darunter…

Lars Meihost spielt an den Congas mit Gast Mario Brenker.

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