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Plötzliches Fischsterben in Falkenhagen wirft Rätsel auf

Vergiftet im eigenen Teich

Falkenhagen. Der Tod kam über Nacht. „Als ich am Abend die Karpfen in meinem Teich gefüttert habe, waren sie noch recht munter“, erinnert sich Uwe Berndt, der am Dienstagmorgen vier seiner teilweise zehn Jahre alten großen Graskarpfen, drei Kois und einen Stör tot aus dem Wasser fischte. Vier große Graskarpfen, die schon in den letzten Zügen lagen, konnte er mit dem Kescher einsammeln und in ein Becken mit Leitungswasser setzen.

veröffentlicht am 12.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:21 Uhr

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Autor:

Carlhermann Schmitt und Juliane Lehmann
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Da die Tiere nur über das Wasser vergiftet worden sein konnten, das aus dem Hammelbach zufließt, benachrichtigte er sofort den Vorsitzenden der Lügder „Gemeinschaft für Fischerei und Naturschutz“, Wolfgang Friese. Der rückte wenig später zusammen mit Hans-Albert Lindhorst vom Lügder Bauamt und auch der Polizei an, die auch im Bach tote Fische fanden. Da Strafanzeige gestellt wurde, nahmen die Beamten den Schaden auf, während Friese und Lindhorst sich auf Ursachenforschung begaben.

Das Problem schien schnell gefunden: Aus einem Regenwasserkanal floss streng riechende Flüssigkeit in den Hammelbach. „Das riecht nach Gülle oder Silage“, waren sich Lindhorst und Friese einig. Was beide irritierte: Sie konnten nicht erkennen, wie und wo die Brühe in den Kanal gelangte. Nachdem der Kanal oberhalb eines Bauernhofs augenscheinlich keine Verunreinigung aufwies, lag die Vermutung nahe, dass der landwirtschaftliche Betrieb verantwortlich sein könnte.

Friese konfrontierte den Landwirt mit der Anschuldigung und forderte ihn auf, die Einleitung sofort abzustellen. Der erkannte zwar an, dass die Logik nicht von der Hand zu weisen sei, erklärte aber, keine Erklärung zu haben und lud Friese und Lindhorst ein, sein Anwesen zu inspizieren. „Von meiner Silage fließt Wasser in einen anderen Kanal. Meine Miste habe ich am Freitag abgefahren und den Weg sogar anschließend mit automatischer Kehrmaschine gereinigt, damit Regenwasser keine unterwegs verlorenen Rückstände in den Bach schwemmen kann. Im Stall sind zurzeit auch keine Rinder, die sind alle auf der Weide“, fasste der Landwirt zusammen. Er öffnete die Güllegrube, um zu zeigen, dass die nicht voll war. Lindhorst und Friese gaben ihm recht: Ein wenig vom Regen in den Kanal geschwemmter Mist könne diese Katastrophe nicht angerichtet haben und auch für den Füllstand der Güllegrube stimmten sie zu – diese sei nicht voll genug. Ratlosigkeit machte sich breit. Eine andere Erklärung für die Wasservergiftung hatten alle drei nicht.

Friese stieß dem Bauern gegenüber deutlich versöhnlichere Töne an, verlieh seiner Überzeugung Ausdruck, dass keine strafrechtliche Untat vorliege. Lindhorst bestellte derweil eine Kamera, um den Kanal inwendig auf Problemstellen zu untersuchen. Und tatsächlich: Die Kamera lokalisierte ein unbekanntes Rohr, aus dem die Flüssigkeit floss. „Das kann noch ein alter Bestand sein, der im Rohr hängen geblieben ist und jetzt durch den Regen herausgespült wurde“, erklärt Lindhorst. Wer dafür verantwortlich ist, blieb aber auch einen Tag später unklar. „Den Bauern trifft keine Schuld“, soviel ist sich Lindhorst aber schon sicher. Er übergibt den Fall nun der Unteren Wasserschutzbehörde Kreis Lippe. „Jetzt gilt es herauszufinden, wo das Ganze herkommt“, lässt Justin Blum von der Pressestelle auf eine schnelle Klärung für das plötzliche Fischsterben hoffen. „Nicht, dass ich in einem halben Jahr wieder dieselbe Sache habe,“ sagt Lindhorst.

Uwe Berndt steht ratlos vor seinen toten Fischen: Die Graskarpfen, Kois und ein Stör starben über Nacht an einer Wasservergiftung im eigenen Teich. Wer für das plötzliche Fischsterben verantwortlich ist, ist aber noch unklar.yt



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