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Die Plage auf dem Bankett

Sollen Ahorne abgeholzt werden, weil sie viele Samen werfen?

FALKENHAGEN. Lebten an der Henkenbrinker Straße im Lügder Ortsteil Falkenhagen massenhaft Familien mit Kindern, dann würden sie sich vielleicht weniger stören an den Ahornen auf den Grünstreifen vor ihren Grundstücken. Hier aber hat offenbar keiner Spaß daran, sich die Samenflügel auf die Nase zu kleben.

veröffentlicht am 24.09.2018 um 22:04 Uhr

Dem ersten Anschein nach ein friedlicher Anblick: die Henkenbrinker Straße im Lügder Ortsteil Falkenhagen. Doch die Anwohner sind sauer. Sauer auf die Ahornbäume, deren Samen ihnen als Plage erscheinen. Sie fordern von der Stadt die sofortige Abholzu
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Den Anwohner ist die Ordnung in ihren Gärten wichtig. Sie fordern: Die Bäume müssen weg.

Nicht einmal die nuancenreiche Herbstfärbung stimmt die Nachbarn gnädig. Sie sind vielmehr genervt vom Lauf der Natur. Denn die zu Boden gefallenen Samen-Propeller bringen im Folgejahr reichlich Schösslinge hervor. Sprießen die Samen im Rasen, reicht regelmäßiges Mähen. In den Beeten aber muss zupfen, wer keinen Wildwuchs will.

Extrem viele Mini-Ahorne sprossen im vergangenen Jahr, denn 2016 war ein Mastjahr. Das sind bekanntlich Jahre, in denen Bäume besonders viele Früchte produzieren.

Dem Naturschutzbund NABU zufolge hat jede Baumart spezifische unregelmäßige Zyklen, in denen fruchtbare und unfruchtbare Jahre aufeinander folgen. Wie groß die Abstände zwischen den Mastjahren sind, hängt vom Biorhythmus ab, aber auch von Umwelteinflüssen und Stress.

Wie gestresst die Ahorne in Falkenhagen sind, ist unklar. Fest steht aber: Die Anwohner nervt der Fortpflanzungszyklus der Bäume kolossal. Sie fordern in einen Antrag an die Lügder Stadtverwaltung die unverzügliche Fällung aller Ahorne an ihrer Straße. „Als Begründung wird vorgetragen, dass die von den Bäumen herabfallenden Sämlinge sich innerhalb kürzester Zeit festsetzen, verwurzeln und zu einer Plage werden“, steht in der Vorlage für Lügdes Bau-Politiker. Denn sie sollen entscheiden, wie es weitergeht.

Den Anwohnern wäre laut Verwaltung eine anschließende Neubepflanzung der Bankette zum Beispiel mit Birken willkommen. Die standen hier im vergangenen Jahrhundert, wie auf alten Fotos der früheren Oldemeierschen Siedlungsstraße zu sehen ist. Die Antragssteller stellen sich vor, dass die Stadt die Anpflanzung der Birken bezahlt. Alternativ würden sie „aber auch gänzlich auf eine Bepflanzung verzichten können“, wie es in der Verwaltungsvorlage weiter heißt.

Eine Empfehlung an die Politiker spricht das Bauamt nicht aus. Es wünscht nur weitergehende Beratungen, „da es sich um einen erheblichen Eingriff in das Straßenbild handelt“.

Damit sich die Politiker ein Bild von der Lage machen können, beginnt die Bauausschusssitzung am Montag, 1 Oktober, mit einer Ortsbesichtigung. Treffpunkt dafür ist um 18 Uhr Lügdes Marktplatz.



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