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Seniorenbeirat: Stufe gefährlich

Stolperfalle Friedhofshalle

LÜGDE. Der Besuch einer Friedhofskapelle sollte die Gesundheit nicht gefährden. In Lügde ist dieses Risiko aber nicht völlig auszuschließen. Denn die Haupttür der Halle auf dem Friedhof an der Kilianskirche birgt eine Stolperfalle. Vor allem für Besucher, die das Gebäude nach einer Trauerfeier wieder verlassen.

veröffentlicht am 20.02.2018 um 14:51 Uhr
aktualisiert am 20.02.2018 um 15:30 Uhr

Die Bundsandstein-Stufe an der Haupttür der städtischen Friedhofskapelle in Lügde hebt sich zwar farblich vom Innenraumbelag ab – nicht aber von den Steinen im Eingangsbereich davor. Wer die Halle durch diese Tür verlässt, kann die Stufe übersehen. F
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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„Der Fußbodenbelag in der Kapelle ist dunkel, und beim Gang nach draußen ist die folgende Stufe nicht ohne Weiteres zu erkennen“, sagt Hubert Thiele, der Lügdes Seniorenbeirat vorsteht. An dieser Stelle seien schon mehrere Besucher gestolpert. „Zuletzt ist eine Besucherin einer Trauerfeier im Januar gestürzt.“ Das hat Hubert Thiele miterlebt.

Von schlimmen Blessuren soll die Frau zwar verschont geblieben sein. Doch Thiele sieht in der Bundsandsteinstufe, auf die nach draußen ein Sandsteinboden in derselben Farbe folgt, eine Gefahr. Deshalb informierte er am Rande der letzten Bauausschusssitzung Lügdes Stadtverwaltung und die Baupolitiker darüber. Er findet: „Bei der geplanten Fußbodensanierung sollte man die Stufe am besten ganz verschwinden lassen.“

Die Sanierung dürfte allerdings noch eine Weile auf sich warten lassen. Zwar hatte die Bauverwaltung sie schon im Herbst 2016 ins städtische Hochbauprogramm für 2017 aufgenommen. 7000 Euro waren für die Behebung der „baulichen Mängel“ geplant. Doch dann wurde das städtische Bau-Budget gedeckelt, und der Fußboden der rund 50 Jahre alten Kapelle rückte in der Dringlichkeitsliste nach hinten, in die „zweite Priorität“. Die bedeutet: Schieben.

Für dieses Jahr nahm Bauamtsleiter Gregor Günnewich im vergangenen Herbst die Maßnahme erneut in die Liste „Besondere bauliche Unterhaltung“ auf – und wieder flog sie, mit Zustimmung aller Baupolitiker, aus dem Programm. Mit einem Unterschied: Inzwischen werden 12000 Euro für die Erneuerung des Fußbodens veranschlagt.

Dass man im Rathaus andere, dringendere Maßnahmen der Bodensanierung in der Kapelle vorzieht, weiß auch Hubert Thiele. Deshalb regt er an, „die Stufe jetzt erst einmal farblich zu markieren“.

Im Protokoll der fraglichen Sitzung ist zum Thema der Satz vermerkt: „Verwaltungsseitig wird Bearbeitung zugesagt.“ Seither sind rund zwei Wochen vergangen. Getan hat sich bisher jedoch nichts.

Personelle Gründe dürften die wahrscheinlichste Ursache sein. Denn: Alle Mitarbeiter im Lügder Rathaus, die mit der Materie befasst sein könnten, sind derzeit krank. „Die Grippewelle hat uns voll getroffen“, sagte am Dienstag ein Beamter aus einer anderen Abteilung, der die Stellung hält.

Mein Standpunkt
Juliane Lehmann
Von Juliane Lehmann

Was Ge- und Verbote auf den städtischen Friedhöfen betrifft, lässt Lügdes Friedhofssatzung kaum etwas aus. Selbst die Musik bei Trauerfeiern ist in dem Papier reglementiert. Dass die Stadt den Besuchern einen gefahrlosen Ein- und Austritt in die Kapelle ermöglichen muss, steht indes nicht in dem Regelwerk. Doch da dürfte die Verkehrssicherungspflicht der Kommune greifen. Denn die Stolperfalle ist von innen wirklich nicht gut zu erkennen. Von den vielleicht aufgewühlten Besuchern einer Trauerfeier ist zudem keine gesteigerte Aufmerksamkeit für den Fußboden zu erwarten. Deshalb sollte die Verwaltung schnell veranlassen, dass zumindest ein farbiger Warnstreifen gezogen wird, bevor sich beim nächsten Sturz jemand ernstlich verletzt. Das würde garantiert teurer als die Markierung mit Pinsel und Farbe.

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