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Traditionelle Roggenernte des Dechenvereins auf einem Ausweichfeld

Stroh-Überschuss für den Osterräderlauf

LÜGDE. Auch wenn die Trockenheit der letzten Wochen der Landwirtschaft allgemein erheblich Sorgen bei der Getreideernte bereitet hat – die Lügder Dechen hatten keinen Grund zu klagen. Nicht zuletzt wegen der außerordentlichen Witterungsbedingungen vor allem in der Wachstumsperiode trafen sich jetzt zahlreiche Dechenmitglieder schon drei Wochen früher als gewohnt, diesmal allerdings am „Brakerfeld“ (Harzberger Straße), um das Roggenstroh für den Osterräderlauf 2019 zu mähen.

veröffentlicht am 23.07.2018 um 15:38 Uhr

Die Ernte des Roggenstrohs mit dem historischen Mäher erfordert schon jede Menge Geschick. Die Dechen ernteten auch diesmal wieder das erforderliche Langhalm-Roggenstroh komplett von ihrem eigenen Feld. Foto: Dieter Stumpe/PR

Autor:

Joachim krause
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Der Ertrag bei der Ernte fiel trotz der widrigen Umstände zufriedenstellend aus. Während die Landwirte mehr die Qualität des Korns interessiert, geht es den Brauchtumsbewahrern des Osterräderlaufs vorrangig um das Stroh, denn das wird zum Stopfen der sechs Räder Ostern 2019 benötigt. Davon gibt es zwar genug, aber wegen des frühen Erntetermins aufgrund der anhaltenden Trockenheit fehlt es diesmal etwas an der gewünschten Länge des Halms. „Das reicht gerade so“, begutachtet Pressesprecher Dieter Stumpe fachmännisch. „Aber aufgrund der Wetterprognosen mit der großen Hitze hätte uns längeres Warten auch nichts mehr gebracht.“

Im Oktober 2014 hatte der Dechenverein zunächst als Versuch auf dem Feld am Osterberg einen Teil dieses benötigten Roggens angebaut. Der Rest kam dann vom Feld am „Silberbrink“. Der Test verlief erfolgreich, und so konnte man 2016 erstmals und 2017 erneut eine Kompletternte von der 3200 Quadratmeter großen Fläche am Osterberg einholen. „Es war schon immer schon der Wunsch des Vereins gewesen, auf einem eigenen Feld diesen Spezial-Roggen anzubauen“, sagt Dechen-Pressesprecher Dieter Stumpe. Um das Feld am Osterberg zu schonen, hatte sich Landwirt und Deche Franz-Josef Schlieker entschieden, nun mal wieder auf ein anderes Feld an der Harzberger Straße auszuweichen, um diese spezielle Roggensorte mit ihrer besonderen Halmlänge anzusäen, die sich beim Osterräderlauf bewährt hat. Stumpe: „

Es war schon immer schon der Wunsch des Vereins gewesen, auf einem eigenen Feld diesen Spezial-Roggen anzubauen.

Dieter Stumpe, Dechen-Pressesprecher

Heute wird Getreide auf deutlich kürzeren Halmen von der Landwirtschaft bevorzugt. Die Mäher sind nur noch darauf eingestellt.“ Für das Stopfen der Räder aber braucht man unbedingt die längeren Halme, denn die sind besser in den Speichen zu befestigen und fallen beim Lauf selbst auch nicht so schnell aus dem Rad heraus. „Das führte sonst dazu, dass die Räder im unteren Teil ihres Laufes vermutlich größtenteils schon nicht mehr brennen würden“, erklärt Dieter Stumpe.

Wegen dieser Besonderheit der Halmlänge ist beim Dechenverein diese Getreideernte dann eben nicht ganz so komfortabel wie das heute mit den modernen Erntemaschinen möglich ist. Die Dechen als Traditionsverein haben sich entsprechend auf diese Herausforderung vorbereitet und vollziehen die Ernte mit historischer Geräteausrüstung. Dazu kommt auch noch jede Menge Handarbeit.

„Für den Räderlauf brauchen wir etwa einhundert Bund Stroh“, weiß Stumpe aus Erfahrung. „Wenn wir 400 Garben ernten, dann entspricht das der für einen Räderlauf erforderlichen Menge. Jetzt haben wir aber sogar 500 Garben aufgeschichtet, die etwa 125 Bund Stroh ergeben. Pro Füllung für jedes der sechs Räder benötigen wir 18 bis 20 Bund. Damit haben wir auch etwas über, und das geht dann in unsere Reserve für die kommenden Jahre.“ Dieses Stroh wird trocken in der Dechenscheune am Dallensenweg eingelagert.

Geplant ist, dass die Dechen voraussichtlich Anfang September das Stroh in der Dechenscheune dreschen werden. Das Roggenkorn erhält dann der Landwirt Franz-Josef Schlieker, der das Saatgut im letzten Herbst eingesät hatte.



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