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„ZeitSprung“ entführte in Musik-Renaissance

Spiegel der Jahrhunderte

ELBRINXEN/LÜGDE. Wie klangen Weihnachtslieder in der Renaissance? Gudrun Wosnitza und Antje Schmidt aus Elbrinxen und Bad Pyrmont bilden das Duo „ZeitSprung“ und haben diese Frage in zwei Konzerten in der Kirche Elbrinxen und in der St. Johannis-Kirche in Lügde wieder einmal eindrucksvoll musikalisch beantwortet.

veröffentlicht am 15.12.2017 um 15:37 Uhr

Gudrun Wosnitza (re.) mit dem Krummhorn und Antje Schmidt (Gesang) begeisterten in zwei Konzerten mit weihnachtlicher Musik der Renaissance. foto: Afk

Autor:

Joachim Krause
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„Am Weynacht Abend in der Still“ lautet die erste Zeile eines Weihnachtliedes aus dem Strassburger Gesangbuch von 1697, die diesem Konzert den Titel verlieh. Dabei waren die beiden Künstlerinnen tief in die Literatur der Musik aus dem 14. bis 16. Jahrhundert eingedrungen und stellten daraus ein gut einstündiges Programm mit Liedern zur Weihnacht aus der kirchlichen Liturgie in lateinischer, aber auch in deutscher Sprache zusammen, ergänzt um volkstümliche Weisen, die zum Teil noch heute gesungen werden.

Aber es ist weniger der Bekanntheitsgrad einer Melodie oder eines Textes, der bei „ZeitSprung“ im Mittelpunkt steht, als vielmehr die Absicht, das Publikums zum Zuhören zu bewegen. Gudrun Wosnitza begleitet auf Originalinstrumenten jener Epoche, dem Krummhorn, diversen Flöten, einer Schalmei, dem Gamshorn, mit der Drehleier oder dem Dudelsack. Sie wird damit zur einfühlsamen Begleiterin von Antje Schmidt, die mit ihrer kraftvollen warmen Stimme den Liedern Inhalt gibt.

Beide moderieren ihre Beiträge, vermitteln zu jedem Titel geschichtlichen und musikalischen Hintergrund und tragen mit diesen Kontexten auch zum Verständnis der für unsere heutigen Ohren eher fremd klingenden Textinhalte und Klänge bei.

Das Duo lässt zudem den Zuhörern die Zeit, unterstützt von der Akustik der Kirchengebäude, diese Musik nachhaltig auf sich wirken zu lassen. So wie sie es auch zur Zeit der Renaissance tat, als die Musik, sei sie gespielt oder gesungen, die Menschen über Generationen hinweg emotional berührte.

„Um das zu erreichen, bediente man sich einfach auswendig zu lernender Texte und Melodien, die mündlich weitergegeben werden konnten“, erklärt Gudrun Wosnitza. Letztlich haben sie dadurch auch zur Verbreitung des Christentums beigetagen.

Das Ereignis von Christi Geburt berührt die Menschen vor Jahrhunderten bis heute auf eine ganz besondere Weise. Dem trugen auch die beiden Konzerte des Duo „ZeitSprung“ Rechnung, indem es ein Programm zusammenstellte, das kirchliche und weltliche Lieder gleichermaßen ganz im Sinne des Vorwortes des Strassburger Gesangbuches als eine „Auswahl aus erlesenen, uralten und neuen Gesängen“ berücksichtigte.

Zusammen mit Liedern auch aus dem „Glogauer Liederbuch“ um 1480, das mit geistlichen und weltlichen Vokal- und Instrumentalstücken der Spätgotik als ältester bekannter Stimmbuchsatz Mitteleuropas gilt, bildet es einen Fundus, aus dem sich die Beiden für dieses Programm bedienten.

Das Duo „ZeitSprung“ erfreut sich einer zunehmend größeren Fangemeinde, und die dankte den beiden Hobby-Musikerinnen mit viel Beifall für diese ganz speziellen Konzerte, an deren Ende es dann als Zugabe sogar noch alpenländische Jodler zu hören gab.



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