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Bau-Politiker segnen Sanierung einer Wörmke-Querung ab

Viel Geld für kleine Lügder Brücke

LÜGDE. Mit Venedig und seinen mehr als 400 Kanal-Querungen kann es die Osterräderstadt zwar nicht aufnehmen. Aber reich an Brücken ist auch Lügde: Immerhin 39 von ihnen, die den Weg über die Emmer sowie die diversen Bäche und Bächlein auf dem Gebiet der Großgemeinde ermöglichen, stehen im Verantwortungsbereich der Stadt. Eine der kleineren Brücken soll nun saniert werden.

veröffentlicht am 07.06.2019 um 21:32 Uhr

Martin Sprenger (3.v.li.) erklärt Lügdes Bau-Politikern seinen Vorschlag zur Sanierung der Brücke an „Lutters Teichen“. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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An der augenfällig mackenreichsten Lügder Brücke, der Emmer-Querung im Zuge der Eschenbrucher Straße, kann die Stadt bekanntlich nichts machen. Für die „Schwarze Brücke“ ist das Land zuständig. Zwar steht nach Informationen von Lügdes Bauamtsleiter Gregor Günnewich inzwischen die Planung für den Neubau des seit Jahren teilgesperrten Bauwerks. „Aber wann der Startschuss fällt, ist noch nicht bekannt“, räumte Günnewich am Rande der jüngsten Bauausschusssitzung ein.

Dass die technischen Vorgaben für den Brückenbau in den letzten Jahren immer strenger geworden sind, bekamen Lügdes Politiker aus anderem Anlass, aber in derselben Sitzung auch zu spüren. Und Lügdes Steuerzahler werden irgendwann dafür zur Kasse gebeten. Wer von ihnen sich also gelegentlich fragt, wofür die Stadt all das schöne Geld verpulvert, der kann zwischen Lügde und Elbrinxen einfach mal einen kleinen Spaziergang in Richtung „Lutters Teiche“ unternehmen. Hier, wo die Wörmke so romantisch durchs Tal mäandert und Autofahrer einen der schönsten Anblicke des ländlichen Idylls genießen können, quert eine sehr unscheinbare kleine Brücke den Bach.

Über das alte Bodgnbauwerk weiß der von der Stadt beauftragte Brückenprüfer Martin Sprenger recht wenig. Dem Altenbekener Diplomingenieur ist weder bekannt, wie alt die Brücke ist, noch woraus sie besteht oder wieviele Tonnen sie tragen kann, ohne zusammenzubrechen. Allerdings ging die Brücke mit dem prosaischen Namen „L-Wö-05“ aus der jüngsten Prüfung mit der Note 2,7 hervor. Das bedeute „erhebliche Mängel“, erklärte der Fachmann den Politikern unter Verweis auf einige vom Bauwerk abgesprengte Mauerstücke.

Genauer untersucht hat Sprenger die Brücke zwar nicht. Als Maßstab für seine Einschätzung legte er einfach ein ihm bekanntes, offenbar sehr ähnliches Bauwerk in einer anderen Stadt zugrunde.

Seinem Vorschlag, die bestehende hiesige Brücke bis zu ihrem offenbar noch recht soliden Bogen abtragen und dann zu sanieren und ertüchtigen zu lassen, hatten die Bau-Politiker nichts entgegenzusetzen. Sie nahmen die Empfehlung der Verwaltung zu dieser Form der Sanierung einstimmig an, die laut Sprenger „hundertprozentige Sicherheit“ für die Zukunft geben soll.

Nach aktueller Schätzung wird die Baumaßnahme 130 000 bis 140 000 Euro kosten. Für eine Brücke, über die schätzungsweise kaum mehr als zwei Dutzend Fahrzeuge täglich rollen, erscheint das recht viel. Die landwirtschaftlichen Fahrzeuge, die sie nutzen, wiegen allerdings auch schonmal 40 Tonnen und mehr. Hinzu kommt: Anders als früher unterteilt der Gesetzgeber laut Martin Sprenger Brücken heute grundsätzlich nur noch in zwei Gruppen: solche ohne und jene mit motorisiertem Verkehr. Letztere müssen mindestens generell 60 Tonnen und 1000 Autos täglich tragen können – auch bei real viel geringem Bedarf.

Einen Trost gibt es immerhin: Die ertüchtigende Sanierung der kleinen Wörmke-Brücke wird günstiger als ein Komplett-Neubau. Der nämlich wäre nicht unter 220 000 Euro zu haben.



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