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Sieben Notrufsäulen und ein Fluchtturm / „Ereignisorientierte“ Rund-um-die-Uhr-Überwachung sitzt in Hamm

Rette sich, wer kann – das Sicherheitsprinzip im Tunnel

Lügde (rr/jl). So sehr viele Lügder den Tag herbeisehnen, an dem der Durchgangsverkehr endlich – vorbei an der Innenstadt – in den neuen Tunnel umgelenkt wird, so sehr sorgt sich doch schon jetzt mancher um die Sicherheit in dem millionenteuren Bauwerk. Denn die Bilder der Feuerkatastrophen im Montblanc- und im Gotthardtunnel haben sich auch den Lügdern in die Netzhaut gebrannt.

veröffentlicht am 07.07.2009 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 01:21 Uhr

Noch leuchten die Baulampen das Tunnelbauwerk aus. Im Spätherbst
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Doch die Sorge scheint unbegründet – jedenfalls laut Günter Loges. „Der Sicherheitsstandard ist enorm hoch“, betonte der Bauamtsleiter jetzt bei einer Tunnelführung auf Einladung der Lügder SPD. Denn die Baurichtlinien für Straßentunnel seien vor fünf Jahren deutlich verschärft worden. So würden alle 41 nordrhein-westfälischen Tunnel ständig durch zwei technische Leitzentralen überwacht.

In der rund 500 Meter langen Lügder Röhre haben die Handwerker der Dresdener Spezialfirma Cegelec inzwischen fast 45 Kilometer Kabel verlegt – unter anderem für sieben Notrufsäulen. Zudem steht in den Löschwasserleitungen ständig Wasser zur Verfügung.

Eventuelle Alarmmeldungen aus dem Lügder Bauwerk laufen – wenn es, wie geplant, im Spätherbst 2010 fertig ist – in der Zentrale in Hamm auf. Dort wird der Tunnel rund um die Uhr „ereignisorientiert“ überwacht. Das heißt: Im Falle eines Unfalls lösen Rauchschwaden oder Flammen einen Alarm aus, der wiederum eine Videoanlage aktiviert. Per Bildschirm informiert, soll der Tunnelwächter dann von Hamm aus per Telefon und Lautsprecher Einfluss auf die Ereignisse im Tunnel nehmen können.

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Die Sicherheitsanlagen drinnen sind prinzipiell auf Selbstrettung angelegt. Wer in Not gerät, dem räumt das System fünf Minuten Zeit zur Flucht ein – je nach Standort seines Fahrzeugs entweder durch einen der Ausgänge oder durch den Fluchtturm in der Tunnelmitte. Fragt sich nur, wie der Wächter in Hamm den Überblick behalten soll, wenn es auf seinem Monitor nur noch qualmt…

Feuerwehr braucht spezielle Schulungen

Und: Ob bei einer Brand-, Chemie- oder Explosionskatastrophe drei bis vier Minuten bis zum Erkennen des Alarms in der Zentrale und zwölf Minuten bis zum Eintreffen der Feuerwehr ausreichen, um Schlimmes zu verhüten, bezweifelte bei der Tunnelführung so mancher.

Trotz des Prinzips Selbstrettung werden auch die Lügder Feuerwehrleute und die für die Notfall-Regie verantwortlichen Tunnelmanager spezielle Schulungen brauchen. So soll es jährliche eine normale Übung geben und alle drei Jahre eine Großübung.

Ob Gefahrguttransporte den Tunnel passieren dürfen, wird derzeit noch geprüft. Allerdings sei wahrscheinlich, dass die Gutachter grünes Licht geben, erklärte Günter Loges. Zumal die Alternative – nämlich der Weg durch die Stadt, für die Passanten und Bewohner dort auch keine wirklich wünschenswerte Alternative böte.

Günter Loges und Cegelec-Bauleiter Norbert Schneider klären die Besucher über den Stand der Arbeiten im Tunnel auf.



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