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Beim traditionellen Ziegenbrunnen soll es allerdings noch ein paar Veränderungen geben

Rat entscheidet sich für Maro-Brunnen

Lügde. Am Montag war es endlich so weit: Der Rat stimmte darüber ab, welcher Brunnen künftig den Marktplatz zieren soll. Nachdem sich der Fachausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen Anfang September mit den Modellen von Bernd Maro, Christian Uhlig und Heinrich Festing auseinandersetzte und keine Empfehlung ausgesprochen hat, wurde das Thema an die Fraktionen weitergereicht und schließlich im Rat der Stadt entschieden.

veröffentlicht am 04.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:41 Uhr

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Autor:

von julia rau
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Vor der Abstimmung wollte Bürgermeister Heinz Reker seinem Bauamtsleiter Günter Loges das Wort übertragen, damit dieser „noch einmal die Historie und das Konzept der Brunnen vorstellen“ kann. Doch ein lautes „Nein“, das ihm alle Ratsmitglieder im Chor entgegenriefen, signalisierte deutlich, wie sehr die Entscheidung herbeigesehnt wurde. Nach monatelangen Diskussionen untereinander, die Loges als sehr sachlich und intensiv lobte, sollten endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Der Bürgermeister äußerte zunächst aber noch die Befürchtung, dass es keine eindeutige Mehrheit geben wird, aber „irgendwann muss man im Leben Entscheidungen treffen, auch wenn sie nicht immer allen gefallen“. Loges forderte daraufhin noch einmal Gelegenheit, die Modelle zu modifizieren, also gestalterische Änderungswünsche und -pläne vorzutragen. Das ließen sich die Fraktionsvorsitzenden nicht zweimal sagen.

Dieter Diekmeier, Fraktionsvorsitzender der SPD, schlug „eine Kombination“ aus beiden Ziegenbrunnen“ vor. Thomas Blum, Fraktionsvorsitzender der CDU, schwebt Ähnliches vor: Bronzefiguren, aber ein eckiges Becken, wie bei Uhligs Entwurf. Zudem regte Loges an, eventuelle Änderungen auch gleich im Rat zu beschließen, sodass die Bauarbeiten ununterbrochen fortgesetzt werden könnten. Und während die meisten damit rechneten, dass der Ziegenbrunnen von Bernd Maro das Rennen machte und dementsprechende Vorschläge zur Änderung ansprachen, war Rüdiger Bode von der SPD augenscheinlich überzeugt, dass der moderne Brunnen auf dem Marktplatz kommt. Er schlug vor, eine Bronzeziege „für die Kinder“ mit dazuzustellen. Reker beendete die Diskussion und beschwichtigte schon im Voraus alle Anwesenden: „Am Ende ist es eine Frage des Geschmacks.“

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Dann war es schließlich so weit. „Das ist so aufregend“, sagte Ute Schaper (CDU) und sprach aus, was wohl viele dachten, denn die Anspannung der Ratsmitglieder war deutlich zu spüren. Zunächst wurde darüber abgestimmt, ob Kaiser Karl oder Ziegen auf den Markt sollen. Ergebnis: Niemand wollte ein Kaiser-Standbild, zwei Mitglieder enthielten sich, der Rest stimmte für die Ziegen. Aber welcher? Zweite Runde. „Es heben alle die Hand, die den traditionellen Ziegenbrunnen möchten“, sagte Reker. Seine eigene Hand schnellte auch in die Höhe. Insgesamt 16 Ratsmitglieder wollten den Entwurf von Bernd Maro, nur sechs den modernen von Christian Uhlig, drei Anwesende enthielten sich. Und weil es einmal lief, sollte auch gleich darüber entschieden werde, welche Änderungen es geben soll.

Diekmeier bekräftigte seine Ideen, die er eingangs vortrug, und sprach sich für ein eckiges Becken und eine geringere Höhe aus. „Vielleicht auch mit Fontänen dabei und einer Wasserrinne daneben“, so der Sozialdemokrat. Loges antwortete darauf: „Bauchnabelhöhe ist von unserer Seite nicht vorgesehen. Wir würden den Brunnen kniehoch gestalten, sodass man sich auf den Rand setzen kann.“ Er stellte sich des Weiteren „Sprudeldüsen und bewegtes Wasser“ vor. Das sei mit besonderer Technik alles möglich. Und weil runde Bänke meist nur als Hockerbänke oder teure Sonderanfertigungen zu bekommen wären, würde sich ein eckiger Grundriss anbieten. Nehme man gerade Bänke mit Lehne anstatt gerundeter Hockerbänke, könnten zudem etwa 5000 Euro eingespart werden.

„Die dritte Möglichkeit wäre ein achteckiges Fundament. Da kann man an die geraden Seiten auch gerade Bänke mit Lehnen stellen“, so Loges. Nachdem sich die Beteiligten also auf eine Randhöhe von 40 Zentimetern, ein achteckiges Becken und eine Wasserhöhe von 20 Zentimetern einigten, übertrugen sie ohne formelle Abstimmung die Handhabe über die gestalterischen Einzelheiten der Verwaltung, die auch für die dritte Variante eine Planzeichnung zeigte. Eine endgültige Abstimmung nach Ausarbeitung aller Änderungen wird es laut Loges dann nicht geben. Bernd Maro hat mit den Veränderungen keinerlei Probleme, wie er gestern er auf Anfrage versicherte. „Das kommt mir gerade entgegen. Wenn der Rand niedriger wird, muss sich die eine Ziege nicht so strecken, das sieht dann harmonischer aus“, sagte er. Er habe sich am alten Brunnen orientiert, findet die kniehohe Variante aber auch gut. Laut Loges wird es voraussichtlich bis Mai dauern, bis der Brunnen steht.

Im dritten Entwurf von Günter Loges, auf den sich letztendlich alle einigten, ist der Brunnen achteckig und die Bänke statt gerundet nun gerade. Links oben ist die Rathaustreppe eingezeichnet.



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