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Tunnel bleibt heute Abend offen / Ingenieur: Extremes Ärgernis

Trafo schon wieder beschädigt – und aus dem Einbau wird nichts

Lügde (jl). „Wir sind ziemlich verzweifelt“, gestand Markus Nigmann gestern. Kurz zuvor hatte der „Stra-ßen.NRW“-Sprecher einen Dreizeiler abgesetzt, dessen Inhalt nicht nur der Straßenbau-Landesbehörde Bauchschmerzen bereitet: „Der für Mittwoch geplante Termin zur Sperrung des Emmerauentunnels in Lügde entfällt“, hieß es darin. Als Grund nannte Nigmann einen Transportschaden.

veröffentlicht am 12.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:21 Uhr

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Damit hat die Chronik der ganz real passierten Unwahrscheinlichkeiten rund um die unverzichtbare Stromversorgung des Lügder Tunnels ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Die Probleme begannen damit, dass am 8. Juni der nicht einmal zwei Jahre alte Transformator pünktlich zu Beginn des Liuhidi-Marktes und bei aufgerissener Mittlerer Straße durchschmorte – obwohl ein solcher Trafo, Fachleuten zufolge, in der Regel 30, 40 Jahre lang hält.

E.on Westfalen-Weser half zwar nach einer Woche Verkehrschaos mit einem zufällig passenden Trafo aus seinem Lager aus. Gut einen Monat später sollte dieser Aushilfs-Trafo dann durch das vom Hersteller in Italien reparierte tonnenschwere Teil oder gar ein neues – so ganz ließ sich das nicht klären – ersetzt werden. Doch vor Ort stellte sich heraus: Irgendwo auf der 1000-Kilometer-Strecke zwischen Vicenza und Detmold war das Gerät von einem Spediteur wohl nicht behutsam genug behandelt worden: Eine der drei Trafo-Spulen hatte eine Delle, und einige Kunststoffhalterungen innerhalb der Konstruktion waren gebrochen. Ein ganz ähnlicher Anblick bot sich den Fachleuten nun gestern. „Der beschädigte Trafo steht jetzt irgendwo bei Bielefeld herum“, sagte Markus Nigmann. Immerhin: Diesmal fiel der Schaden schon einen Tag vor dem für heute Nacht geplanten Einbau auf. Am 12. Juli waren zwei Experten der Wartungsfirma Cegelec eigens für den Austausch aus Dresden angereist, um dann unver-

richteter Dinge wieder abzufahren.

Für die Autofahrer hat das Malheur indes keine Folgen. Sie können den Tunnel weiterhin nutzen wie sonst – bis der Ersatz-Trafo irgendwann endgültig wieder ausgetauscht werden kann. Ein Datum gibt es dafür noch nicht.

Bei Straßen.NRW zeigt man sich derweil enttäuscht. „Es war alles eingeteilt“, sagt Sprecher Nigmann. Und der bei der Behörde für alle 21 Tunnel im Lande verantwortliche Elektroingenieur Ingo Bresser schien die Hiobsbotschaft gestern noch gar nicht recht fassen zu können. „Das ist ein absolutes Unding und nicht die Regel “, sagte Bresser. In seinem vorigen Job habe er ständig mit Bauteilen zu tun gehabt, die durch die halbe Welt geschickt wurden – „und da war der Transport nie ein Problem“.

Ärgerlich sei die wiederholte Panne für alle, befand Bresser. „Für uns, für den Bauhof der Stadt Lügde, der die Schilder für die Umleitung schon vorbereitet hat, aber auch für die Firma Cegelec, die ja die Gewährleistungsverantwortung trägt.“ Für den Elektroingenieur ist nach dem „extremen Ärgernis“ aber auch klar: „So kann es auf keinen Fall weitergehen.“ Straßen-NRW könne wegen der Wartungsverträge aber nur begrenzt eingreifen.

Zuletzt war der Emmerauentunnel am 12. Juli ein paar Stunden lang dicht. Das wird heute immerhin nicht passieren, denn der neuerliche Trafo-Schaden fiel nun schon vor dem Transport nach Lügde auf. Foto: jl



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