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Gedanken an Sternenkinder und Frühchen

Spuren am Wunschbaum hinterlassen

RISCHENAU. Die auf Sternen geschriebenen Gedanken über Spuren, die jemand oder etwas in ihrem Leben hinterlassen hat, wurden an die neu gepflanzte Eiche im Rischenauer Burgpark gehängt.

veröffentlicht am 16.09.2018 um 14:12 Uhr

Persönliche Gedanken kann auch in Zukunft jeder, der das möchte, an diesen Wunschbaum im Rischenauer Burgpark hängen. Foto: Afk

Autor:

Joachim Krause
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„Meinem kleinen Stern“, „Du bist immer bei uns“, „Was erwartet dich in dieser Welt?“ Das und Ähnliches ist auf mehr als 200 Sternen zu lesen, die seit dem Samstagnachmittag an einer frisch gepflanzten Eiche im Rischenauer Burgpark hängen. Spuren, die etwas in ihrem Leben hinterlassen haben, haben hier Menschen auf diese laminierten Sterne geschrieben. Das sind Erinnerungen, aber auch Hoffnungen, Ausdruck von Dankbarkeit, Liebe und Hilfe. „Unseren Wunschbaum wollen wir hier mit dem Ziel hinterlassen, dass er viele dazu bringen möge, ihre Gedanken dort auch zu verewigen“, sagt die Vorsitzende des bundesweit organisierten Vereins „Sternenzauber und Frühchenwunder e.V.“, Mandy Krämer.

Zum Abschluss ihres Jahrestreffens mit einem öffentlichen „Schau-mal-rein-Tag“ bildeten viele, der rund 650 Besucher dieses Tages eine Menschenkette um diesen neuen Baum, der auch noch eine Erinnerungstafel bekommen wird. Neben den vielen persönlichen Notizen erinnert der Verein all jener Kinder, die bereits vor, während oder kurz nach der Geburt starben (das sind rund 30 000 pro Jahr) aber auch als Frühgeburten (sogenannte „Frühchen“) den Kampf ums Leben gewonnen haben, die eben auch Spuren hinterlassen haben.

Seit 2013 gelten Kinder, die vor der 40. Schwangerschaftswoche und ab einem Gewicht von 500 Gramm geboren werden, als Menschen, können mit einem Namen beim Standesamt registriert und im Todesfall auch beerdigt werden. Für diese Winzlinge aber gibt es keine passende Bekleidung. Hier setzt der noch junge Verein mit Sitz in Hamm mit seinen inzwischen 1450 Mitgliedern an: „Wir wollen auch den Jüngsten die Würde angedeihen lassen, die ihnen zusteht“, sagt Krämer und weiß dabei Menschen um sich, die meistens selbst eigene Erfahrungen aus ihrer Lebensgeschichte mitbringen. Die Aktiven haben es sich zur Aufgabe gemacht, jedem kleinen Menschlein – und sei es noch so winzig – passende Kleidung über Krankenhäuser, Hebammen oder Bestatter kostenlos zur Verfügung zu stellen, die von ihnen ehrenamtlich hergestellt wird. Betroffene Eltern erhalten zudem zwei kleine Erinnerungsstücke. So haben diese die Möglichkeit „ihren kleinen Stern“ nicht nur im Herzen, sondern auch als greifbare Erinnerung bei sich zu tragen.

Auch wenn es ein sehr emotionales Thema ist, dessen sich der Verein da annimmt – neben mancher vergossenen Träne wird aber vor allem viel gelacht und viel Fröhlichkeit verbreitet an diesem speziellen Tag.

Und dann gibt es den bewegenden Moment im Burgpark, als sich Erwachsene und Kinder zum Kreis des Gedenkens um den Wunschbau aufstellen und Seifenblasen die Gedanken symbolisieren...



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