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Cantus wärmt die Herzen im Kloster

Romantische Musik lässt Winter vergessen

LÜGDE. Dass – wohl wetterbedingt – beim Cantus-Konzert nicht alle Stühle im Lügder Klostersaal besetzt waren, wundert wenig. Ungewöhnlich indes war der recht hohe Anteil an jüngeren Zuhörern im Publikum.

veröffentlicht am 04.03.2018 um 19:18 Uhr

Lea Maria Löffler begeistert das Publikum im Lügder Klostersaal mit ihrem Harfenspiel. Foto: Ti
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Klaus Titze Reporter
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Was die 18 Sängerinnen und 11 Sänger am Samstagabend auf der Bühne boten, schien den Besuchern geradezu die Herzen zu erwärmen – gemessen am Applaus nach jedem Stück.

Das Programm – hauptsächlich romantische Lieder aus den letzten beiden Jahrhunderten – enttäuschte die Erwartungen nicht. Romantiker des 19. Jahrhunderts wie Johannes Brahms, Felix Mendelsohn Bartholdy oder Robert Schumann hatten dem Chor mit „Wach auf“, „Erlaube mir“ oder dem „Gute Nacht“ ein zartes Liedgut zur Auswahl hinterlassen, das hervorragend intoniert und in fein abgestimmter Klangfarbe in eben diesen romatischen Hauch von Liebreiz und Wohlgefühl zog.

Die Chorleistung des Ensembles unter der Leitung von Annette Schmidt-Höngen ist wirklich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass seine Mitglieder nur alle vier Wochen im Pyrmonter Stadtkirchen-Gemeindehaus proben.

Zudem zeichnet sich der Chor durch die Vielseitigkeit der Lieder unterschiedlicher Stilrichtungen und Epochen aus. Mit seinem reichhaltigen Repertoire tritt er seit mehr als 20 Jahren in der Region und auf Konzertreisen auf.

Ausdrucksstark zogen Melodien von Arnold Mendelsohn in den Bann, der in „Wie die Gestalt mich verfolgt“ den dramatischen Moment vor Werthers Suizid beschreibt, oder Hugo Distlers „Feuerreiter“, der auf seinem Pferd sitzend beim Brand einer Mühle umkommt.

Einen weiteren Höhepunkt an Zartheit setzte die Harfinistin Lea Maria Löffler. Paul Hindemith, der von den Nationalsozialisten mit einem Berufsverbot belegt worden war, hatte für fast jedes Instrument Stücke komponiert, so auch eine Sonate für Harfe. Das wunderschöne Spiel der jungen Instrumentalistin verzauberte das Publikum dermaßen, dass sich nach dem Verklingen des letzten Tons die eingetretene Stille kaum aufzulösen schien. Erst das „Wow“ eines Zuhörers durchbrach sie und ließ begeisterten Applaus aufbranden. Die Harfinistin begleitete die Chorstimmen noch in weiteren Stücken, wie dem „Spring“ von Gustav Holst, wobei die Harfe das in die wärmende Sonne drängende Aufkeimen zarter Sprossen vor den geschlossenen Augen bildhaft vermittelte.

Und auch an Modernes traut sich der Chor heran: In Ralph Vaughan Williams’ „Mannin Veen“ besingt er die sanft von Wellen umspülte Isle of Man.

Sanftes auf den Nachhauseweg schenkte der Chor zum Abschluss mit Eric Whitacres „The Seal Lullaby“. Lieblich verträumt folgt dieser Sond dem sanft schaukelnden Rhythmus einer Mutter, die ihr Kind in den Schlaf wiegt. Das letzte Abschiedslied war dann das als Zugabe geforderte und zuvor gehörte „Gute Nacht“.



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