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Bäume beschäftigen Lügdes Politiker

Rettung nur für Hummersens alte Eiche?

Lügde. In der Emmerstadt und ihren Ortsteilen stehen viele alte Bäume. Weil die Stadt die nach Möglichkeit erhalten will, muss sie immer mehr Geld für teils aufwendige Pflegeaktionen ausgeben. In Hummersen scheint das bei einer Eiche gerade geglückt zu sein, doch der aslten Linde auf Falkenhagens Friedhof geht‘s schlecht.

veröffentlicht am 16.12.2015 um 20:04 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Autor:

Klaus Titze
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Lügde. Ist das Schicksal der alten Linde auf Falkenhagens Friedoh ebenso besiegelt wie das des Baumes, den Sängerin Alexandra in den 1960ern in ihrem traurigen Chanson besang? Noch nicht ganz. Aber ein Gutachten räumt dem stattlichen Schattenspender keine großen Überlebenschancen mehr ein. Der Expertise zufolge ist er trotz zahlreicher vorangegangener Baumpflegemaßnahmen nicht mehr zu retten „Der Baum hat eine Höhe von 17 Metern und einen Stammumfang von 4,30 Metern. Es schmerzt schon, einen solchen Baum fällen lassen zu müssen“, sagt Lügdes Ordnungsamtsleiter Karl-Heinz Köhne.

Laut Heimatforscher Manfred Willeke dürfte die Linde vermutlich bei der Anlage des Falkenhagener Friedhofs im Jahr 1877 gepflanzt worden sein. Doch die Fällung scheint alternativlos. So habe man trotz intensiver Maßnahmen den Brandkrustenpilzbefall nicht in den Griff bekommen, bedauert Köhne. Im Verhältnis zu dem 2011 erstellten Gutachten seien die Schäden deutlich ausgeprägter, sodass die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden könne. So gibt Köhne die Einschätzung des beauftragten „Baumbüro Weserbergland“ wider. Das betreiben die Landschaftsarchitektin und Umweltplanerin Beate Balbuchta und ihr Mann Helmut Schwengels. Der Baumsanierer hatte erst am Montag einen großen Ahorn aus der Allee des Emmerauenparks gefällt (wir berichteten).

Da die Falkenhagener Linde nicht nur die unweit stehende Friedhofshalle gefährde, sondern auch Grabstellen, den öffentlichen Verkehrsraum und somit auch Menschen, sei die Fällung empfohlen worden, erklärt Köhne und verspricht eine Ersatzpflanzung.

Mit dem Fällen des Baumes wolle die Stadtverwaltung nicht mehr lange warten, erklärte der Ordnungsamtschef jetzt den Lokalpolitikern im zuständigen Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Forsten. Und die segneten seine Empfehlung einstimmig ab.

Deutlich günstiger ist indes die Prognose für eine alte Eiche am Ehrenmal von Hummersen. „Große Bäume in besonderen Bereichen bereiten uns zunehmend Kopfzerbrechen“, erklärt Köhne. Denn auch in diesem Lügder Ortsteil seien umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen vorgenommen worden. Allerdings mit Erfolg. Dort gelte es nun, den Baum am Leben zu halten. Hierzu gehörten Eingriffe in sein Umfeld: Das nah an der Eiche verlegte Pflaster soll ausgebaut und der Boden verbessert werden. Hier baue die Stadt auch auf Mithilfe aus der Dorfgemeinschaft.

„Allerdings kann ich auch ein positives Merkmal zur finanziellen Situation vermelden“, ließ sich Köhne im Ausschuss entlocken. Bei der Begutachtung des Baumes sei an diesem Standort eine besondere Käferart vorgefunden worden. Zusammen mit dem Baum als Naturdenkmal werde der Kreis Lippe die Hälfte der Erhaltungskosten beisteuern.

Ein zufriedenes Lächeln in die Gesichter der Kommunalpolitiker zauberte auch Dietmar Blum vom Forstbetriebsbezirk Lügde – konnte er doch für 2016 einen zu erwartenden Gewinn von ungefähr 50 000 Euro im Forstwirtschaftsplan prognostizieren. Von seinem Vortrag ließen sich die Ausschussmitglieder überzeugen.

Da verkündete Guthaben für einen städtischen Haushalt stets mit Freuden aufgenommen werden, genehmigten die Politikern den von der Verwaltung vorgelegten Entwurf des Forstwirtschaftsplans 2016 einstimmig.



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