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Nachfrage-Einbruch seit November

S & H reduziert Arbeitszeit um bis zu 20 Prozent

Lügde (jl). Auch bei Lügdes größtem Arbeitgeber, dem Kupferlackdraht-Produzenten Schwering & Hasse, ist jetzt Kurzarbeit angesagt. Betroffen sind alle Abteilungen des rund 200 Mitarbeiter starken Unternehmens, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. „Wir haben die Wochenarbeitszeit der Belegschaft von 35 auf 28 bis 29 Stunden pro Woche reduziert“, sagte gestern der geschäftsführende Gesellschafter Ernst-Michael Hasse auf PN-Anfrage. Von den etwa 20 über Zeitarbeitfirmen angeheuerten Leiharbeitnehmern habe man sich schon seit Ende 2008 nach und nach getrennt.

veröffentlicht am 24.02.2009 um 19:40 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 07:41 Uhr

Blick in die Kupferlackdraht-Produktion bei Schwering & Hasse. W
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Stunden bis Ende Juni

heruntergefahren

Nun hat das Unternehmen in Absprache und mit Zustimmung des Betriebsrats für 18 Monate, also die maximal mögliche Zeitspanne, Kurzarbeit angemeldet, wie Mit-Gesellschafter Rainer Fildhuth ergänzte. Die Arbeitszeitkonten seien weitgehend ausgereizt.

Er und Ernst-Michael Hasse rechnen damit, dass die Arbeitzeit erst einmal bis Ende Juni um etwa 20 Prozent heruntergefahren wird, denn: „Für das zweite Quartal sehen wir noch kein Licht am Ende des Tunnels“, so Hasse. „Und was danach kommt, kann jetzt noch niemand sagen.“

Aber die beiden geschäftsführenden Gesellschafter lassen keinen Zweifel: „Wenn die Konjunktur wieder anspringt, wollen wir die Mannschaft voll beisammen haben.“ Die erwartete Durststrecke der nächsten Monate wolle das Unternehmen nutzen, um die Mitarbeiter fortzubilden.

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Ernst-Michael Hasse: „Für das zweite Quartal sehen wir noch kein Licht am Ende des Tunnels.“

Übrigens: Für die Männer in der Unternehmensspitze war es laut Fildhuth keine Frage, dass sie – sie die übrige Belegschaft – auf einen Teil ihres Einkommens verzichten. Fildhuth: „Wir halten es für richtig, das in gleichem Maße zu tun wie unsere Mitarbeiter.“

Seit November leidet der Kupferlackdraht-Hersteller, der vorrangig den europäischen Markt bedient, unter dem Auftragsrückgang, besonders aus der Autoindustrie.

Nach Auskunft Hasses hat sein Unternehmen zwar Rahmenverträge mit zum Teil langen Laufzeiten abgeschlossen. Doch auf die könne man in Zeiten der internationalen Krise nicht wirklich pochen; schließlich müsse man sich auch den Kunden gegenüber flexibel zeigen.

Als besonders problematisch an der aktuellen Situation machte Hasse die Tatsache aus, dass die Nachfrage in fast allen Branchen eingebrochen sei, die von S & H bedient werden. Das sind neben der Autoindustrie auch Komponenten für Elektroantriebe in Schienenfahrzeugen, für den Maschinenbau, die Lichtindustrie und Transformatoren im Energiesektor.

Teure Haushaltsgeräte

sind noch gefragt

So ziemlich das Einzige, was noch gut läuft, sei die Kupferlackdraht-Produktion für die „weiße Industrie“, also Kühlschränke, Waschmaschinen und andere Haushaltsgeräte. „Vor allem die Nachfrage nach hochwertigen Endprodukten unseres Abnehmers Miele ist noch gut“, sagte Fildhuth, „vermutlich, weil alle Kunden, die sich diese Geräte bisher leisten konnten, auch jetzt nicht so auf den Euro gucken müssen.“

Trotz Auftragseinbruchs produziert S & H übrigens weiterhin rund um die Uhr. „Eine Maschine abzuschalten, würde gar nichts bringen“, erklärte Fildhuth. Denn: „Würde man sie erst herunterfahren und später wieder aufheizen, entstünde jede Menge Schrott.“



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