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Schulbusfahrer scheuen die steile Fahrt hinauf zum Ramberg / Bei Gegenverkehr geht gar nichts mehr

Sicher ist sicher: Muskelkraft statt Pferdestärken

Lügde (jl). Was der Lügder Hausarzt Dr. Bertel Berendes schon seit Jahren predigt, wurde gestern – zumindest für einen Tag – Realität. Für die Gigas-Fahrschüler galt: Muskelkraft statt Pferdestärken, zumindest auf den letzten 150 Metern. Denn die Schulbusse sparten sich den Weg zum Ramberg. Morgens ließen sie die Schülerinnen und Schüler schon am Fuße ’raus und sammelten sie mittags an der Hohenborner Straße und „Unter den Klippen“ wieder ein.

veröffentlicht am 02.02.2010 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 16:41 Uhr

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Das hatten die Busfahrer in Absprache mit Schulleiter Uwe Tillmanns entschieden, weil ihre Gefährte auf dem steilen Rambergsweg sonst zu große Probleme bekommen hätten. Wegen des permanenten Schneefalls fielen auch die AG’s am Nachmittag aus; der Schultag endete – von Tillmanns verfügt – für alle spätestens nach der sechsten Stunde. „Das haben wir zum ersten Mal in diesem Winter gemacht“, sagte Tillmanns mit Blick auf die sich schon am Mittag zunehmend anspannende Verkehrssituation.

Die Bauhof-Männer hatten zwar den Rambergsweg gestreut. „Aber das nützt nichts, wenn’s von unten hochfriert“, sagte Ordnungsamtsleiter Karl-Heinz Köhne. „Das Salz zieht dann nicht mehr an.“

„Der Räumdienst macht hier wirklich phantastische Arbeit“, lobt Busunternehmer Jörg Brinn, der einen Teil des Schülertransports macht. „Da bin ich froh, dass ich hier in Lügde bin“, sagt er mit Blick auf andere Orte, die er ebenfalls anfährt. Probleme bereiten ihm eher die privaten Schipper: „Es reicht doch, wenn der Bürgersteig einen Meter breit freigeschippt wird“, findet er. „Die Straßen werden durch den Schnee sowieso schon immer schmaler.“ In die Tausende gehen die Schäden an seinen Bussen, weil Brinn im Begegnungsverkehr immer wieder in die steinharten Schnee- und Eisberge am Straßenrand ausweichen ausweichen musste, um Kollisionen zu vermeiden. „Eine Kofferraumklappe, ein Radlauf und ein Schutzblech“ sind kaputt. Bisher hat Brinn so manches Mal vergeblich auf die Rücksichtnahme der Autofahrer gehofft. „Wenn meinem 12, 14 Tonnen schweren Bus bergauf jemand entgegenkommt, kann ich nicht mehr anfahren“, macht er klar. Denn auch derzeit geben immer noch viele Eltern den Chauffeur für ihren Nachwuchs. „Manche fahren die Kinder bis auf den Schulhof. Und sie bilden nicht ’mal eine Fahrgemeinschaft, wenn sie nebeneinander wohnen“, ärgert sich Brinn, der übrigens gar nichts dagegen hätte, wenn die Fahrschüler das letzte Stück Berg grundsätzlich zu Fuß zurücklegen müssten, wie es Dr. Berendes eingedenk zu vieler übergewichtiger Kids 2006 gefordert hatte. „Mit dieser Meinung mache mir bei den Schülern zwar keine Freunde“,so der Busunternehmer. „Aber ein Stück Fußweg hat noch keinem geschadet.“

Die Busse meiden den Ramberg – nicht aber die Eltern.

Das sieht auch Schulleiter Uwe Tillmanns so. Und was sagt er den Fahrschüler-Eltern, die sich beschweren, wenn ihre Kinder ’mal ein Stück laufen müssen? „Andere machen das jeden Tag.“

Und warum zieht Lügde nicht mit, wenn die niedersächsischen Nachbarkreise wetterbedingt „schulfrei“ ausrufen? „Solche Entscheidungen gibt bei uns keine Behörde vor“, erklärt Tillmanns. „Bei widrigem Wetter ist es grundsätzlich Sache der Eltern, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. So waren am letzten schulfreien Tag in Hameln-Pyrmont „bei uns 99 Prozent der Schüler da“.



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