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Ohne Einbau kein Geld aus Berlin

Smarte Lichttechnik mit Tücken: Bei Ruhe wird’s dunkel

LÜGDE. Sie sehen ein bisschen aus wie Kameras. Ober wie simple UFOs, die in alten Science-Fiction-Filmen kopfüber durchs Bild fliegen. Die kleinen Geräte sind „Präsenzmelder“ und bappen unter der Decke. Jetzt auch in Lügdes Kernstadt-Grundschule. Am Anfang fanden die Kinder das lustig, die Lehrkräfte weniger.

veröffentlicht am 16.02.2018 um 22:57 Uhr

Schon am Eingang steht es geschrieben: Das Bundesumweltministerium hat die Umrüstung der Beleuchtung auf LED in der Lügder Grundschule als „Klimaschutzprojekt“ gefördert. Die 30 000 Euro Zuschuss aus Berlin gibt‘s aber nur, wenn auch „Präsenzmelder“
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Im Lügder Rathaus hängen die Geräte seit der Sanierung. Und nun auch schon in den meisten Räumen der St.-Marien-Grundschule. Von den Herstellern werden die Präsenzmelder als wahre Energiesparwunder beworben. Denn die Sensoren in ihrem Innern registrieren Bewegungen im Raum. Tut sich eine Weile nichts mehr, dann gehen die Lampen von selber aus, ohne dass jemand auf den Schalter neben der Tür tippen muss.

In großen Gebäuden mit vielen Räumen kann es praktisch sein, wenn der Letzte die Lichter brennen lassen kann. Denn es soll Leute geben, die das gelegentlich vergessen – was in vielen Familien ein Dauerthema ist. Springt jedoch die smarte Technik ein, darf der Mensch ruhig nachlässig werden, ohne das die Stromrechnung steigt.

Dass die Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Technik in der Grundschule samt Präsenzmeldern stattfindet, liegt allerdings nicht daran, dass die Lehrkräfte oder Kinder hier bisher sehr schusselig gewesen wären. „Das war eigentlich nie ein Problem“, sagt Schulleiterin Anneli Runte.

Der Einbau der Hightech-Teile hat einen finanziellen Grund: Er war Bedingung für die Förderung des Leuchtmittelaustauschs durch die „Nationale Klimaschutzinitiative“. Dass das Bundesumweltministerium etwas dazugibt, weist sogar eine laminierte Urkunde an der Glasscheibe des Schuleingangs aus. Dass die Förderung an die Melder geknüpft war, bestätigt Ute Hanebaum, die verantwortliche Architektin im Bauamt des Lügder Rathauses. Wegen des Melder-Einbaus bekommt die Stadt 40 Prozent der förderfähigen Kosten aus Berlin dazu. Macht immerhin 30 000 Euro Ersparnis für Lügde, ein Vielfaches der zusätzlichen Melder-Kosten.

Daran, dass sie das Licht in den Unterrichtsräumen und Fluren, aber auch im Lehrerzimmer jetzt nicht mehr selbst an- und ausknipsen müssen, haben sich Lehrkräfte und Kinder inzwischen gewöhnt. Nun bleibt es wieder allein Aufgabe der Eltern, ihre Kinder daheim dazu anzuhalten.

Als das Feintuning der Anlage noch am Anfang stand, erlebten die großen und kleinen Menschen in den Klassenzimmern allerdings manche Überraschung. „Mitten in der Klassenarbeit ging heute plötzlich das Licht ein paarmal aus“, erzählten manche später zu Hause. Wenn die Lehrerin dann erst einmal eine Runde mit den Armen fuchteln musste, um den Melder zu aktivieren, war‘s mit der Ruhe im Raum natürlich vorbei.

„Am Anfang war es wirklich manchmal nervig“, räumt die Rektorin ein. „Aber jetzt ist alles im grünen Bereich.“

Spinnt jetzt mal ein Melder, wird das von der jeweils betroffenen Lehrerin protokolliert. Die Schule steht mit der Installationsfirma in Kontakt. Vor allem sind nun aber alle froh, „dass wir die alten Funzeln nicht mehr haben“, wie Anneli Runte sagt. Nach der Umrüstung der teils noch aus der Mitte der 1950er Jahre stammenden Lampen auf LED findet die Rektorin die neue Helligkeit „sehr angenehm“.

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