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Wie CDU, SPD und der Bürgermeister der Begeisterung der Freien Wähler für die Hochtief-Baupläne begegnen

Pumpspeicherkraftwerk: Lügde bleibt vorerst neutral

Lügde. Der Schuss ging eindeutig nach hinten los: Lügdes Freie Wähler hatten wohl gehofft, dass ihr Wunsch nach einer Lügder Unterstützung der Hochtief-Pläne zum Bau eines Pumpspeicherkraftwerks (PN vom Samstag) bei den anderen Politikern der Emmerstadt offene Ohren fände. Doch während der Ratssitzung am Montagabend schlug ihrem Entschließungsantrag – der erste, den Klaus Meier als Fraktionschef zu verantworten hatte – deutlicher Widerstand entgegen. Denn zum jetzigen Zeitpunkt wollen sich weder Bürgermeister Heinz Reker (parteilos) noch die anderen Ratsfraktionen allzu weit aus dem Fenster lehnen. Schließlich sie bisher jede Menge Fragen offen.

veröffentlicht am 18.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 09:16 Uhr

Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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So ist keineswegs klar, ob die mit dem Mammut-Bauprojekt verbundenen gravierenden Eingriffe in den Naturhaushalt ausgerechnet in einem FFW- beziehungsweise Naturschutzgebiet überhaupt genehmigungsfähig wären. Denn bekanntlich plant Hochtief das Oberbecken des Kraftwerks im besonders geschützten Mörth. Die zum Pumpbetrieb zwischen Ober- und Unterbecken über eine durch den Berg führende Leitung notwendigen 2,7 Millionen Kubikmeter Wasser müssten aus Gewässern gepumpt werden, deren Flussläufe ebenfalls als schützenswert gelten.

Bürgermeister Reker verurteilte den Antrag zwar nicht, machte aber klar: „Ich habe bisher versucht, mich neutral zu verhalten, bis ich mehr Informationen habe.“ Denn die Umweltkartierungen liefen noch.

Deutlicher wurde CDU-Fraktionschef Thomas Blum: „Dies ist der falsche Zeitpunkt für einen solchen Antrag“, beschied er die Freien Wähler. Eine so frühe Positionierung hieße, sich das Verhandlungsmandat aus der Hand nehmen zu lassen. „Wir müssten dumm sein, uns jetzt so festzulegen“, fand er und riet den FWG-Ratsherren: „Seien Sie ein bisschen cleverer!“ Abgesehen davon erwarte er keine Gewerbesteuervorteile und „am Ende keinen Arbeitsplatz zusätzlich“ vom Kraftwerk.

SPD-Fraktionschef Dieter Diekmeier riet davon ab, sich „in vorauseilendem Gehorsam zum Steigbügelhalter der Großindustrie“ zu machen, noch bevor Gutachten etwa zur Umweltverträglichkeit vorlägen. Und sein Fraktionskollege Jörg Eickmann ergänzte, auch mit Blick auf die Kritik an der frühen Positionierung des Kreises Lippe pro PSW: „Wie kann man jemandem zu investieren empfehlen, wenn man gar nichts weiß?!“

Der Antrag wurde an den Bauausschuss verwiesen.



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