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Offene Ganztagsschule in der Natur – zu Besuch beim Waldprojekt / Jetzt mit eigenem Bauwagen

Sie hegen zwei Dutzend „Bäume des Jahres“

Lügde. „Oh, wie knuddelig“, ruft Emma, als ihr ein Junge aus der Gruppe ein Buchenblatt vor die Nase hält, über das gerade eine kleine Raupe robbt. Und die allermeisten Kinder wissen auch, dass sich das haarige Tier bald in einen Schmetterling verwandeln wird. Denn sie sind nicht zum ersten Mal im Wald, sondern einmal pro Woche, auch die Ferien hindurch. Möglich macht’s das Waldprojekt der Offenen Ganztagsgrundschule in Lügde. Die legt 2011 erstmals keine Sommerpause ein.

veröffentlicht am 16.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 18.01.2017 um 11:28 Uhr

Für die Pause oder bei miesem Wetter ideal: der Bauwagen, den Förster Blum den OGS-Waldprojekt-Kindern gestellt hat.  Fotos: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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„Früher hatten wir in den Ferien drei Wochen geschlossen“, sagt OGS-Leiterin Melanie Köchling. „Aber weil es nun auch in Rischenau eine OGS gibt, haben wir gesagt, wir versuchen es mit den Betreuerinnen von dort mal zusammen.“ Die Ferien-OGS öffnet allerdings nur in Lügde, aber auch einige Kinder aus der Südstadt sind dabei.

Spaß haben an den diversen Angeboten nicht nur die Mädchen und Jungen. Richtig dankbar für die Betreuung in der schulfreien Zeit sind vor allem die Eltern. Denn sie sind in der Regel berufstätig und können keineswegs nach Belieben Urlaub nehmen. Den ratlosen Stoßseufzer „Wie sollen wir das denn bloß machen in den Ferien?“, hat Melanie Köchling in den vergangenen Jahren immer wieder von Müttern gehört. Und sie weiß: „Viele können gerade in den Sommerferien nicht einfach drei Wochen am Stück Urlaub machen.“

Werden in der Offenen Ganztagsgrundschule sonst an die 50 Mädchen und Jungen betreut, so sind es derzeit immerhin um die 20. Mindestens ein gutes Dutzend von ihnen ist meist dabei, wenn Erzieherin Regina Siekmann den wöchentlichen Waldtag ausruft, der in dieser Regelmäßigkeit seit inzwischen fast drei Jahren stattfindet.

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Um das Elsbeeren-Bäumchen richtig freischneiden zu können, heben die Kinder den Drahtzaun ab.

Dabei gehen die Kinder im Stadtwald keineswegs nur spielen, sondern machen sich dort richtig nützlich. Angeleitet von Förster Dietmar Blum haben sie im April erst zwei Dutzend Elsbeeren gepflanzt. „Das ist der Baum des Jahres 2011“, erklärt der Forstoberinspektor über das weiß blühende Rosengewächs mit dem erlesenen Holz und schwärmt von der beeindruckende Laubfärbung der „schönen Else“ im Herbst.

Damit die dreijährigen Bäuchen nicht völlig unter Kletten und anderem Gestrüpp verschwinden oder von Waldtieren gefressen werden, hat jedes Gewächs einen stabilen Pflock an der Seite und eine grobmaschige Umzäunung drumherum bekommen. Und nun sehen die OGS-Kinder regelmäßig nach „ihren“ Bäumen – was manchmal gar nicht so einfach ist. „Der Baum ist weg“, ruft ein Junge den anderen Kindern beim ersten Blick auf das überwucherte Drahtknäuel zu. Doch dann streifen alle ihre Handschuhe über und greifen nur Gartenschere. Oder sie rupfen die Klettern ohne Werkzeug vom Draht. Und tatsächlich: Nachdem alle gemeinsam angefasst haben, ist das etwa 40 Zentimeter hohe Bäumchen schnell wieder zu erkennen.

Weil auch die Forstverwaltung solche Aktionen längst als pädagogisch wertvoll erkannt hat, ist Förster Blum regelrecht gehalten, einen gewissen Teil seiner Arbeitszeit mit den Kindern verbringen. Und er bräuchte es im Grunde nicht extra zu sagen, denn es ist deutlich zu spüren: „Die Arbeit mit den Kindern macht Spaß, weil sie immer gern in den Wald kommen und sehr interessiert sind.“

Nach ihrem Einsatz im Gestrüpp haben die Kinder aber erst einmal Appetit. Da kommen die zuvor im OGS-Kochkurs gebackenen Blaubeermuffins gerade recht. Die packt Regina Siekmann zum Imbiss im „OGS-Waldwagen“ aus, den der Förster den Kindern überlassen hat.

Baum des Jahres 2011 und jetzt auch in Lügde vermehrt präsent: die Elsbeere.

Förster Dietmar Blum nagelt das „OGS Waldwagen“Schild an der Tür der frisch gestrichenen Schutzhütte fest.



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