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„Vergreisung“ Bad Pyrmonts vorbeugen / Bank stellt preisgekrönte Planungen vor

Sparkasse will mit „Wohnpark Alt Bathildis“ Gegenbewegung einleiten

Bad Pyrmnont (uk). Bad Pyrmont ist alt – und wird noch älter. Martin Lauffer, Chef der Stadtsparkasse Bad Pyrmont, skizzierte am Donnerstag sogar das Bild einer „vergreisenden“ Kurstadt mit allen negativen Begleiterscheinungen. Doch dazu muss es erst gar nicht kommen. Mit dem Projekt des generationsübergreifenden Wohnens auf dem Gelände des alten Bathildiskrankenhauses an der Solbadstraße will die Bank eine Gegenbewegung einleiten.

veröffentlicht am 04.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 02:41 Uhr

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In der Wandelhalle stellte die Bank gestern vor geladenen Gästen die preisgekrönten Planungen des Architektenwettbewerbs für den „Wohnpark Alt Bathildis“ samt Siegerentwurf des Büros „dreibund architekten“ aus Bochum vor, die im März von einer Jury bewertet worden waren (wir berichteten).

In seiner Begrüßung ließ Lauffer keinen Zweifel daran, dass die demographische Entwicklung für Bad Pyrmont nichts Gutes verheiße. Bis zum Jahr 2025 werde die Zahl der Bewohner von 21 000 auf 19 700 sinken, zitierte er aktuelle Berechnungsergebnisse. Entscheidender sei es aber, dass sich dabei die Zahl der 25- bis 44-Jährigen um 25 Prozent reduziere, während die Zahl der über 80-Jährigen um 25 Prozent zunehme. „Das Durchschnittsalter steigt von 50 auf 60 Jahre.“ Eine Folge, die ihn als Banker besonders träfe: „Die Immobilienpreise würden dramatisch sinken“, so Lauffer.

Dabei habe Bad Pyrmont auf den Gebieten Gesundheit, ärztliche Versorgung, Wellness oder der Seniorenbetreuung Chancen, viel stärker am Wachstum des Seniorenmarktes teilzuhaben als andere Kommunen. „Wir müssen uns aber heute die Frage stellen, welche Voraussetzungen wir dafür schaffen wollen.“

Ihren Beitrag für Bad Pyrmonts Zukunft will die Stadtsparkasse mit dem Wohnpark „Alt Bathildis“ leisten. „Das ist auf jeden Fall genau die Lösung, die wir gesucht haben“, machte der Jury-Vorsitzende Prof. Walter Krings deutlich und wies auf die nicht selbstverständliche einstimmige Entscheidung des Gremiums hin. Er hob die aufgelockerte Bauweise, die klare, kompakte Gliederung und die disziplinierte Zurückhaltung bei der Fassadengestaltung hervor. Der Plan verbinde Ökonomie, Ökologie und Soziales miteinander und erfülle so das Kriterium der Nachhaltigkeit. „Ich bin mir sicher, dass es städtebaulich ein Gewinn würde“, so Prof. Krings.

Olaf Ballerstedt vom Siegerbüro „dreibund“, der von der Sparkasse mit weiteren Planungen beauftragt worden ist, erläuterte seinen Entwurf, der den Geist und die Atmosphäre der Stadt und ihre städtebaulich prägenden Elemente aufgenommen habe. Er passe sich gut an die umgebende Bebauung an, benötige keine zusätzliche Erschließung und lasse genügend Freiraum. „20 Prozent des Grundstücks sollen bebaut werden, das entspricht in etwa der heutigen Bebauung“, so Ballerstedt. Rechtlich möglich wären 40 Prozent gewesen.

Doch die spannendste Frage ist noch nicht beantwortet: Wird aus dem Plan Wirklichkeit? „Die Kostenrechnungen lassen uns noch nicht jubeln“, so Lauffer, der hofft, dass der Wohnpark als Pilotprojekt vom Land gefördert wird.

Der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Hans-Georg von Bodecker, begrüßte im Gespräch mit den Pyrmonter Nachrichten das Projekt. Er zeigte sich aber skeptisch, dass es gelingen werde, genügend Pyrmonter dafür zu gewinnen. „Dafür wird auch im Umland kräftig geworben werden müssen.“

Martin Lauffer (li.) und Olaf Ballerstedt mit einem Modell des Siegerentwurfs.Foto: uk



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