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Viel Applaus für Elbrinxens Dorfbühne zur Premiere von „Natur pur“

Spaßfaktor Geldgier

Elbrinxen. Der Boden ist ausgelegt mit Rindenmulch, und auf einer kleinen Anhöhe stehen ein paar Tannen. Ebenso wenig fehlen Vogelgezwitscher auf der Bühne der Marktscheune wie der gemalte Wald-Prospekt im Hintergrund. Unter einer Dachrinne steht eine alte Waschwanne, die an diesem Abend eine tragende Rolle spielt. Und als aus dem Schornstein der echt wirkenden Holzhütte weißer Rauch aufsteigt, dürfte sich wohl endgültig jeder fühlen wie im Wald. Für das tolle Bühnenbild bekommen die Macher kräftigen Beifall, noch bevor die Premiere des neuen Stücks „Natur pur“ der Elbrinxer Dorfbühne so richtig beginnt. Und Bernd Gombolds Dreiakter hält, was der Titel verspricht. Dafür sorgen unter der Regie von Katrin Buhr elf Laienspieler auf und zahlreiche Helfer hinter den Kulissen.

veröffentlicht am 06.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 06:21 Uhr

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Autor:

Wolfgang Siefert
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Das Bühnenstück scheint den Elbrinxer Darstellern wie auf den Leib geschneidert: Die rüstige Oma Maria – wie immer herrlich gespielt von Helga Schäfsmeier – hat zu ihrem 75. Geburtstag ihre gesamte Sippschaft in ihre eine Hütte mitten im Wald eingeladen. Ihre mittlerweile erwachsenen aber deshalb nicht unbedingt wohlgeratenen Kinder folgen der Einladung nur widerwillig und bringen ihren Unmut ungeschminkt zum Ausdruck. Giftpfeile zwischen den Damen Martha (Ingrid Golinski) und der desinfektionsfreudigen Lydia (Bärbel Köster) werden geschossen, aber auch ihr Ehemann Erich (Klaus Zumhasch) geizt nicht mit Nörgeleien.

Eine Sonderrolle ist dem sprachgestörten Sohn Rudi zugedacht. Axel Hagemeyer erfüllt diese schauspielerische Herausforderung mit der Note eins. Allein die Mimik des 33-Jährigen bringt die Besucher immer wieder zum Toben und Johlen und stachelt auch die anderen Mitspieler an.

Beim Versuch, ein Zelt aufzubauen, eskaliert die Waldparty in Streit und Zank. Als Oma in der Hütte 50 000 Euro Bargeld findet, wird die Geldgier der möglichen Erben geweckt – und Oma freut sich diebisch über die Kehrtwende im Verhalten ihrer Lieben. Die Situation spitzt sich zu, die Handlung nimmt immer konfusere Züge an. Ein überdrehter Schmetterlingsfänger Wilhelm Würmlein (köstlich gespielt von Friedel Kopei) taucht auf, muss sich aber ebenso in dem ganzen Durcheinander behaupten wie ein rustikaler Waldarbeiter (Heiner Janetzko), eine schreckhafte Nordic-Walkerin (Steffi Sulejmani) oder der lockere Tom (Marcus Maiser). Ein windiger Finanzmakler (Marcus Maiser) treibt sein Spiel nicht nur mit seiner Freundin Christine (Friederike Klinge), sondern auch mit der Oma Maria.

Wer sich als Sieger durchsetzt und wer in den Besitz des Geldes kommt, wird hier natürlich nicht verraten, denn nach der Premiere und der Folgeveranstaltung am Samstag kommt es am nächsten Freitag und Samstag, 10. und 11. Oktober, zunächst zu zwei weiteren, allerdings dem Vernehmen nach schon ausverkauften Auftritten der Dorfbühne.

Als Katrin Buhr ihr Team am Schluss einzeln vorstellt, stellt sie amüsiert fest, das die Souffleuse Doris Falke nicht eingreifen musste, obwohl die Texte hier und da schon abgewichen seien vom Drehbuch. Dem Publikum war‘s egal. Es spendete lang anhaltenden Applaus.

Noch meint Rudi (Axel Hagemeyer, Mitte), den Einbrecher gestellt zu haben. Doch am Ende war es „nur“ der Waldarbeiter Hartmut Hammer (Heiner Janetzko). heb

Ein hübsches Paar: Helga Schäfsmeier (li.) und Friedel Kopei in ihren Glanzrollen als Oma Maria und überdrehter Schmetterlingsfänger. heb



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