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Lügde will und muss Energie sparen – und investieren

Um Klimaschutz geht’s nicht nur in Kopenhagen

Lügde (jl). Klimaschutz ist derzeit d a s Thema – und zwar nicht nur beim Gipfel in Kopenhagen, sondern auch in Lügde. Denn die Stadt will und muss in den nächsten Jahren eine ganze Menge Sanierungen anschieben, um den Kohlendioxidausstoß ihrer diversen Gebäude herunterzuschrauben. Das schont die Umwelt und die Kasse.

veröffentlicht am 08.12.2009 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:41 Uhr

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414 000 Euro muss die Stadt derzeit noch jedes Jahr ausgeben, damit es in ihren Schulen, Turnhallen, Kindergärten, Friedhofskapellen und anderen Gebäuden hell und auch warm genug ist. Das sind die Kosten für den Verbrauch von rund 4000 Megawattstunden Energie für Heizung und Licht, die in insgesamt 34 Immobilien anfallen.

Diese Ausgaben ließen sich durch den Einbau neuer Heizungen und Lampen enorm reduzieren. Doch wer Geld sparen will, muss erst einmal welches ausgeben.

Um den Verbrauch, die Kosten und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase, aber auch mögliche Wege aus der Misere aufzuzeigen, hat die Verwaltung Anfang des Jahres die Ingenieure der Firma „K & L“ aus Hockenheim ins Boot geholt. Das Unternehmen hat in den letzten 28 Jahren fast 1300 Kommunen in ganz Deutschland betreut.

Prokurist Friedhelm Stappenbeck gab den Politikern im Bauausschuss jetzt einen Einblick in das gerade fertiggestellte Klimaschutzkonzept für Lügde und seine Ortsteile.

Kurzfristig, so rechnet der Ingenieur vor, lassen sich mehr als 60 000 Euro pro Jahr sparen, wenn die Stadt rund 350 000 Euro investiert. Der CO2-Ausstoß vermindert sich dann schon einmal um fast 116 Tonnen pro Jahr.

Fest eingeplant für 2010 ist schon der Neubau von Heizungen in der Grundschule und im Schulzentrum. Denn oben am Ramberg laufen immer noch die alten Nachtspeicheröfen. Und damit die Temperatur in der Sporthalle stimmt, muss dort an kalten Wintertagen auch mit Tagstrom geheizt werden. Denn die alte Heizungsanlage dort pfeift auf dem letzten Loch.

Welche Art Heizungen die Energieschleudern ersetzen sollen, ist noch nicht entschieden. Experte Stappenbeck rät in beiden Fällen zu einer Kombination aus Gasbrenner und kleinem Blockheizkraftwerk. Darüber befinden müssen die Politiker.

Weitere kurzfristige Baustellen etwa für den Austausch von Lampen oder den Einbau von Pumpen sollen die Grundschule Elbrinxen, die beiden Freibäder und die Feuerwehrhäuser in Lügde und Elbrinxen, das Rathaus, der Bauhof, das Heimatmuseum, die Kindergärten in Falkenhagen und Sabbenhausen sowie Sabbenhausens Sporthaus werden.

Fallen für den Austausch eines Teils der alten Leuchtstoffröhren in der Grundschule zunächst nur ein paar Tausend Euro an, so sind die Lampen im Schulzentrum zu alt, um sie aufzurüsten. Der komplette Austausch dort kostet fast 200 000 Euro – bei einer Ersparnis von nicht einmal 8000 Euro pro Jahr.

Deshalb findet sich dieser Posten im Maßnahmenkatalog auch erst in der Rubrik „mittelfristig“ – ebenso wie unter anderem die energetische Sanierung des Schulzentrums für 620 000 Euro, ein neuer Heizungskessel für Grundschule und Kindergarten (150 000 Euro) und eine ganze Liste weiterer dicker Brocken. Investitionen von insgesamt fast 1,2 Millionen Euro steht hier die jährliche Einsparung von knapp 68 000 Euro gegenüber. Allerdings stellt der Hockenheimer Fachmann den Lügdern auch Zuschüsse vom Staat für die eine oder andere Maßnahme in Aussicht.

Trotzdem meine Bauamtsleiter Günter Loges: „Ob wir uns das alles so leisten können, ist eine andere Frage.“ Er muss sich jetzt erst einmal durch den „Dschungel aus Fördertöpfen“ arbeiten.

Vor 40 Jahren war Nacht-strom billig. Doch längst macht die alte Heizungsanlage im Schulzentrum am Ramberg nicht mehr nur Hausmeister Martin Blome Sorgen. Denn sie ist eine echte Energieschleuder.

Foto: jl



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