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Wie Thomas Henneböhle die offene Kinder- und Jugendarbeit in der Lügder Südstadt gestaltet

Viel fürs Leben lernen – aber ohne Zwang

Elbrinxen / Falkenhagen. Offene Jugendarbeit – so etwas gibt es nicht nur in der Lügder Kernstadt, sondern längst auch auf dem Dorf. In der Südstadt verantwortet Thomas Henneböhle die diversen Angebote. Unter dem Dach der beiden evangelisch-reformierten Kirchengemeinden in Elbrinxen und Falkenhagen wirkt der 33-Jährige dort nicht nur seit knapp einem Jahr als Jugendreferent, sondern macht mit seinem kleinen Team auch offene Angebote für Kinder und Heranwachsende.

veröffentlicht am 17.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 06:21 Uhr

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Aus seiner Praxis kennt der Sozialpädagoge und Sozialarbeiter deshalb die Bedürfnisse der Jugendlichen: „Die brauchen auch mal was, wo sie hingehen können, wenn sie Bock haben“, sagt er. In der Südstadt sind diese Orte vorrangig der Falkenhagener Jugendtreff Kötterhaus sowie weitere Räume in Elbrinxen und Rischenau.

Die Kreisverwaltung in Detmold weist für Henneböhle allerdings keinen Vollzeitjob aus, sondern fördert nur eine „0,75 Fachkraftstelle“. Seine Arbeit und die auf zwei Sozialpädagogen verteilte „1,1 Fachkraftstelle“ im Kernstadt-Lügder Jugendzentrum „Loc@lmotion“ finanziert der Kreis Lippe seit 2014 mit zusammen 113 797 Euro. Das Geld stammt aus der „Jugendamtsumlage“ – in diesen Topf zahlt auch die Stadt Lügde ein.

Die Summe nannte Kreisjugendpflegerin Petra Jürgens den Lügder Jugend- und Sozialpolitikern kürzlich während ihrer Sitzung im Rathaus. Dort lobte die Fachfrau sowohl Henneböhle als auch seine Kollegen aus der offenen Jugendarbeit der Kernstadt als „sehr sehr engagierte Leute“.

T. Henneböhle

Dass sie keinen einfachen Job hätten, klärte sie dabei auch gleich. Jürgens: „Sie legen einen Spagat hin zwischen ihren unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten und den Ansprüchen von außen.“ Denn die offene Jugendarbeit hat hehre Ziele: Sie soll die Jugendlichen bei der Entwicklung ihres Selbstbewusstseins und ihrer Persönlichkeit unterstützen sowie ihnen bei der Orientierung im Leben helfen – und zwar auch dann und erst recht, wenn die eigene Familie einem Kind keinen guten Start bieten kann. Allzu viel Druck ausüben dürfen die Jugendarbeiter dabei aber nicht. Denn dann blieben die Kinder weg – schließlich sind alle Angebote freiwillig.

Außerdem müssen die Sozialarbeiter das Kunststück vollbringen, ihre Klientel zum Mitmachen und Mitgestalten zu bewegen. Denn die Kinder nur ein Bespaßungsprogramm konsummieren zu lassen, wäre nicht das Ziel der Übung.

Wie erfolgreich Henneböhle und seine Unterstützerinnen Elke Schröder und Sandra Rissiek diese Herausforderung in der Lügder Südstadt meistern, ist schon an den Programmen und Fotos abzulesen, die ihre Aktionen auf der Internetseite ojk-falkenhagen.de dokumentieren. So haben die Heranwachsenden in Falkenhagen gerade eine Waldwoche hinter sich, während sich die Besucher des Rischenauer Kindertreffs mit dem Musikprojekt „Ronja Räubertochter“ beschäftigten. Highlight der Sommerferien war wiederum eine „Räuberwoche“ inklusive Übernachtung in der Natur.

Über rund 20 Stunden laufen die regulären Angebote, die Thomas Henneböhle seiner jungen Kundschaft jede Woche macht. Das reicht von offenen Treffs für Jungen und Mädchen der unterschiedlichen Altersgruppen in Elbrinxen, Falkenhagen und Rischenau über das offene Fußballspiel für Teenager im Storchendorf und einen Tanz- und Performance-Nachmittag in Rischenau bis hin zu besonderen Aktionen am Samstag. Im 14-tägigen Turnus wechseln hier Angebote für alle Altersgruppen mit Kinoabenden für Heranwachsende ab 12 Jahre ab.

„Das ist ein ganz lebendiges Arbeitsfeld, wo wir uns auch immer fragen müssen: Machen wir das richtig?“, beschreibt Henneböhle seinen Ansatz, der ein statisches Herangehen ausschließt. So könne es gut sein, „dass wir das Tanzen nach den Herbstferien canceln“, falls das Angebot nicht gut genug angenommen werde. Aber, keine Frage: Dann fällt dem Jugend-Arbeiter, seinen Unterstützerinnen und den Heranwachsenden sicher bald wieder etwas Neues ein. jl



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