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Oberdeche Stumpe findet keinen Nachfolger

Stehende Laserbilder zum Osterräderlauf

Lügde. Die Wächter des Osterbrauchtums in Lügde sind vorsichtig innovativ, denn „wir können uns der Zeit nicht verschließen,“ resümierte ein sichtlich stolzer Uwe Stumpe am Freitagabend. Die ordentliche Generalversammlung des Osterdechenvereins hatte rund 20 Prozent der gegenwärtig 561 Mitglieder ins Hotel Sonnenhof, und im vollen Saal herrschte viel aktive Beteiligung an den vorgetragenen Themen.

veröffentlicht am 07.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 16:21 Uhr

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Oberdeche und Vorsitzender Uwe Stumpe konnte zufrieden „auf ein Jahr der Ruhe, wo wir nicht vor Gericht erscheinen mussten und einen wunderschönen Räderlauf“ zurückblicken und verwies auf die zahlreichen hinter den Kulissen erledigten Arbeiten, die das Image der Dechen nachhaltig unterstützten. Dazu gehört auch, sich nicht von den Entwicklungen der Zeit abzukoppeln und den Osterräderlauf nicht gegenüber anderen Festen und Veranstaltungen ins Hintertreffen geraten zu lassen.

So hatte Stumpe im letzten Jahr beim Lichterfest in Bodenwerder Kontakt zu jenem Unternehmen aufgenommen, das die mit viel Zustimmung und Begeisterung aufgenommene Lasershow inszeniert hatte. Möglicherweise, so Stumpe, sei die Lasertechnik ein zusätzlicher Aspekt, der Lügdes Osterräderlauf weiter nach vorne bringen und für Besucher interessanter machen könne, denn schließlich „sind wir die Ersten im Jahr in der Reihe der Großveranstaltungen.“ Allerdings sei das mit viel Arbeit verbunden, und auch die finanziellen Dimensionen seien riesig.

Daraufhin hatte der Dechenverein, was wohl viele Lügder erstaunte, einen Test mit einer Laserprojektion durchgeführt (wir berichteten), und nun wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Da eine Lasershow mit bewegten Bildern à la Bodenwerder sehr teuer und finanziell nicht zu stemmen sei, so Stumpe, werde in diesem Jahr doch erstmalig eine Laserprojektion mit stehenden Bildern für eine visuelle Neuerung sorgen. „Eigentlich könnte man damit sogar das gesamte Umfeld, den Kirchberg oder den ganzen Talkessel befeuern,“ befand der Oberdeche.

Doch die vorsichtigen Dechen gehen ganz pragmatisch vor. Zum Osterfest soll die Geschichte des Räderlaufes per Laser am Osterberg erstrahlen, und, wenn das nicht von den Zuschauern angenommen wird, mit einer erneuten Diskussion in andere Bahnen gelenkt werden.

Damit wird quasi dem Vorsitz von Uwe Stumpe im Dechenverein ein leuchtender Höhepunkt aufgesetzt, denn, darauf wies der Oberdeche eindringlich hin, sei sein Rücktritt im Jahr 2015 nach 18 Jahren Amtszeit beschlossene Sache. Das war schon lange angekündigt, und darum hat sich der Verein inzwischen auf die Suche nach einem adäquaten Nachfolger gemacht. Doch hagelte es bisher von den Angesprochenen nur Absagen. „Vielleicht muss man auch das Ehrenamt hinterfragen, ob es noch zeitgemäß ist,“ bedauerte Stumpe, „und auch das Amt des Vorsitzenden müsste möglicherweise strukturell überdacht werden.“

Der Appell an die Versammelten brachte jedenfalls keinen Bewerber um den Vorsitz hervor, und so wird man bis zu Stumpes endgültigem Rückzug noch reichlich Überzeugungsarbeit zu leisten haben. Dass dieses Amt viel Initiative und Engagement verlangt, legte er in einem sehr persönlichen Resümee dar. „Als ich das Amt 1998 übernommen habe, lag der Räderlauf am Boden. Es ist mir gelungen, ihn bis 2014 zu erhalten, doch es reicht nicht, Gäste zu locken – und das war’s. All‘ das kann man nicht alleine erledigen, und es ist wichtig, dass dieses Brauchtum niemals untergeht“, mahnte er.

Mit der Neuwahl von Torben Blome zum Geschäftsführer ist der Vorstand nunmehr wieder komplett – zunächst zumindest.ar



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