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14 junge Nieser Schützen in New York

Souvenirs gab‘s auch im Tausch mit der Polizei

Niese / New York. Der Anspruch war: Mal sehen, wie‘s die Anderen machen. Denn die 14 Männer des Schützenvereins Niese-Köterberg, die sich zur Steuben-Parade nach New York aufmachten, spekulierten durchaus auf ein paar Anregungen zum Aufmotzen ihres nächsten Schützenfests. Und natürlich wollte die junge Truppe – keiner der Reisenden ist älter als 35 Jahre – auch abseits des deutsch-amerikanischen Brauchtumsspektakels ein bisschen feiern und New York entdecken.

veröffentlicht am 30.09.2013 um 22:34 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 12:43 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Das hat auch bestens geklappt, unter anderem mit einer Stadtführung zu Fuß und dem Besuch des Oktoberfests. Aber mit den Anregungen ist das so eine Sache. Natürlich will Schützenoberst Sven Heier die pompöse Parade in New York nicht ernsthaft mit dem Nieser Umzug vergleichen. Und doch findet er: „Wir hätten das besser gemacht.“ Denn das Finale geriet ein bisschen sang- und klanglos: „Am Ende der Parade in der 5th Avenue geht man über einen roten Teppich – und 20 Meter weiter verläuft sich einfach alles.“

Und doch hat sich die Erfahrung gelohnt. Denn Kontakte knüpfen konnten die Nieser Schützen durchaus. „Wir haben Leute aus Höxter kennengelernt“, erzählt er. „Die wollen uns mit einer Abordnung besuchen.“ Und auch mit Schützen aus Lippstadt und Warburg habe man Adressen ausgetauscht. Dass es dazu keiner so weiten Reise bedurft hätte, quittiert er achselzuckend. „In Deutschland hätten wir die ja nie kennengelernt.“

Vom New Yorker Oktoberfest, das gleich nach der deutsch-amerikanischen Freundschafts-Parade gefeiert wird, hat Heier übrigens ein ganz spezielles Souvenir mitgebracht: Ein Uniformierter schenkte ihm dort eine goldglänzende Marke. „Honour Guard Clarkstown Police“ ist darauf zu lesen. Der Polizist bekam dafür eine Anstecknadel aus Niese. „Ein paar von uns werden sich auch neue Krawatten, Scherpen und Mützen kaufen müssen“, erzählt der Oberst amüsiert. „Dafür haben sie jetzt Polizeimützen.“ Was ihn am Rande des Fests indes irritierte, war der Anblick eines Polizisten, den das Tragen seiner Waffe nicht am Trinken hinderte. Da möchte Heier fast hoffen, dass der Mann kostümiert war.

4 Bilder

Hier hielten sich einige Nieser zunächst zurück: Beim ersten Empfang im Vorfeld der Parade kreuzten nur eine Handvoll Schützen in Uniform auf. „Als wir aus dem Hotel kamen und zur U-Bahn gingen, war uns das anfangs ein bisschen unangenehm“, gesteht Heier über den Auftritt in schwarzer Jacke, weißen Hosen und mit grüner Mütze. „Aber wir haben so viel positives Feedback bekommen, und später wollten alle Fotos mit uns machen.“ So habe eine Passantin ihre auswärtige Begleiterin auf die Nieser hingewiesen und ausgerufen: „That‘s New York“.

Der 35 Jahre alte Familienvater Heier hat dort natürlich auch seine ganz persönlichen Eindrücke gewonnen. „Straßenzüge, die nie die Sonne sehen,“ gehören dazu. „Das ist wie im Kino in der ersten Reihe: Man guckt nur nach oben.“ Mal ein Jahr dort arbeiten – das wäre okay. Aber dann wieder weg. Fall er nun Sehnsucht nach NY bekommen sollte, kann er sich immerhin an seinen Mitbringseln freuen. „Typisches Touristenzeug eben“, sagt er über die kleine Freiheitsstatue, den King Kong auf dem Empire State Building und dem US-Nummernschild mit den Vornamen seiner Kinder darauf.

Daheim in Niese, schätzt Heier den eigenen Garten am Haus mit Klettergerüst für die Kinder umso mehr – auch, wenn es hier nicht an jeder Ecke einen Imbiss gibt. Allerdings ist es in Niese auch deutlich weniger hektisch. Niemand muss sich fürchten, nachts durchs Dorf zu gehen. Seinen ersten Spaziergang unternahm Heier, der nicht nur Schützen-Oberst, sondern auch Lügdes jüngster Ortsbürgermeister ist, am Tag nach dem Rückflug. „Da wirkten die Häuser noch ein bisschen kleiner“, erzählt er.

Das wird der Rest der Truppe auch bald feststellen können. Denn die letzten Nieser haben noch ein paar Tage USA-Sightseeing drangehängt. Sie werden Donnerstag in der Heimat zurückerwartet.

Am Central Park verfolgen viele Schaulustige die Parade. Die Veranstalter sprachen von etwa 5000 Teilnehmern. pr

So weit gereist ist die Vereinsfahne des Traditionsvereins noch nie – möglich machte es die vor drei Jahren geborene Idee zum New-York-Trip. pr



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